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Bye-bye Röhrli! EU will Plastikbesteck und -geschirr verbieten

28.05.2018, 12:0904.06.2018, 14:23
Die Röhrli werden verbannt.
Die Röhrli werden verbannt.Bild: AP/AP

Einweggeschirr, Strohhalme, Wattestäbchen und Ballonhalter aus Plastik sollen in der Europäischen Union verboten werden. Mit diesem Verbot und weiteren Massnahmen will die EU-Kommission Umwelt und Meere besser schützen.

«Plastikmüll ist ohne Zweifel ein grosses Thema, und die Europäer müssen dieses Problem zusammen angehen», erklärte Vize-Kommissionspräsident Frans Timmermans am Montag in Brüssel.

Die EU-Kommission begründet den Vorstoss hauptsächlich mit dem Schutz der Ozeane. Mehr als 80 Prozent des Mülls in den Meeren sei Plastik.

Die vorgeschlagene EU-Richtlinie nimmt insgesamt zehn Wegwerf-Produkte sowie ausrangierte Fischernetze besonders ins Visier, die nach Angaben der EU-Kommission zusammen 70 Prozent des Mülls an Stränden ausmachen.

Kampf dem Plastik

Konkret will die EU-Kommission solche Produkte verbieten, für die es bereits erschwingliche Alternativen gibt, also Besteck und Geschirr aus Plastik, Trinkhalme, Luftballonstäbe, Rührstäbchen und Wattestäbchen.

Bei Produkten, für die es «noch keine offensichtlichen Alternativen gibt», sind die EU-Länder aufgerufen, den Verbrauch einzudämmen - etwa indem sie nationale Ziele festlegen oder alternative Produkte zur Verfügung stellen. Gemeint sind Verpackungen und Becher für Essen und Getränke zum Mitnehmen.

Ausserdem sollen die EU-Staaten die Auflage bekommen, bis 2025 Einweg-Plastikflaschen zu 90 Prozent wiederzuverwerten. Wie aus der Strategie weiter hervorgeht, sollen sich die Hersteller an den Kosten für Abfallbeseitigung und Umweltsäuberung beteiligen. Ausserdem sollen sie zu «Sensibilisierungsmassnahmen» bei Produkten wie Chipstüten, Tragetaschen und Zigarettenstummel herangezogen werden.

Zu den Forderungen der EU-Kommission gehört auch, dass bestimmte Produkte wie Luftballons und Feuchttücher mit auffälligen Warnhinweisen versehen werden, welche die Konsumenten über die Umweltrisiken und die richtige Entsorgung aufklären.

Soll EU-Wirtschaft nutzen

Die EU-Kommission verspricht sich grosse Umweltvorteile von ihren Plänen. So sollen die Massnahmen den Ausstoss von Kohlendioxid um 3,4 Millionen Tonnen verringern. Bis 2030 könnten Umweltschäden im Wert von 22 Milliarden Euro vermieden werden, erklärte die Brüsseler Behörde. Konsumenten könnten bis zu 6,5 Milliarden Euro sparen.

EU-Kommissar Jyrki Katainen, der für Wachstum und Investitionen zuständig ist, sieht die Vorschläge der EU-Kommission gar als Chance für die europäische Wirtschaft. Die EU könne eine Vorreiterrolle übernehmen, «indem wir neue Produkte auf den Markt bringen, nach denen die Nachfrage in der Welt in den nächsten Jahrzehnten gross sein wird».

Der Vorschlag der Brüsseler Behörde muss als nächstes vom EU-Parlament und von den EU-Staaten angenommen werden. Die EU-Kommission machte dabei Druck: Die Institutionen müssten die Pläne «prioritär behandeln» und noch vor der Europawahl im Mai 2019 «greifbare Ergebnisse präsentieren». (sda/dpa/afp)

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44 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Baba
28.05.2018 13:47registriert Januar 2014
Sehr gute Entwicklung! Und wann hört man dann endlich damit auf, jedes Heftli, jede Gurke, Kopfsalate u.a. in Plastik einzuschweissen???
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DocM
28.05.2018 13:27registriert August 2016
Nichts gegen die Vorschläge. Doch drehen wir das Rad der Zeit mal zurück. Glasflaschen und Papiertüten wurden durch Plastik ersetzt. Fleisch wird, damit es optisch ansprechender präsentiert werden kann, im Plastik gehalten. Aufschnitt, Käse etc. kann ich fast nicht mehr offen kaufen, auch im Plastik. Füllmaterial in Paketen, wurde mal aus Stärke gemacht, heute meist aufgeblasene Plastiktüten. etc. etc. Wenn, dann muss der Hebel dort angesetzt werden. Der Plastikwahn in Bezug auf Verpackungen darf dabei nciht vergessen werden.
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aglio e olio
28.05.2018 13:08registriert Juli 2017
Prinzipiell eine gute Sache. Aber ich befürchte das es sich dabei lediglich um Aktionismus handelt. Einwegplastik ist ja aktuell grad im Fokus.
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