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Harter Brexit kostet Firmen 76 Milliarden Franken – jährlich



Ein Brexit ohne neues Abkommen zwischen der EU und Grossbritannien kommt Unternehmen teuer zu stehen: Einer Studie zufolge müssten Firmen jährlich mit zusätzlichen Kosten von 76 Milliarden Franken rechnen.

«Diese gestiegenen Kosten und die Unsicherheit drohen die Profitabilität zu verringern und sie stellen für einige Unternehmen existenzielle Bedrohungen dar», heisst es in dem am Montag veröffentlichten Bericht der Beratungsgesellschaft Oliver Wyman und der Kanzlei Clifford Chance.

FILE - In this Friday, Dec. 8, 2017 file photo, the British and EU flags flap in the wind outside EU headquarters in Brussels. European Council President Donald Tusk unveiled on Wednesday, March 7, 2018, the EU's approach to the next phase of Brexit talks on future relations with the UK. (AP Photo/Virginia Mayo, File)

Wie weiter im Verhältnis Grossbritannien und EU? Bild: AP/AP

Demnach müssen nach Grossbritanniens Austritt Firmen in den verbliebenen 27 EU-Mitgliedstaaten pro Jahr etwa 41 Milliarden Franken wegen Zöllen und anderen Handelsbarrieren zahlen. Auf die britischen Exporteure, die in die EU liefern, kämen Extra-Belastungen in Höhe von 35 Milliarden Franken zu.

Sollten die EU und Grossbritannien sich nicht auf ein neues Abkommen über ihre Wirtschaftsbeziehungen einigen, würde der Handel künftig gemäss den Vorschriften der Welthandelsorganisation WTO geregelt. Am härtesten treffen würde es dem Bericht nach auf britischer Seite Finanzdienstleister, gefolgt von vier weiteren Branchen. In der EU wären unter anderem die Automobilbranche, die Landwirtschaft und die Chemieindustrie besonders betroffen.

Die Briten schulden der EU Milliarden

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Video: srf

Sollte es jedoch nach dem Brexit eine Art Zollunion geben, würde dies die Kosten für beide Seiten in etwa halbieren, so die Studie. Eine Zollunion lehnt die britische Premierministerin Theresa May jedoch ab, weil sie sich nicht dabei einschränken lassen möchte, eigene Handelsabkommen mit Staaten wie China oder Indien abzuschliessen. (sda/reu)

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11Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Florian Harold 12.03.2018 16:07
    Highlight Highlight Die Briten und deren Anwälte für Wirtschaftsrecht müssen zugeben, dass von einem Austritt vor allem die übrige EU profitieren könnte. vgl. https://www.cash.ch/news/politik/studie-brexit-wird-deutsche-unternehmen-jaehrlich-milliarden-kosten-1153469 Und http://www.wittib-law.ch
  • Reto32 12.03.2018 10:18
    Highlight Highlight Die genaue Studie kann ich jetzt nicht finden, aber wenn es sich mit diesen 76 Milliarden CHF nur um Zolltarife handelt, könnte dies mit einem einfachen Beitritt zur EFTA (ohne EWR), wie es Foraus vorgeschlagen hat, stark vermindert werden. Die Freihandelsabkommen, die wir dort verhandelt haben, sind den Freihandelsabkommen der EU sehr ähnlich.
    Wenn die Briten das nicht wollen, könnten die 41 Milliarden CHF Mehreinnahmen dazu dienen, die Britische Unternehmenssteuer von den vorgesehenen 17% deutlich näher zur unteren Grenze von 10% herabzusetzen, oder auch die Mehrwertsteuer zu sinken.
    • Oberon 12.03.2018 11:06
      Highlight Highlight Ich glaube für die EFTA ist UK noch zu stolz.

      Aber aus meiner Sicht ein machbarer Weg und würde die Blockade in den Verhandlungen auflockern.

      Für mich sieht es jedoch immer noch so aus als ob die Regierung in UK immer noch keinen Plan hat.
    • phreko 12.03.2018 13:27
      Highlight Highlight Und dann, ein hardcore Sparprogramm durchziehen?

      UK leidet jetzt schon unter ihrer Austeritätspolitik.
  • Lowend 12.03.2018 08:43
    Highlight Highlight Genau das gleiche Szenariound und sicher ein ähnlich hoher Preis droht auch der Schweiz, sollten wir so blöd sein, Blochers trojanischer Begrenzungsinitiative zuzustimmen und so die bilateralen Verträge zu kippen, nur um angeblich selber über die Zuwanderung bestimmen zu können.
    • Reto32 12.03.2018 11:00
      Highlight Highlight Nein, den die Schweiz war nie Teil der EU Zollunion, und hat schon (alleine und mit die EFTA) ein weitreichendes Netz an Freihandelsabkommen aufgebaut. Zudem ist der EU-CH Freihandelsabkommen aus dem Jahr 1973, sowie der Zollkooperationsabkommen, nicht Teil der Bilateralen 1. Somit werden diese Aspekte nicht durch eine Kündigung der PFZ in Gefahr gebracht.
      Was hingegen die indirekte Kosten betrifft, die durch eine erheblichen Belastung und Abschottung des Standort Schweiz verursacht würden, ist das eine ganz andere Geschichte.
  • manuel0263 12.03.2018 08:28
    Highlight Highlight Es ist einfach nicht nachvollziehbar, warum Mrs. May das um jeden Preis durchziehen will. Es ehrt sie, dass ihre persönliche Meinung ja eine ganz andere war (oder ist). Aber immer noch den vermeintlichen Volkswillen durchsetzen zu müssen, der durch Behauptungen und Lügen vor bald zwei Jahren entstanden war, kann doch kein Argument mehr sein. Nur Probleme, erhofftes Rosinenpicken, Kosten und Nachteile, das Nordirland-Zollproblem (die Quadratur des Kreises...) etc. ...Kein Wunder, sind die Verantwortlichen über alle Berge. Die wollten wohl auch gar nicht gewinnen, sondern nur billige Publicity.
    • Oberon 12.03.2018 11:24
      Highlight Highlight Ja, ein Unfall auf kosten der Bevölkerung.

      Die Regierung hätte nur ehrlich auflisten sollen worin die Vorteile und Nachteile einer EU Mitgliedschaft bestehen. Es gibt auch Themen die haben mit Geld nichts zu tun und sind auch wichtig.

  • TruchaConCebolla 12.03.2018 07:56
    Highlight Highlight Ich möchte ja nichts verschreien, aber mit so unendlich dumme Entscheidungen wie dem Brexit erklärt man irgendwann einmal im Geschichtsunterricht, wie Krisen ausgelöst werden und kollektiver Wohlstand zum Fenster rausgeschmissen wird
  • Scaros_2 12.03.2018 07:26
    Highlight Highlight Wenn wundert es schon? Übrigens hat auch schon mit der Firma Roche eine Schweizer Firma beschlossen eine ihrer Tochterfirmen umzuziehen. Man wartet nicht ab was die Politik macht sondern sucht sich aktiv als Unternehmen bessere Standorte weil man im wissen darüber ist, egal was die Briten versuchen es schlecht wird. So oder so.
    • Oberon 12.03.2018 11:25
      Highlight Highlight Vor allem wenn man diese Verhandlungen verfolgt kann man nur schlechtes für die Zukunft erahnen.

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