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Terrorattacke in Carcassonne: Prozessbeginn sechs Jahre danach

A photo of Lieutenant Colonel Arnaud Beltrame placed on flowers at the main gate of the Police headquarters in Carcassonne, France, Saturday, March 24, 2018, following an attack on a supermarket in Tr ...
Eines der vier Todesopfer bei dem Terroranschlag im Jahr 2018 in Carcassonne war der Polizist Arnaud Beltrame. Er hatte sich zuvor als Austauschgeisel zur Verfügung gestellt. Blumen zu seinen Ehren liegen am Tag nach dem Anschlag vor dem Polizeiposten in Carcassonne, 24. März 2018.Bild: AP

Sechs Jahre nach Terroranschlag in Carcassonne: Prozessbeginn gegen Täter-Umfeld

22.01.2024, 16:21
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Sechs Jahre nach dem islamistischen Anschlag in Frankreich mit einer Geiselnahme und vier Toten hat der Prozess gegen sechs Männer und eine Frau aus dem Täter-Umfeld begonnen.

Fünf von ihnen, darunter die Freundin des Täters, müssen sich seit Montag in Paris wegen der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung verantworten. Den Angeklagten drohen bis zu 30 Jahre Haft. Der unter hohen Sicherheitsvorkehrungen und grossem öffentlichen Interesse gestartete Prozess ist bis Ende Februar terminiert.

Im März 2018 hatte ein 25-jähriger Islamist in der Region von Carcassonne bei mehreren Attacken vier Menschen erschossen – darunter einen 44-jährigen Polizisten, der sich als Austauschgeisel zur Verfügung gestellt hatte. Der Gendarmerieoffizier Arnaud Beltrame wurde später als Held gefeiert, er habe weitere Tote verhindert, hiess es. 16 Menschen wurden bei den Attacken verletzt. Die Polizei tötete den Angreifer, der sich in einem Supermarkt verschanzt hatte.

Anschlagsserie erschütterte Frankreich

Der Anschlag reihte sich damals in eine Serie islamistischer Attacken in Frankreich. Vor allem die schweren Anschläge von Paris 2015 und Nizza 2016 hatten das Land schwer erschüttert.

Vor der Geiselnahme im kleinen Ort Trèbes brachte der Täter ein Auto in seine Gewalt und tötete einen der Insassen. Etwas später schoss er auf Bereitschaftspolizisten, die gerade vom Joggen zu ihrer Kaserne zurückkamen. Danach fuhr der Angreifer nach Trèbes, wo er im Supermarkt zwei Menschen erschoss und Geiseln nahm. Nach einer Verhandlung konnten die Geiseln im Austausch gegen den Polizisten gehen. Als im Supermarkt Schüsse fielen, schritt die Polizei ein.

Der Angreifer bezeichnete sich selbst als «Soldat» der Terrormiliz «Islamischer Staat» (IS) und rief bei seiner Attacke im Supermarkt zudem «Gott ist gross» auf Arabisch. Die Behörden hatten ihn zwischenzeitlich wegen mutmasslicher Radikalisierung im Visier gehabt. Während seiner Geiselnahme soll er die Freilassung islamistischer «Brüder» gefordert haben, hiess es damals.

(hah/sda/dpa)

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