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IS-Anhänger überfällt Supermarkt in Südfrankreich

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IS-Anhänger überfällt Supermarkt in Südfrankreich
quelle: ap/la depeche du midi
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Heldenpolizist der Geiselnahme in Frankreich tot ++ Freund des Täters verhaftet



Der Polizist, der bei der Geiselnahme in einem französischen Supermarkt eine Frau beschützt hatte, ist tot. Der Beamte hatte sich gegen eine Geisel eintauschen lassen und wurde dabei schwer verletzt. Der 45-Jährige erlag in der Nacht auf Samstag seinen Verletzungen, wie Innenminister Gérard Collomb am Samstagmorgen mitteilte. Damit erhöhte sich die Zahl der bei dem islamistischen Angriff in Südfrankreich am Freitag getöteten Menschen auf vier.

Ein Angreifer hatte am Freitag bei mehreren Attacken in der Region Carcassonne insgesamt drei Menschen erschossen, 16 weitere wurden verletzt. Zudem nahm er Geiseln in einem Supermarkt. Nach stundenlangem Drama erschossen Spezialkräfte der Polizei den Angreifer, der sich als «Soldat» der Terrormiliz «Islamischer Staat» («IS») bezeichnet hatte. Der «IS» hatte die Attacken anschliessend für sich reklamiert.

Ermittler untersuchen Hintergründe

Nach dem mutmasslichen islamistischen Anschlag in Südfrankreich untersuchen die Ermittler die Hintergründe. Es soll insbesondere aufgeklärt werden, ob der 25-jährige Angreifer Mitwisser oder Unterstützer hatte. Auch die Herkunft seiner Waffe solle untersucht werden, sagte Anti-Terror-Staatsanwalt Francois Molins am Freitagabend.

In der Nacht zum Samstag wurde ausserdem ein Freund des Täters in Polizeigewahrsam genommen. Es handle sich um einen Minderjährigen, der im Jahr 2000 geboren worden sei, hiess es aus Ermittlerkreisen. Bereits am Freitag hatten die Ermittler eine Frau aus dem Umfeld des Angreifers in Gewahrsam genommen. Nach Angaben des Anti-Terror-Staatsanwalts François Molins vom Freitagabend wollen die Ermittler unter anderem aufklären, ob der Täter Mitwisser oder Unterstützer hatte.

Über 20 Anschläge im 2017

Video: srf

Der mutmassliche Täter war den Behörden wegen Verstössen gegen das Waffen- und Drogenrecht bekannt. Staatsanwalt Molins sagte, er sei zudem wegen Verbindungen zur Salafisten-Szene ins Visier der Geheimdienste geraten. Es habe aber keine Anzeichen dafür gegeben, dass der 25-jährige Islamist zur Tat schreiten könnte.«Unser Land hat einen islamistischen Terroranschlag erlitten», sagte Staatspräsident Emmanuel Macron am Abend in Paris. Er versprach den Franzosen seine «absolute Entschlossenheit» für den Kampf gegen den Terrorismus.

Frankreich mehrfach Ziel von Anschlägen

Frankreich war in den vergangenen Jahren mehrfach Ziel islamistischer Anschläge. Vor allem die schweren Attacken von Paris 2015 und Nizza 2016 hatten das Land tief erschüttert – der neue Vorfall weckte auch Erinnerungen an die Geiselnahme in einem jüdischen Supermarkt in Paris vor gut drei Jahren. Staatsanwalt Molins und Präsident Macron sagten, die terroristische Bedrohung komme inzwischen vor allem von innen. «Das heisst, dass sie viele Personen haben, die sich selbst radikalisiert haben», sagte Macron beim EU-Gipfel in Brüssel vor Journalisten. Frankreich sei aber nicht mehr in einer Situation wie vor zwei oder drei Jahren, wo Anschläge vom irakisch-syrischen Kriegsgebiet aus gesteuert worden seien. Die Pariser Terroranschläge vom 13. November 2015 waren nach Darstellung der Ermittler von dort aus gelenkt worden. (kün/sda/apa/dpa)

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