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epa07076869 Zeljko Komsic, candidate for Presidency in Bosnia and Herzegovina, casts his vote in the country's general elections, in Sarajevo, Bosnia and Herzegovina, 07 October 2018. More than three million Bosnian citizens are expected to vote in the country's general elections. In the eighth elections in Bosnia, 72 political parties and 15 candidates for the three members of the Bosnian Presidency were registered.  EPA/FUAD FOCO

Zeljko Komsic wurde anstelle von Dragan Covic gwählt und wird die Kroaten im dreiköpfigen Staatspräsidium in Bosnien-Nerzegowina vertreten.  Bild: EPA/EPA

«Eine nie gesehene Krise»: Herzegowina-Kroaten erleiden Wahlschlappe in Bosnien



Die Wahl des dreiköpfigen Staatspräsidiums in Bosnien-Herzegowina hat den Kroaten in der Herzegowina eine schwere Niederlage beschert. Statt ihres jahrelangen Führers Dragan Covic wird der Kroate Zeljko Komsic ins höchste Amt des kleinen Balkanstaates einziehen.

Dies teilte die staatliche Wahlkommission am Montagmorgen in Sarajevo mit. Der Unterlegene kündigte an, jetzt sei «eine nie gesehene Krise» möglich. Schon im Wahlkampf hatte der Nationalist Covic angekündigt, im Falle einer Niederlage wolle seine Nation die politischen Gremien im ganzen Land lahmlegen.

Dragan Covic, presidential candidate of the Croatian Democratic Union of Bosnia and Herzegovina (HDZ), speaks during a political rally in Mostar, Bosnia, on Thursday, Oct. 4, 2018. Bosnia holds a general election this weekend that could cement ethnic divisions of the 1992-95 war as a pro-Russian nationalist bids for a top post and politicians cling to war-era rivalries rather than reform needed to pull the country out of the post-war limbo. (AP Photo/Amel Emric)

Dragan Covic freut sich gar nicht über das Wahlergebnis.  Bild: AP/AP

In Bosnien-Herzegowina machen die muslimischen Bosniaken rund die Hälfte der Bevölkerung aus. Die orthodoxen Serben stellen ein Drittel, die katholischen Kroaten als kleinstes Volk rund 15 Prozent. Im Staatspräsidium muss jeweils ein Vertreter aller drei Nationen vertreten sein.

Zwar hätten fast alle Landsleute für ihn gestimmt, begründete Covic seine Position. Doch hätten die Bosniaken den aus Sarajevo stammenden Kroaten Komsic durchgesetzt, der als moderat gilt. «Ihr könnt für die Kroaten nicht ihren Präsidenten wählen», sagte Covic mit Blick auf die Bosniaken.

Für bürgerlichen Staat

Für die Muslime wird Sefik Dzaferovic ins Präsidium einziehen, berichtete die Wahlkommission weiter. Er gehört der grössten muslimischen Partei SDA an. Die Serben sind danach in Zukunft mit ihrem langjährigen Führer Milorad Dodik vertreten. Während diese beiden Spitzenpolitiker für die Rechte ihres jeweiligen Volkes kämpfen, tritt der Sozialdemokrat Komsic für einen bürgerlichen Staat ein.

Sefik Dzaferovic, presidential candidate of Bosnian Muslim ruling part

Sefik Dzaferovic Bild: AP/AP

Für ihn steht der Einzelne im Mittelpunkt und nicht die Nation. Folgerichtig sagte er am Wahlabend: «Ich werde allen Bürgern dienen, auch wenn sie mich nicht gewählt haben».

Obwohl nur etwas mehr als die Hälfte der 3,4 Millionen Wähler an der Abstimmung teilgenommen hatte, dauerte es mehr als fünf Stunden nach Schliessung der Wahllokale, bis die Wahlkommission erste Ergebnisse mitteilte. Resultate für das ebenfalls gewählte Bundesparlament, die Parlamente der beiden fast selbstständigen Landesteile und ihre Präsidenten sollen erst im Laufe des Montags folgen, kündigte die Kommission an. (sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Neruda 08.10.2018 10:31
    Highlight Highlight "Herzegowina-Kroaten erleiden Wahlschlappe"
    Sorry, aber das stimmt doch einfach nicht. Der Nationalist Covic behauptet etwas und ihr übernimmts es ohne Kontrolle. Das ist erbärmlicher Journalismus. Zeigt doch mal die Statistiken, welche seine Behauptung unterstützen! Covic ist ein miserabler Verlierer, der nun täubelet und die Politik blockieren will. Wer weiss, vielleicht wurde er auch deswegen abgewählt. Weil er sich offensichtlich nicht eignet als Politiker.
  • Eksjugo 08.10.2018 09:54
    Highlight Highlight Komsic wurde von Bosniern und Herzegowinern gewählt.

    Dodik voj "Serben".

    Covic von "Kroaten".

    Dzaferovic von "Muslimen/Bosniaken".

    Komsic ist der einzig legitime bosnisch-herzegowinische Staatsvertreter, da alle anderen nur für ihre eigenen Ethnien und eigene Brieftasche schauen.
  • Rukfash 08.10.2018 09:47
    Highlight Highlight Ich sage euch etwas: In BiH wird sich die nächsten 50 Jahren gar nichts ändern ausser das die Menschen dort wegziehen richtung Westen. Weder Sezession eines der beiden Entitäten noch die Zerstörung des Gesamtstaates. Der Status Quo passt allen. Nur Schade finde ich das 90% der Bevölkerung motzen wie schlecht es Ihnen geht doch bei den Wahlen sieht man das knapp die hälfte gewählt hat.
  • Clife 08.10.2018 08:52
    Highlight Highlight Ich mag diese 3-köpfigen oder 7-köpfigen Präsidialsysteme im Grunde. Die können ein angemessenes Einteilen der Regierung in die jeweiligen Regionen gewährleisten. Drum mag ich eigentlich auch die Schweiz. Was ich aber nicht mag, ist, wenn man dazu noch irgendwelche unnötigen Kriterien (Mann/Frau/Alter/xxx-Grösse, wie viel entgegen kommt er in der Wirtschaft, um den Mittelstand bluten zu lassen und Pharma-Unternehmeb mehr Macht zu geben etc.) reinintepretieren muss. Soll einfach der/die beste gewinnen für die Region und gut ist doch...

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