International
Iran

Iran: Sonderkommission prüft Schicksal inhaftierter Demonstranten

epa06412625 (FILE) - Iranian students clash with riot police during an anti-government protests around the Tehran University in Tehran, Iran, 30 December 2017. Media reported on 01 January 2018 that t ...
Iranische Studenten bei Demonstrationen am 30. Dezember 2017.Bild: EPA/EPA

Iran: Sonderkommission prüft Schicksal inhaftierter Demonstranten

06.01.2018, 11:0506.01.2018, 11:05

Auf Verlangen der Reformfraktion im iranischen Parlament soll eine Sonderkommission das Schicksal der Demonstranten aufklären, die bei den jüngsten Protesten inhaftiert wurden. Dabei gehe es insbesondere auch um die festgenommenen Studenten, sagte ein Sprecher der Teheraner Universität laut der Nachrichtenagentur Isna am Samstag.

Es gibt immer noch keine offiziellen Angaben zur Anzahl der Personen, die seit vergangener Woche an Protesten gegen das Regierungssystem teilgenommen hatten und festgenommen worden waren. Die Rede ist von 1000 bis 1800 landesweit, unter ihnen fast 100 Studenten.

Wissenschaftsminister Mansur Gholami erklärte, dass ein Viertel der festgenommenen Studenten bereits freigelassen worden sei. Aber auch er nannte keine detaillierten Zahlen. Das Ministerium versuche, die Freilassung aller Studenten zu ermöglichen, sagte Gholami in einem Interview des Nachrichtenportals Etemaadonline am Samstag.

Warnung vor «gefährlichen» Entscheidungen

Ernsthafte Sorgen um die inhaftierten Demonstranten kamen auf, als beim Freitagsgebet in Teheran der Hardliner Ahmad Chatami sowie Regimeanhänger Höchststrafen gegen einige von ihnen gefordert hatten. Einigen Regimegegnern könnte daher sogar die Todesstrafe drohen.

Dies stiess auf heftige Kritik der Regierung von Präsident Hassan Ruhani und der Reformer im Parlament. «Vorsicht», warnte Ruhanis Berater Hamid Abutalebi. Einige Entscheidungen seien gefährlich und könnten später «nicht mehr so einfach repariert» werden. Auch die Abgeordnete Fatemeh Saeidi sah in den Forderungen beim Freitagsgebet «Anlass zur Sorge».

In den sozialen Medien liefen am Samstag Berichte über weitere landesweite Proteste in der Nacht zuvor. Die Meldungen und Videos - besonders was Datum und Orte angeht - können nicht unabhängig verifiziert werden.

In den klassischen Medien gab es weiterhin keine Berichte zu den regimekritischen Protesten. Augenzeugen bestätigten, dass während eines Fussballspiels in Täbris im Westiran die Fans im Stadion Parolen gegen das Regime gerufen haben. (kün/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Brigitte Bardot: Le Pen kommt zur Beerdigung – Macron bleibt fern
Die französische Rechtspopulistin Marine Le Pen wird an der Beerdigung von Brigitte Bardot teilnehmen. Ein anderer Staatsmann kommt dagegen nicht.
Die französische Rechtspopulistin und dreimalige Präsidentschaftkandidatin Marine Le Pen wird in der kommenden Woche an der Beerdigung der verstorbenen Film-Ikone Brigitte Bardot teilnehmen. Das teilte am Dienstag ein Mitglied des Teams der Fraktionschefin des Rassemblement National (RN) mit. Der französische Präsident Emmanuel Macron, der Bardot am Sonntag als «Legende» bezeichnet hatte, wird hingegen nicht bei der Beerdigung dabei sein, hiess es aus dem Elysée-Palast.
Zur Story