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Iran

Netanjahu warnt den Iran: «Fordern Sie uns nicht heraus!»

Israel's Prime Minister Benjamin Netanyahu, delivers a speech during the International Security Conference in Munich, Germany, Sunday, Feb. 18, 2018. (Sven Hoppe/dpa via AP)
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bei der Münchner Sicherheitskonferenz.Bild: AP/dpa

Netanjahu warnt den Iran: «Fordern Sie uns nicht heraus!» – dieser kontert mit «Zirkus!»

18.02.2018, 11:5118.02.2018, 14:33

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat den Iran mit scharfen Worten vor einer Eskalation im Nahen Osten gewarnt. «Fordern Sie uns nicht heraus!», sagt Netanjahu am Sonntag bei der Münchner Sicherheitskonferenz.

Er richtete seine Worte dabei direkt an den ebenfalls anwesenden iranischen Aussenminister Mohammed Dschawad Sarif. Netanjahu hielt dabei ein Metallteil hoch, das nach seinen Worten Teil einer Drohne war, die in den israelischen Luftraum eingedrungen war.

Israel hatte am vorvergangenen Samstag eine Serie von Angriffen in Syrien geflogen und dabei nach eigenen Angaben syrische und iranische Stellungen ins Visier genommen. Auslöser der Luftangriffe war nach Angaben Israels eine iranische Drohne, die von Syrien aus in den israelischen Luftraum eingedrungen sei. Zuvor war ein israelischer Kampfjet über Syrien beschossen worden und auf israelischem Territorium abgestürzt.

«Der Countdown hat schon begonnen.»
Benjamin Netanjahu

Israel werde es nicht zulassen, dass der Iran eine «dauerhafte militärische Präsenz in Syrien» aufbaut, sagte Netanjahu. «Wir werden es nicht zulassen, dass der Iran eine neue Terrorbasis aufbaut, die uns bedroht.»

Netanjahu warnte, Israel werde «wenn nötig» nicht nur die «Stellvertreter» des Iran bekämpfen, sondern «auch den Iran selbst angreifen». Teheran unterstützt in Syrien die schiitische Hisbollah-Miliz, die an der Seite von Präsident Baschar al-Assad kämpft.

Sarif bezeichnet Netanjahus Auftritt als «Zirkus»

Netanjahu warnte zudem erneut vor dem iranischen Atomprogramm. Trotz des internationalen Atomabkommens zu dessen Beschränkung sei der Iran «noch eine grosse Gefahr». Teheran arbeite weiter an der Entwicklung ballistischer Raketen. «Sobald dem Iran Atomwaffen zur Verfügung stehen, kann seine Aggression nicht mehr kontrolliert werden», sagte Netanjahu. Der «Countdown» habe schon «begonnen».

Zugleich habe die vom Iran ausgehende Gefahr einen «positiven Effekt», weil sie Israel und die arabischen Länder in der Region näher zusammengebracht habe, sagte Netanjahu. Vielleicht entstehe daraus sogar eine «grössere Chance» für einen Frieden mit den Palästinensern.

Als Reaktion hat der iranische Aussenminister Mohammed Dschawad Sarif den Auftritt Benjamin Netanjahus als «Zirkus» bezeichnet. Er verdiene keine Antwort, sagte Sarif am Sonntag. Er machte in seiner Rede Israel und die USA für die Konflikte im Nahen Osten verantwortlich. (viw/sda/dpa)

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2 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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ujay
18.02.2018 13:03registriert Mai 2016
Immer dieselben Ablenkungsmanöver von Politikern, wenn die Luft für sie dünn wird im eigenen Land. Nethnjahu, ein weiterer israelischer PM im Korruptionssumpf, der geht, wenn nötig, über Leichen.
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Sebastian Wendelspiess
18.02.2018 17:00registriert Juni 2017
Bibi und seine lustige Präsentationen. Mal hält er ne Zeuchnung hoch, gut gemacht Bibi, mal irgendwelche Teile. Soll uns dies von seinen Lügen mehr überzeugen? Damit macht er sich doch nur lächerlich.
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