International
Iran

Iran macht Drohung wahr und baut Uran-Anreicherung aus

FILE - The flag of the International Atomic Energy Agency flies in front of its headquarters during an IAEA Board of Governors meeting in Vienna, Austria, on Feb. 6, 2023. Diplomats say the U.N. nucle ...
Wie die IAEA mitteilte, hat der Iran zusätzliche leistungsstarke Zentrifugen zur Anreicherung von Uran in Betrieb genommen.Bild: keystone

Iran macht Drohung wahr und baut Uran-Anreicherung aus

14.06.2024, 12:35
Mehr «International»

Nach einer Resolution der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) gegen den Iran treibt Teheran den Ausbau seiner Uran-Anlagen deutlich voran.

Wie die IAEA in Wien mitteilte, hat der Iran zusätzliche leistungsstarke Zentrifugen zur Anreicherung von Uran in Betrieb genommen. Die Islamische Republik habe auch den Einbau von vielen weiteren leistungsstarken Zentrifugen angekündigt. Rund 350 dieser neuen Maschinen seien bereits in einer unterirdischen Anlage in Fordow aufgebaut worden, 350 weitere seien in Arbeit, hiess es in einem IAEA-Bericht.

Der Gouverneursrat der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) hatte vorige Woche in einer Resolution gefordert, dass Teheran nach jahrelangem Hinhalten endlich mit IAEA-Inspektoren kooperieren soll, um offene Fragen zu vermuteten geheimen Nuklear-Aktivitäten in der Vergangenheit zu klären. Deutschland, Frankreich und Grossbritannien drohten indirekt mit der Einschaltung des UN-Sicherheitsrates, falls der Iran keine Antworten liefern sollte. Irans Regierung hatte danach gedroht, dass die Resolution mit einer «verhältnismässigen, wirksamen und sofortigen Reaktion» beantwortet würde.

Washington warnt Teheran

Das US-Aussenministerium reagierte scharf auf die von der IAEA beschriebenen jüngsten iranischen Massnahmen. «Die Schritte, die in dem Bericht geschildert werden, untergraben weiter die Behauptung des Iran, dass sein Atomprogramm ausschliesslich friedlich sei», sagte Ministeriumssprecher Matthew Miller am Donnerstag. Die Vereinigten Staaten würden «entsprechend reagieren», sollte der Iran seine Ankündigungen umsetzen.

Offiziell reichert der Iran Uran nicht für Atomwaffen an. Das Land stellt jedoch beinahe waffentaugliches Material her, dessen Reinheitsgrad weit über den Anforderungen für Atombrennstoff oder wissenschaftliche Zwecke liegt. Der Iran hatte 2015 eingewilligt, sein Nuklearprogramm stark einzuschränken. Dafür versprachen westliche Staaten Sanktionsaufhebungen. Doch der damalige US-Präsident Donald Trump kündigte diesen Pakt bald auf. Der Iran fuhr daraufhin seine Uran-Anlagen wieder hoch. (sda/dpa/ome)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
1 Kommentar
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1
Einsturz von Autobahnbrücke in China: Mindestens zwölf Tote

Bei dem Einsturz einer Autobahnbrücke im Nordwesten Chinas sind mindestens zwölf Menschen ums Leben gekommen. Wie Chinas amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, stürzte die Brücke im Landkreis Zhashui in der Provinz Shaanxi bereits am Freitagabend ein. Als Ursache für das Unglück werden sturzflutartige Regenfälle vermutet.

Zur Story