DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Die Morandi-Brücke war von Rost befallen – Experten wussten davon



Die Spannseile der Ponte Morandi waren anscheinend stark von Rost befallen. Dies berichtet das italienische Magazin «L'Espresso». So zeigte eine Untersuchung, dass die Seile im Querschnitt zu 10-20 Prozent verrostet waren.

Dies wurde bereits in einem Prüfbericht am 1. Februar von sieben Ingenieuren einer technischen Kommission diskutiert, fünf davon vertraten den italienischen Staat, zwei weitere den Autobahnbetreiber Autostrade per l'Italia. 

A view of the Morandi highway bridge that collapsed in Genoa, northern Italy, Wednesday, Aug. 15, 2018. A large section of the bridge collapsed over an industrial area in the Italian city of Genova during a sudden and violent storm, leaving vehicles crushed in rubble below. (AP Photo/Antonio Calanni)

Die Brücke brach auf einer Länge von 100 bis 200 Metern ein. Bild: AP/AP

Nach der Untersuchung wurde allerdings nichts unternommen. Die Brücke wurde weder gesperrt noch entlastet. Es wurde schlicht eine Empfehlung abgegeben, die Spannseile zu gegebenem Zeitpunkt im Rahmen einer geplanten Sanierung zu verstärken. 

Wie die Ingenieure den Gesamtzustand der Brücke beurteilten, wird aus dem Bericht nicht deutlich. Es gibt keinen Vermerk dazu, dass Alarm geschlagen wurde oder ein baldiger Einsturz der Brücke zu befürchtet sei. Zwei der Ingenieure gehören nun zur Untersuchungskommission, die sich seit Freitag mit dem Brückeneinsturz befasst. Kontrollieren sich die Kontrollierten nun also selbst?

Es ist nicht das erste Mal, dass die Brücke bemängelt wurde. Bereits 1979 hatte Riccardo Morandi, der Ingenieur der Brücke, vor Korrosionsgefahr gewarnt. Er hatte damals erklärt, dass die Meeresluft und Abgase von einem Stahlwerk in der Nähe bereits zu einem «bekannten Verlust der chemischen Oberflächenresistenz des Betons» geführt hätten.

Dennoch sei die Konstruktionsweise der Brücke zuverlässig. «Früher oder später, vielleicht in ein paar Jahren, wird es nötig sein, eine Behandlung anzuwenden, die aus der Entfernung von allen Rostspuren besteht», zitiert ihn die «Zeit».

Das rund 50 Meter hohe Polcevera-Viadukt, auch Ponte Morandi genannt, ist am Dienstag vergangener Woche zusammengebrochen. Der Streckenabschnitt gehörte zur Hauptverkehrsader, die an die Riviera und nach Südfrankreich führt. Mindestens 38 Personen sind bei dem Unglück ums Leben gekommen. (doz)

Das Video vom massiven Brückeneinsturz in Genua

Video: watson

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Urteil gegen Ex-Polizist wegen Tötung George Floyds

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

«Schlimmer, als ich dachte»: George Clooney hilft nach Unwetter am Comer See

In der italienischen Provinz Como am Comer See sorgten starke Unwetter für Überschwemmungen und Erdrutsche. Dort hat auch George Clooney eine Villa. Nun hilft er den Menschen vor Ort.

George Clooney steht den im italienischen Ort Laglio lebenden Menschen zur Seite. Viele Provinzen im Norden Italiens haben gerade mit den Auswirkungen heftiger Unwetter zu kämpfen. So auch Laglio am Comer See, wo es zu Überflutungen und Erdrutschen kam. Der 60-jährige Hollywoodstar hat dort seinen Zweitwohnsitz und ist Ehrenbürger des Ortes. Nun zeigen ihn Bilder gemeinsam mit Ladenbesitzern oder Anwohnern, die mit Aufräumarbeiten beschäftigt sind, er packte wohl ebenfalls mit an. Auch …

Artikel lesen
Link zum Artikel