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Joe Biden: Mit seinem Rückzug rettet er sich und vielleicht die Welt

epa11490684 (FILE) - US President Joe Biden speaks during a press conference on the sidelines of the 75th Anniversary of the North Atlantic Treaty Organization (NATO) Summit at the Walter E. Washingto ...
Es ist vorbei: US-Präsident Joe Biden zieht sich definitiv zurück.Bild: keystone
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Joe Biden rettet seinen Ruf und vielleicht die Welt

Das Unvermeidliche ist eingetreten: US-Präsident Joe Biden verzichtet auf eine erneute Kandidatur. Jetzt haben die Demokraten wieder eine Chance, Donald Trump zu schlagen.
21.07.2024, 21:4225.07.2024, 10:17

Dieser Schritt muss ihm unendlich schwergefallen sein. Fast ein halbes Jahrhundert hatte Joseph R. Biden auf den Einzug ins Weisse Haus hingearbeitet. 2020 hatte er es endlich geschafft, und nun hätte er gerne noch etwas mehr Zeit dort verbracht. In den letzten Tagen aber wurde der Druck auf ihn so gross, dass er keine andere Wahl hatte als den Rückzug.

Immer mehr demokratische Politikerinnen und Politiker sowie gewichtige Parteispender hatten Biden eindringlich aufgefordert, das Rennen aufzugeben. Auch die Mehrheit der US-Bevölkerung wünschte in Umfragen den Verzicht des Präsidenten. Lange wollte er davon nichts wissen, auf die Druckversuche reagierte er mit Trotz und Verärgerung.

FILE - Vice President Kamala Harris embraces President Joe Biden after a speech on healthcare in Raleigh, N.C., March. 26, 2024. President Joe Biden dropped out of the 2024 race for the White House on ...
Joe Biden wünscht sich Vizepräsidentin Kamala Harris als Kandidatin.Bild: keystone

Jetzt hat er seinen Widerstand aufgegeben. Es ist die einzig richtige Entscheidung. Sein körperlicher und geistiger Zerfall war offensichtlich. Nie und nimmer hätte Joe Biden den strapaziösen Wahlkampf bis zum 5. November durchgestanden. Die Niederlage gegen Donald Trump war programmiert, erst recht nach dem Mordanschlag auf seinen Vorgänger.

Er war der Richtige

Bidens Rückzug kommt gerade noch rechtzeitig, damit die Demokraten eine Alternative aufgleisen können. Er selbst hat auf X klargemacht, dass er Vizepräsidentin Kamala Harris unterstützt. Und dass er bis zum 20. Januar 2025 im Amt bleiben will. Ein vorzeitiger Rücktritt, der Harris zur ersten US-Präsidentin gemacht hätte, kommt somit nicht infrage.

Mit seinem Verzicht auf eine erneute Kandidatur aber rettet Joe Biden seinen Ruf. Vor vier Jahren war er genau der Richtige, um die USA und die Welt vom Ungeist Donald Trumps zu erlösen. Zumindest innenpolitisch ist sein Leistungsausweis beachtlich. Er hat in einer Zeit tiefer politischer Polarisierung einige gewichtige Programme durch den Kongress gebracht.

Null Respekt und viel Hass

Unter ihm wurde die Reparatur der maroden US-Infrastruktur angepackt und die Rückkehr der Industrie, von der Trump immer nur geredet hat, eingeleitet. Das alles wäre auf dem Spiel gestanden, wenn er seine Kandidatur stur durchgezogen hätte. Und ein Comeback von Donald Trump hätte seine Erfolgsbilanz und seine Reputation nachhaltig ruiniert.

Nun haben die Demokraten wieder eine echte Chance, den «Halbgott» der Republikaner zu besiegen. Trumps «Läuterung» nach dem Nahtoderlebnis vor einer Woche war von sehr kurzer Dauer. Das zeigt seine Reaktion auf Bidens Rückzug, die null Respekt und viel Hass enthält. Trump bleibt Trump, und allein deshalb kann man ihn im November schlagen.

Noch ist offen, wie es genau weitergeht. Auch Joe Biden will sich erst im Laufe der Woche dem amerikanischen Volk erklären. Aber mit dem überfälligen Abgang rettet er nicht nur sich selbst, sondern vielleicht die USA und die Welt vor einem Absturz in finstere Gefilde. Deshalb: Vielen Dank, Mr. President, für die geleisteten Dienste. Und für Ihre Einsicht.

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Joe Biden will nicht mehr: Der amtierende US-Präsident zieht sich aus dem Rennen um die Präsidentschaft zurück.
quelle: keystone / christophe petit tesson
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Trump gelobte «Versöhnung» – und die Republikaner so
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