DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Afghan Nationals cross  into Afghanistan through the Pakistan- Afghanistan border at Chaman on Sunday 28 January 2007. Pakistan on Sunday handed over 49 Afghan nationals to Afghanistan. Pakistani law-enforcement agencies had arrested the persons from Turbat, Chaman and other areas of Balochistan for having entered into Pakistan without legal documents.  EPA/AKHTAR GULFAM

Rund 80'000 Afghanen sehen EU-weit mittlerweile ihrer Abschiebung entgegen – obwohl ihr Herkunftsland alles andere als sicher ist. (Symbolbild) Bild: EPA

Kommentar

Einfachere Ausschaffungen nach Afghanistan – ein notwendiger Drahtseilakt der EU

Remo Hess, Brüssel



Afghanistan als sicheres Herkunftsland zu bezeichnen, wäre ein Witz – wenn auch ein schlechter. Die Taliban waren seit der US-Invasion 2001 nie stärker als heute. Zusätzlich terrorisiert seit ungefähr zwei Jahren ein Ableger des «Islamischen Staats» die Bevölkerung. Die Zentralregierung in Kabul kann die Sicherheit ihrer 30 Millionen Bürger nicht gewährleisten.

Trotzdem hat die EU nun einen Deal auf den Weg gebracht, mit dem sie abgewiesene Asylbewerber zügig in das kriegsversehrte Land zurückbefördern kann. Denn für eine solche Lösung gibt es Bedarf: Seit August wird praktisch jedem zweiten Afghanen der Asylstatus verwehrt, wie Zahlen aus Deutschland zeigen. Rund 80'000 sehen EU-weit mittlerweile ihrer Abschiebung entgegen.

Doch wenn der EU das «non-Refoulement»-Prinzip etwas wert ist, dann dürften nicht allzu viele Afghanen zur Rückkehr gezwungen werden. Vielmehr offenbart die Afghanistan-Vereinbarung den grundsätzlichen Drahtseilakt, den die EU mit ihrer Strategie der Migrationspartnerschaften seit dem Flüchtlings-Deal mit der Türkei eingegangen ist. Die Gefahr besteht nicht nur darin, dass Brüssel zum Komplizen fragwürdiger Regimes wird, sondern dass die EU sich erpressbar macht.

Das Beispiel der kenianischen Regierung, die von der internationalen Gemeinschaft ultimativ Geld forderte, andernfalls sie Dadaab, das grösste Flüchtlingslager der Welt, schliessen werde, zeigt das ebenso wie die kruden Machtspiele des türkischen Präsidenten Erdogan. Dennoch kommt die EU nicht darum herum, sich mit den Herkunftsländern der Migranten und den Transitstaaten an einen Tisch zu setzen. (gin/aargauerzeitung.ch)

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Ab heute gelten neue Corona-Regeln

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Zehn Jahre nach dem Burkaverbot streitet Frankreich wieder um den Schleier

Eine Dekade nach dem Verbot der Vollverschleierung in Frankreichs Öffentlichkeit könnten Musliminnen in dem Land bald weitere Einschränkungen treffen. Der Senat als Oberhaus des französischen Parlaments hat unlängst für ein Kopftuchverbot bei Minderjährigen sowie Begleitpersonen auf Schulausflügen gestimmt. In Schwimmhallen soll zudem die Verschleierung in Form eines Burkinis untersagt werden. Endgültig ist diese Regelung aber noch nicht.

Frankreich begreift sich als laizistisches Land, in dem …

Artikel lesen
Link zum Artikel