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Die Wahlgewinner der AfD
Die Wahlgewinner der AfDBild: EPA/EPA
Liveticker

Frauke Petry zum Rücktritt aufgefordert ++ Merkel übernimmt Verantwortung

61,5 Millionen Wahlberechtigte wählen in Deutschland einen neuen Bundestag. Alles Wichtige in unserem Liveticker.
24.09.2017, 23:3906.07.2021, 16:48
  • CDU gewinnt Wahl, AfD drittstärkste Kraft
    CDU/CSU 32,9%, SPD 20,5%, AfD 12,6%, FDP 10,7%, Linke 9,2%, Grüne 8,9%. (Vorläufiges Endergebnis)
  • SPD geht in die Opposition: Die SPD fährt ihr historisch schlechtestes Ergebnis ein und will in die Opposition gehen.
  • Angela Merkel will Kanzlerin bleiben: Die CDU-Chefin sagte vor Anhängern in Berlin: «Wir haben den Auftrag, eine Regierung zu bilden.»
  • Eklat um AfD-Vorsitzende Frauke Petry: Die AfD- Vorsitzende will der Fraktion ihrer Partei im Bundestag nicht angehören und sorgt bei der AfD für ein innerparteiliches Beben.
  • Einzig mögliches Regierungsbündnis «Jamaika-Koalition»: Weil die SPD in die Opposition geht, hat nur ein Dreierbündnis aus CDU, FDP und Grünen eine Mehrheit im Bundestag. Ob eine Übereinkunft zwischen der drei Parteien zustande kommt, ist unklar.
  • Proteste gegen die AfD: In mehreren deutschen Städten gingen Menschen auf die Strasse, um ein Zeichen gegen die Rechtspopulisten zu setzen.

Liveticker: Bundestagswahl 2017

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22:54
Marine Le Pen unterstützt nach AfD-Eklat Frauke Petry
Mit Blick auf den Krach in der AfD (Alternative für Deutschland) hat die französische Rechtspopulistin Marine Le Pen Unterstützung für die weitgehend isolierte Parteichefin Frauke Petry bekundet. «Ich kenne ihren persönlichen Wert und ihre untadelige politische Linie», schrieb Le Pen am Montag auf ihrem offiziellen Twitter-Account.




«Ohne mich in die internen Debatten einzumischen, die die AfD erschüttern, mein Vertrauen geht natürlich an @FraukePetry», schrieb die Front-National-Chefin.

Petry hatte zuvor erklärt, sie wolle der Bundestagsfraktion ihrer Partei nicht angehören - Spitzenkandidatin Alice Weidel forderte daraufhin ihren Parteiaustritt.
18:43
Demonstration gegen AfD
In Bremen findet zurzeit eine Demonstration gegen den Rechtsruck statt. Bereits gestern kam es in Berlin zu lautstarken Protesten vor dem Lokal, wo die AfD ihren Wahlerfolg feierte.

18:03
Wenn Schüler hätten wählen dürfen
Hätten die Unter-18-Jährigen wählen dürfen, sähe die Welt grüner aus. So die Resultate von juniorwahl.de. Die AfD käme hingegen nur knapp über fünf Prozent.
16:42
Bei der FPD freuen sich nicht alle auf eine mögliche Jamaika-Koalition
Der Thüringer FDP-Chef Thomas Kemmerich scheint nicht sehr erfreut über die Aussicht, in der Rergierung mitzuarbeiten. Über eine mögliche Jamaika-Koalition meint er: «Um es im saloppen Politikjargon zu sagen: Wer sich mit dieser Bundeskanzlerin ins Bett legt, kommt darin um.»
15:33
Die Flüchtlingskrise wird Deutschland noch lange beschäftigen
Deutschland rückt nach rechts. Im neuen Bundestag ist die AfD mit mehr als 90 Abgeordneten vertreten. Das politische Klima wird rauer. Uneins sind sich die übrigen Parteien, wie sie auf die Herausforderung reagieren sollen.

Die AfD hat es eilig. Sobald sich der neue Bundestag konstituiert hat, will die rechtspopulistische Partei einen Untersuchungsausschuss zum Verhalten von Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Flüchtlingskrise beantragen. Damit wolle man die «Rechtsbrüche Merkels» im Zuge der Grenzöffnung für Syrien-Flüchtlinge 2015 aufklären, verkündete die AfD-Spitze am Montag.

Die Erfolgsaussichten der Bundestagsneulinge sind gering. Denn um einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss einzusetzen, bedarf es eines Viertels der Abgeordneten, die AfD alleine kommt aber nur auf gut ein Achtel.

Doch die Flüchtlingskrise dürfte Deutschland noch lange beschäftigen. Und das heikle Migrationsthema könnte auch die Bildung einer neuen Regierung in Deutschland erschweren.
epa06161683 German Chancellor Angela Merkel (L) talks with Nyima Jadama (R), a refugee from Gambia and student at the Non Governmental Organisation (NGO) 'Kiron', during a panel discussion in Berlin, Germany, 25 August 2017. German Chancellor Angela Merkel visited the office of 'Kiron', a social-startup organization that - according to their website - 'enables access to higher education and successful learning for refugees through digital solutions'.  EPA/CLEMENS BILAN
Bild: CLEMENS BILAN/EPA/KEYSTONE
15:22
Martin Schulz: «Die SPD wird in keine grosse Koalition eintreten»
epa06226283 Martin Schulz, the leader of the Social Democratic Party (SPD) and top candidate for Chancellor, during a press conference in Berlin, Germany, 25 September 2017, on the day after the Social Democrats suffered severe losses in the elections for a new federal parliament, the Bundestag.  EPA/FILIP SINGER
Bild: FILIP SINGER/EPA/KEYSTONE
Martin Schulz hat am Montag bekannt gegeben, dass auch nach dem Gesprächsangebot von Bundeskanzlerin Angela Merkel , seine Partei kein Regierungsbündnis mit der Union eingehen werde. «Die SPD wird in keine grosse Koalition eintreten».
14:48
Andrea Nahles soll neue SPD-Fraktionschefin werden
Die bisherige deutsche Arbeits- und Sozialministerin Andrea Nahles soll neue Fraktionsvorsitzende der SPD im Bundestag werden und Thomas Oppermann nachfolgen.
CORRECTS TO BOARD MEETING -Top candidate Martin Schulz, right, and Labor Minister Andrea Nahles attend a board meeting  of the German Social Democratic Party, SPD,  in Berlin, Monday, Sept. 25, 2017 after Sundays parliament elections. (Kay Nietfeld/dpa via AP)
Bild: AP/dpa
Er sei dankbar, dass sowohl das SPD-Präsidium als auch der Parteivorstand seinem entsprechenden Vorschlag gefolgt seien, sagte Parteichef Martin Schulz am Montag in Berlin. Deshalb werde er der Fraktion Nahles als neue Vorsitzende vorschlagen.
14:37
FDP-Chef Christian Lindner signalisierte Gesprächsbereitschaft
Christian Lindner, the leader and top candidate of the German Free Democratic Party, FDP,  attends the federal press conference in Berlin, Germany, Monday, Sept. 25, 2017, one day after the German parliament elections. (Bernd Von Jutrczenka/dpa via AP)
Bild: AP/dpa
FDP-Chef Christian Lindner hält den Eintritt seiner Partei in eine Jamaika-Koalition mit Union und Grünen nur bei einem spürbaren Politikwechsel in Deutschland für möglich. «Wir wollen die Richtung der Politik verändern», sagte Lindner am Montag in Berlin.

Wenn eine neue Regierung «nur mit anderen Farben» das gleiche wie die grosse Koalition mache, «wäre das ein Wählerbeschaffungsprogramm für Protestparteien». Union, SPD und Grüne seien in wesentlichen Punkten «ununterscheidbar» geworden und hätten die politische Mitte geräumt. Diese Lücke wolle die FDP als «Partei der vernünftigen Argumente» füllen.

Lindner signalisierte Gesprächsbereitschaft für eine Jamaika-Koalition. Die Liberalen seien «selbstverständlich bereit zur Übernahme von Verantwortung». Mögliche Gemeinsamkeiten mit den Grünen sieht er dabei bei der Reform des Bildungsföderalismus, der Frage bürgerlicher Freiheitsrechte und bei Investitionen in den Ausbau des Glasfasernetzes für schnelles Internet.

Erneut verwies der FDP-Vorsitzende allerdings auf die zehn «Trendwenden für Deutschland», die seine Partei als Messlatte für eine mögliche Regierungsbeteiligung formuliert hatte. «Es hat sich nichts geändert», sagte er. «Daran fühlen wir uns nach der Wahl auch gebunden.» Wenn die FDP keinen Richtungswechsel bewirken könne, dann werde die Partei Wählern eine «seriöse, bürgerliche, staatstragende Adresse auf der Oppositionsbank» geben.
(sda/afp)
14:12
Merkel gibt Auskunft
German Chancellor Angela Merkel speaks during a press conference after a board meeting of the Christian Democratic Union CDU in Berlin, Germany, Monday, Sept. 25, 2017, the day after the German parliament election. (AP Photo/Michael Sohn)
Bild: Michael Sohn/AP/KEYSTONE
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat persönlich Verantwortung für die politische Polarisierung in Deutschland übernommen.

Diese Entwicklung «ist auch mit mir verbunden als Person. Und zwar ganz offensichtlich», sagte die CDU-Vorsitzende am Montag nach Sitzungen der Führungsgremien ihrer Partei in Berlin vor dem Hintergrund ihrer umstrittenen Migrations- und Flüchtlingspolitik.

«Trotzdem halte ich die Grundentscheidungen, die getroffen wurden, und für die ich natürlich in ganz besonderer Weise verantwortlich bin (...) für richtig», betonte die Kanzlerin zu ihrer Entscheidung von 2015, Flüchtlinge und Migranten nach Deutschland zu lassen.

Die deutsche Regierung habe in der Flüchtlings- und Migrationspolitik eine grosse Entwicklung gemacht, zugleich aber noch viel Arbeit vor sich, sagte Merkel. Auf die Frage, wie sie dem Hass und der Wut von Menschen, die ihr bei Wahlkampfveranstaltungen entgegengeschlagen sei, begegnen wolle, sagte Merkel, die CDU werde diesen Menschen «trotzdem ein Angebot machen».

Die Antwort müsse sein, gerade auf jene Menschen zuzugehen und das Gespräch zu suchen. Sie müsse aber zur Kenntnis nehmen, dass es einige gebe, die gar nicht zuhören wollten. Auch das gehöre aber zur Demokratie.

Nach den schweren Verlusten von CDU und CSU zeichnen sich in der CDU/CSU Konflikte darüber ab, wie die zur AfD abgewanderten Wähler zurückzugewinnen sind.
14:01
Alice Weidel fordert Frauke Petry zum Rücktritt auf
epa06225528 Alice Weidel (R), co-top candidate for the general elections of the German right-wing populist party 'Alternative for Germany' (AfD), leaves a news conference in Berlin, Germany, 25 September 2017. The right-wing populist AfD party became the third strongest party in the next German federal parliament, the Bundestag, following the 24 September general elections.  EPA/THORSTEN WAGNER
Bild: THORSTEN WAGNER/EPA/KEYSTONE
AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel hat Frauke Petry aufgefordert, die AfD zu verlassen. Weidel sagte am Montag in Berlin: «Nach dem jüngsten Eklat von Frauke Petry, der an Verantwortungslosigkeit kaum zu überbieten war, fordere ich sie hiermit auf, ihren Sprecherposten niederzulegen und die Partei zu verlassen, um nicht weiteren Schaden zu verursachen.»

Auch der AfD-Fraktionsvorsitzende im Landtag von Sachsen-Anhalt, André Poggenburg, hat Petry aufgefordert, die Partei zu verlassen: «Ich bitte sie, ihren Schritt konsequent durchzuziehen und die Partei auch zu verlassen.»
13:35
Weitere Abgänge bei der AfD
Nach dem Paukenschlag von Frauke Petry, verlassen auch noch vier AfD-Landtagsabgeordnete in Mecklenburg-Vorpommern ihre eigene Fraktion. Ein Sprecher der Gruppe sagte, dass die AfD-Fraktion seit langem zerrüttet sei. Im Bundestagswahlkampf habe man loyal zu Fraktionschef Leif-Erik Holm gestanden, nun sei es jedoch Zeit, die Konsequenzen aus den politische Differenzen zu ziehen.
13:09
Für ein Jamaika-Bündnis gibt es hohe inhaltliche Hürden
Sollte die SPD bei ihrem Nein zu einer Regierungsbeteiligung bleiben, ist ein Jamaika-Bündnis aus CDU, CSU, FDP und Grünen die einzige realistische Option. Allerdings wären dafür grosse Hürden zu überwinden, denn die inhaltlichen Positionen liegen teilweise weit auseinander.
11:36
Seehofer stellt die Fraktionsgemeinschaft mit der CDU zur Debatte und dann doch wieder nicht
epa06224449 Horst Seehofer, Bavarian Prime Minister and chairman of the German Christian Social Union (CSU) party, reacts to the first prognosis of German federal election at the CSU election event in Munich, Germany, 24 September 2017. According to federal election commissioner more than 61 million people were eligible to vote in the elections for a new federal parliament, the Bundestag, in Germany.  EPA/PHILIPP GUELLAND
Bild: PHILIPP GUELLAND/EPA/KEYSTONE
Die bayerische CSU hält an der Fraktionsgemeinschaft mit der CDU im Bundestag fest. Das hat der Parteivorstand am Montag ohne Gegenstimme beschlossen, wie die Nachrichtenagentur dpa am Montag aus Teilnehmerkreisen in München erfuhr.

Parteichef Horst Seehofer hatte in der Sitzung betont, er halte es nicht für den richtigen Weg, die Fraktionsgemeinschaft aufzukündigen.

Zugleich legte sich die CSU-Spitze darauf fest, erst in Sondierungsgespräche mit möglichen Koalitionspartnern einzutreten, wenn der künftige Kurs der Union mit der Schwesterpartei CDU geklärt ist. Die zentralen politischen Punkte müssten geklärt werden, bevor man in eine Sondierung mit anderen eintrete, hiess es. Dabei gehe es aber um viel mehr als die CSU-Forderung nach einer Obergrenze für Flüchtlinge.

Die Fraktionsgemeinschaft aus CDU und CSU muss zu Beginn jeder Legislaturperiode bestätigt werden. Die Union hat bei der Bundestagswahl schwere Verluste hinnehmen müssen, ist aber weiterhin stärkste Kraft. Vor allem die CSU büsste in Bayern dramatisch ein. Sie tritt nur in Bayern an, die CDU nur in den übrigen 15 Bundesländern. (sda/dpa)
11:18
«Die Partei» erreicht in Kreuzberg sechs Prozent

«Wahlsiegparty» hatte die Satirepartei «Die Partei» ihre Veranstaltung getauft. Die Partei um Ex-Titanic-Chefredakteur Martin Sonnebor hat die Wahl zwar nicht gewonnen, kann sich aber mit dem Resultat äusserst zufrieden geben. Im Berliner Trendbezirk Kreuzberg erreichte «Die Partei» beachtliche sechs Prozent.
11:02
Frauenanteil sinkt
Im Bundestag sind die Frauen weiterhin in der Unterzahl. Den grössten Anteil stellen die grünen, 58 Prozent ihrer Abgeordneten sind weiblich.
10:33
Martin Schulz: «Das war ein toller Wahlkampf»
Martin Schulz spricht im Willi-Brandt-Haus der SPD und erntet grossen Applaus.
«Das war ein toller Wahlkampf», sagt der gescheiterte SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz. Der Anspruch der SPD sei es nun, «eine starke Opposition zu sein und aus der Rolle heraus die Zukunft dieses Landes zu gestalten.»
epa06225527 Martin Schulz, leader of the Social Democratic Party (SPD) and top candidate for Chancellor, speaks during a news conference in Berlin, Germany, 25 September 2017, on the day after the Social Democrats suffered severe losses in the elections for a new federal parliament, the Bundestag, in Germany.  EPA/RONALD WITTEK
Bild: RONALD WITTEK/EPA/KEYSTONE
10:27
Petry gibt Statement ab
9:48
Frauke Petry als Einzelabgeordnete im Bundestag
Nach der Saal-Flucht erklärt Frauke Petry den wartenden Reportern: «Ich werde zunächst als Einzelabgeordnete im Bundestag sitzen.» Auf die Frage, ob sie Parteichefin bleibe, antwortete sie, dass sie die nächsten Tage abwarten werde. Ihr Ziel sei es, dass sich die vernünftigen AfD-Ideen durchsetzen.
9:25
Petry wird AfD-Fraktion im Bundestag nicht angehören
Die deutsche AfD-Vorsitzende Frauke Petry will der Fraktion ihrer Partei im Bundestag nicht angehören. Das sagte sie am Montag und verliess eine gemeinsame Pressekonferenz mit den Spitzenkandidaten Alice Weidel und Alexander Gauland.
Frauke Petry, co-chairwoman of the AfD, right, stands with, from left, Joerg Meuthen, co-chairman, and top candidates Alexander Gauland and Alice Weidel, from left, prior to a press conference of the Alternative for Germany, AfD, in Berlin, Germany, Monday, Sept. 25, 2017, the day after the nationalist party was elected first time into the German parliament. Petry declared later that she won't be part of the party's faction and left the press conference after the statement. (AP Photo/Michael Sohn)
Bild: Michael Sohn/AP/KEYSTONE
Damit sind die seit langem schwelenden innerparteilichen Konflikte in der AfD unmittelbar nach ihrem Wahlerfolg dramatisch eskaliert.

Der Co-Vorsitzender Jörg Meuthen attackierte Petry heftig. Dass sie sich zuletzt in öffentlichen Äusserungen wiederholt von den beiden Spitzenkandidaten distanziert habe, sei «wenig hilfreich» gewesen und «nicht hinnehmbar», sagte er am Montag in Berlin.

Nach ihrer Rede verlässt Petry den Raum sofort. Der Pressesprecher kritisierte das Verhalten ausdrücklich. Er will sie noch zurückholen: «Das ist unfair den Journalisten gegenüber». Petry dreht sich noch einmal um, hat allerdings kein Verständnis und geht hinaus.
8:56
Verteilung der AfD-Stimmen
Dieser Tweet zeigt die Verteilung ausländischer Einwohner in Deutschland (linkes Bild). Die rechte Karte zeigt, wo die Hochburgen der AfD liegen.
8:42
Wie schnell steht eine Regierung?
FILE - This Oct. 22, 2013 file photo shows a general view of the German Federal Parliament, Bundestag in Berlin, Germany. German voters will elect their new parliament on Sunday, Sept. 24, 2017, but don’t expect a new government to be in place next week. With the seats expected to be spread across up to six caucuses, there’s very little chance of anyone winning a majority to govern alone. (AP Photo/Michael Sohn, file)
Bild: Michael Sohn/AP/KEYSTONE
Die Regierungsbildung in Deutschland wird nach dieser Wahl wohl besonders schwierig und auch langwierig. Vor vier Jahren wurde das schwarz-rote Kabinett 86 Tage nach der Bundestagswahl vereidigt. Damit dauerte die Regierungsbildung so lange wie nie zuvor. Seit 1990 vergingen im Schnitt fast 46 Tage von der Wahl bis zum Eid.

Schon bei den Verhandlungen über die grosse Koalition 2005 wurde dieser Rahmen mit 65 Tagen deutlich überschritten. Noch länger mit 73 Tagen brauchte 1976 die zweite SPD/FDP-Regierung von Helmut Schmidt (SPD).

Dagegen dauerte es 2009 nur 31 Tage, bis das schwarz-gelbe Kabinett von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vereidigt werden konnte. 1969 und 1983 vergingen gerade mal 24 Tage zwischen Wahl und Vereidigung. Die sozial-liberale Koalition von Willy Brandt (SPD) war 1969 ebenso rasch vereinbart wie 1983 das schwarz-gelbe Bündnis unter Helmut Kohl (CDU). (sda/dpa)
8:15
Sitzordnung bereitet Probleme
Nach dem Wahlsonntag ist im Bundestag das grosse Stühlerücken angesagt. Unter der Kuppel des Reichstagsgebäudes wird umgebaut. Bevor aber die Handwerker anrücken, müssen die künftig sechs Fraktionen auch manch heikle Fragen noch untereinander klären.

Exakt 709 Abgeordnete werden dem neuen Bundestag angehören. Das ist der grösste Bundestag in der Geschichte der Bundesrepublik. Der bisherige Rekord lag bei 672 Mandaten im Jahr 1994. Zuletzt waren es 631 Abgeordnete. Für Kritiker ist fraglich, ob das Volk nun besser repräsentiert wird. Teurer werde es allemal, aber nicht unbedingt effizienter.

Warum erhöht sich die Zahl der Abgeordneten?

Dies ist Folge des Wahlrechts von 2013 - durch Überhang- und Ausgleichsmandate. Überhangmandate entstehen, wenn eine Partei in einem Bundesland mehr Direktmandate erringt als ihr nach ihrem Zweitstimmen-Anteil eigentlich zustehen. Diese ungleiche Chancenverteilung wird durch Ausgleichsmandate kompensiert. Das Problem war bekannt, eine Wahlrechtsreform aber scheiterte.
7:52
Frauke Petry distanziert sich von Alexander Gauland.
Frauke Petry distanziert sich von ihrem Spitzenkandidaten Alexander Gauland. Der hatte in einer Fernsehsendung am Wahlabend erklärt, dass es nicht die Aufgabe der AfD sei, konstruktive Politik in der Opposition zu betreiben. Man habe sehr wohl vielfältige Ideen, sagte sie im «ZDF-Morgenmagazin».
Auch Aussagen Gaulands wie: «Wir werden Merkel jagen», oder «Wir holen uns unser Land zurück» unterstützt sie nicht. «Wir dürfen die Wähler nicht weiter zerreisen», ergänzte sie. Sie wolle diese Diskussionen offen führen. Zudem kündigte sie für den Montagmorgen Gespräche und eine Pressekonferenz in der AfD an.
7:31
Rechtspopulistin Marine Le Pen gratuliert der AfD
Die französische Rechtspopulistin Marine Le Pen gratuliert der AfD zu ihrem «historischen Wahlergebnis». Auf Twitter schreibt sie: «Das ist ein neues Symbol des Erwachens der europäischen Völker.»
07:12
Vorläufiges Endergebnis
06:28
SPD sträubt sich weiter gegen Koalitionsbeteiligung
Die SPD wird nach ihrem Fiasko bei der Bundestagswahl gedrängt, ihre Absage an jegliche Koalitionsbeteiligung zu überdenken. Die Partei sträubt sich aber.

«Wenn Jamaika-Sondierungen kein Ergebnis bringen, das ist ja durchaus auch möglich, dann muss die SPD bereitstehen», sagte die Grünen-Vorsitzende Simone Peter der Nachrichtenagentur dpa. Angesichts der Differenzen zwischen FDP und Grünen wird nicht ausgeschlossen, dass ein Dreierbündnis mit der Union nicht zustande kommt. Es könne nicht sein, dann vorschnell über Neuwahlen zu reden, erklärte Peter. «Die SPD ist gefordert, hier im demokratischen Gefüge mit allen anderen zu überlegen, wie kann es weitergehen.»

Die SPD-Vizevorsitzende Manuela Schwesig verteidigte die Absage ihrer Partei und wies auf die Notwendigkeit einer starken Opposition jenseits der AfD hin. «Diese starke AfD, das ist so, wird nicht nur den Deutschen Bundestag, sondern auch unser Land verändern», sagte sie in der ARD-Sendung «Anne Will». «Und deshalb braucht es eine lebendige Opposition. Und da übernehmen wir als stärkste Oppositionskraft diese Rolle und überlassen sie eben nicht der AfD.»
05:23
So kommentieren die Schweizer Zeitungen die Bundestagswahl
Neue Zürcher Zeitung
«Merkel und Deutschland und Erfolg, das ist fast eins. Und so erstaunt nicht, dass die Mehrheit der Wähler das Experiment eines neuen Bundeskanzlers nicht wagen wollte. Politische Stabilität, Haushaltüberschüsse, rekordhohe Beschäftigung, geringe Arbeitslosigkeit, Lohnerhöhungen, sozialer Frieden, hohe Umweltstandards lauten die Stichworte, die den Ausschlag dafür gaben. (...) Zufrieden kann die Kanzlerin mit dem Wahlergebnis aber nicht sein. Die starken Verluste der Union sowie des Koalitionspartners SPD sind ein klares Signal, dass Merkels grosskoalitionärer Politikstil an seine Grenzen gestossen ist.»

Blick
«Der Ausgang der Bundestagswahl ist ein politisches Erdbeben für Deutschland. Die Regierung erhielt ein mieses Zeugnis, die sozialdemokratischen Koalitionspartner gar ein vernichtendes. Jetzt will die SPD, wie umgehend angekündigt, raus aus dem Boot mit Merkel, ab ins Schäm-di-Eggli und sich von dort aus wieder aufraffen. Wie auch immer die künftige Regierung aussehen wird, klar ist: Merkel führt sie weiterhin an. Und mit der bleiernen Kuscheligkeit ist es vorbei.»

Tages-Anzeiger / «Bund»
«Die rechte Protestpartei Alternative für Deutschland (AfD) zieht mit Getöse in den Bundestag ein - und doch ist die wichtigste Botschaft der deutschen Parlamentswahl eine andere: Angela Merkel wird Kanzlerin bleiben. (...) Dieses Ergebnis verstand sich keineswegs von selbst. Viele wähnten Merkels Kanzlerschaft schon am Ende, als sie 2015/16 Hunderttausende von Kriegsflüchtlingen ins Land liess. Ihr humanitärer Akt spaltete das Land, aber gestürzt ist sie darüber nicht - auch weil sie ihre Politik seither korrigiert hat.»

Luzerner Zeitung / St. Galler Tagblatt:
«Das gestrige Resultat ist auch ein Dämpfer für die seit 12 Jahren amtierende Angela Merkel. Die von ihr geführte Union musste empfindliche Verluste hinnehmen, ihr Koalitionspartner SPD erreichte gar einen historischen Tiefpunkt. Merkel wird weiterregieren, das war schon vor den Wahlen so gut wie sicher. Doch ihre Regierung, die grosse Koalition, wurde gestern abgewählt.»

Nordwestschweiz:
«Franz Josef Strauss dürfte sich im Grab umdrehen. 'Rechts von der Union darf es keine demokratisch legitimierte Partei geben', hatte der bayerischen Ministerpräsident und Übervater der CSU gepredigt. Jetzt sitzt mit der AfD eine klar rechts von CDU und CSU positionierte Partei sogar im Bundestag. Und zwar mit einem zweistelligen Ergebnis, das weit über der 10-Prozent-Marke liegt. Das ist nicht nur eine Zäsur, sondern ein politisches Erdbeben. Zumal die 'grossen' Volksparteien so schwach wie nie abschnitten.»
04:03
Jetzt ist die Schlappe für die Koalition offiziell
Die Union hat die Bundestagswahl in Deutschland am Sonntag gewonnen. CDU und CSU blieben nach dem vorläufigen Endergebnis trotz deutlicher Verluste von über acht Punkten mit 33,0 Prozent stärkste Kraft vor der SPD.

Die Sozialdemokraten fuhren mit 20,5 Prozent nach 25,7 Prozent ihr schlechtestes Ergebnis bei einer Bundestagswahl ein. Drittstärkste Kraft wurde die rechtspopulistische AfD, die mit 12,6 (2013: 4,7) Prozent erstmals in den Bundestag einzieht. Die FDP schaffte nach vierjähriger Abstinenz mit 10,7 (4,8) Prozent klar den Einzug in das Parlament. Sowohl die Linkspartei mit 9,2 (8,6) Prozent als auch die Grünen mit 8,9 (8,4) Prozent konnten sich gegenüber 2013 leicht verbessern.

Die Wahlbeteiligung lag mit 76,2 Prozent höher als 2013 mit 71,5 Prozent. Rund 61,5 Millionen Deutsche waren am Sonntag aufgerufen, einen neuen Bundestag zu wählen. (sda/reu)
01:20
Félicitations! Macron gratuliert Merkel zum Sieg
Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron hat Angela Merkel zu ihrem Wahlsieg gratuliert. Er habe mit der Kanzlerin am Sonntagabend telefoniert, um ihre seine Glückwünsche auszurichten, schrieb Macron auf Twitter.

«Wir setzen mit Entschlossenheit unsere wesentliche Zusammenarbeit für Europa und unsere Länder fort», erklärte Macron.

00:17
Frauke Petry holt Direktmandat
Die AfD-Co-Vorsitzende Frauke Petry gewinnt das Direktmandat im Wahlkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Sie setzte sich mit 37,4 Prozent der Erststimmen klar gegen den bisherigen CDU-Abgeordneten Klaus Brähmig durch, der 28,8 Prozent erhielt.

Auch nach Zweitstimmen liegt die AfD im Wahlkreis mit 35,5 Prozent vorn.
Party co-chairwoman Frauke Petry, arrives for the election party of the nationalist 'Alternative for Germany', AfD, in Berlin, Germany, Sunday, Sept. 24, 2017, after the polling stations for the German parliament elections had been closed. (AP Photo/Martin Meissner)
Bild: Martin Meissner/AP/KEYSTONE
23:58
Stimmenauszählung in Berlin verzögert sich
Wegen technischer Probleme erfahren die meisten Berliner das Ergebnis ihrer Wahlkreise und den Ausgang des Volksentscheids erst spät in der Nacht zum Montag.

Das IT-Dienstleisterzentrum habe die einzelnen Auszählungsergebnisse über Stunden nicht erfassen können, sagte Berlins stellvertretende Landeswahlleiterin Ulrike Rockmann am späten Sonntagabend im Rundfunk Berlin-Brandenburg. Das System sei «nicht voll belastbar», weshalb könnten die Verzögerungen auch nicht aufgeholt werden könnten.
23:37
So kommentiert die Presse den Wahlausgang
«Süddeutsche Zeitung» (München): «Der Einzug der AfD als drittstärkste Kraft in den Bundestag ist ein historischer Rückschritt für die deutsche Gesellschaft: Bitter für die demokratische Kultur; ein Schlag gegen den Artikel 1 Grundgesetz, der die Würde aller Menschen schützt, auch der Flüchtlinge. Gewiss: Die grosse Mehrheit der Wähler steht anderswo, hat nicht AfD gewählt. Gleichwohl sind die vielen AfD-Stimmen eine Niederlage für die Zivilität des Gemeinwesens.»

«Tagesspiegel» (Berlin): «Die Union dürfte nach rechts rücken, um die AfD nicht noch stärker werden zu lassen, die FDP ist es bereits. Da bieten sich neue Räume für die Sozialdemokratie an. Gleichzeitig kann sie sich überlegen, ob sie mit der Linken und den Grünen einen mehrheitsfähigen Gegenentwurf zur nächsten Regierung aufstellt. Da würde die SPD dann in eine neue Rolle schlüpfen: in die der Anführerin. Das sollte eine reizende Herausforderung sein.»

«Frankfurter Rundschau»: Ob berechtigte Unzufriedenheit, überbordende Ängste oder dumpfe Ressentiments zu diesem Wählervotum geführt haben, spielt für das Ergebnis (der AfD, Anm. d. Red.) keine Rolle. Für die politischen Aufgaben, die nun anstehen, umso mehr. Wie kommen wir zu einem Gesellschaftsentwurf, der nicht Massen von Frustrierten, Abgehängten und Wütenden produziert? Die dann Rassisten und Geschichtsklitterern hinterherlaufen. Dabei ist die grosse Mehrheit hierzulande mit ihren Zukunftswünschen viel aufgeklärter, als das hypnotische Starren auf den rechten Rand vermuten lässt. Die meisten Wählerinnen und Wähler wollen zum Beispiel nicht weniger, sondern tatsächlich mehr. Und obwohl es alle Wahlkämpfer angstvoll vermieden haben, offensiv für Europa zu werben, ist im Wahlvolk eine ablehnende EU-Haltung nicht auszumachen.

«Stuttgarter Zeitung»: «Während die Union trotz erheblicher Stimmenverluste immer noch achtbar abgeschnitten hat, stellt sich bei der SPD nach dem Ergebnis vom Sonntag wie schon nach den letzten beiden Wahlen die Frage, warum die Partei trotz eines achtbaren Kandidaten so schlecht abgeschnitten hat. Doch die Schwäche der SPD ist keine Personalfrage. Die Schwäche der SPD liegt darin, dass sie - zumal als Juniorpartner in einer grossen Koalition - keinen glaubwürdigen Gegenentwurf zur CDU bieten kann. Die Sozialdemokraten brauchen nun keine Personaldebatten - selbst wenn sie sicherlich folgen werden. Erforderlich ist eine programmatische Neuorientierung - in der Opposition.» (sda/apa/afp)
23:35
Proteste in mehreren Städten
Der Einzug der rechtspopulistischen Partei AfD in den Bundestag hat hunderte Menschen auf die Strasse gebracht. In Berlin, Frankfurt und Köln demonstrierten sie weitgehend friedlich gegen die Partei.

Vor dem Gebäude der AfD-Wahlparty am Alexanderplatz in Berlin versammelten sich rund 1000 Menschen. Sie versuchten mit lauten Pfiffen die Veranstaltung zu stören und riefen Parolen wie «Haut ab, haut ab» und «AfD Rassistenpack».

Trotz eines Flaschenwurfs wurde die Lage von der Polizei insgesamt als eher friedlich eingeschätzt. Eine Frau sei nach einem Eierwurf in Gewahrsam genommen worden, sagte ein Sprecher.

Auch in Köln, Hamburg und Frankfurt kamen Menschen zu Anti-AfD-Kundgebungen zusammen. In Frankfurt zogen nach Angaben der Polizei rund 800 Menschen durch die Innenstadt. In Köln waren es 400 Anti-AfD-Demonstranten, die einen angemeldeten Protestzug durch die Innenstadt veranstalteten. Ebensoviele Demonstranten waren es in Hamburg. (sda/dpa)
23:03
In Sachsen liegt die AfD auf Platz 1
22:59
Frauke Petry holt Direktmandat
Die AfD-Co-Vorsitzende gewinnt ihren Wahlkreis im Sachsen. Sie holt am meisten Erststimmen.
22:35
AfD könnte vier Direktmandate holen
22:28
AfD in Sachsen derzeit stärkste Partei
22:04
Gauland: «Haben keinen Auftrag zur konstruktiven Mitarbeit»
In der Talkshow «Anne Will» in der ARD sagt AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland, seine Partei habe momentan nicht die Aufgabe, konstruktive Ideen zur Zukunft Deutschlands beizusteuern.
21:41
Frauke Petry auf dem Weg zum Direktmandat
Frauke Petry  of Alternative for Germany party, AfD,  arrives at the AfD election party in Berlin, Germany, Sunday, Sept. 24,  2017. The anti-migrant AfD party won about 13 percent of the vote in Sunday's election, meaning it will enter Germany's parliament for the first time.  (Bernd Von Jutrczenka/dpa via AP)
Bild: AP/dpa
In Sachsen führt die AfD derzeit in drei Wahlkreisen bei den Erststimmen. Wer in einem Wahlkreis bei den sogenannten Erststimmen auf Rang 1 liegt, holt sich das Direktmandat. Im Wahlkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge liegt die Co-Vorsitzende der AfD, Frauke Petry, nach Auszählung von 26 von 36 Gemeinden fast 10 Prozent vor dem zweitplatzierten CDU-Kandidaten.
21:32
Anti-AfD-Demo in Berlin im vollen Gang
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21:25 Verliert Innenminister de Mazière seinen Wahlkreis?
von Christoph Bernet
German Interior Minister Thomas de Maziere watches from the podium at the general party conference of the Christian Democratic Union, CDU, in Essen, Germany, Wednesday, Dec. 7, 2016. (AP Photo/Martin Meissner)
Bild: Martin Meissner/AP/KEYSTONE
Innenminister Thomas de Mazière (CDU) liegt in seinem Wahlkreis Meissen im Bundesland Sachsen nach 8 von 19 ausgezählten Stimmbezirken hinter dem AfD-Kandidaten Carsten Hütter.
21:19
Merkel gibt sich entspannt
Seit 12 Jahren regiert Angela Merkel als Bundeskanzlerin. Sie lässt sich auch von einer turbulenten «Elefantenrunde» nicht aus dem Konzept bringen und zeigt sich optimistisch, was die Bildung einer neuen Regierung angeht.
21:10
Merkel lässt AfD-Chef Meuthen gekonnt in den Hammer laufen


In der Elefantenrunde von ZDF und ARD setzt AfD-Parteichef Jörg Meuthen (laut dem es gar keine Fremdenfeindlichkeit gibt in der AfD) zu fremdenfeindlichen Parolen an und behauptet, es gebe in gewissen deutschen Innenstädten noch «vereinzelt Deutsche». Die Antwort von Angela Merkel ist ein verbaler K.O.-Schlag für Meuthen: «Ich weiss nicht, was sie sehen, denn ich kann auf der Strasse Menschen mit Migrationshintergrund, die die deutsche Staatsbürger haben und solche, die die deutsche Staatsbürgerschaft nicht haben, nicht unterscheiden.»
20:51
AfD-Sprecher Meuthen macht in Elefanten-Runde auf Sean Spicer und kriegt aufs Dach
Der AfD-Parteivorsitzende Jörg Meuthen behauptet in der Elefantenrunde, dass es in der AfD weder völkische noch rechtsextreme Strömungen gebe. Das ist etwa so wahr, wie irgendeine Behauptung von Donald Trumps Ex-Presseprecher Sean Spicer. Die Reaktionen der anderen Gesprächsteilnehmer fallen relativ harsch aus, insbesondere nachdem er auch noch den Stolz Mitterands auf die Leistungen der französischen Armee mit dem Stolz Gaulands «auf die Leistungen deutscher Soldaten in zwei Weltkriegen» vergleicht.

Des weiteren behauptet Meuthen, dass insbesondere Wähler mit Migrationshintergrund AfD gewählt hätten und diese auch den Hauptharst der AfD-Wähler ausmachen. Diese Aussage bleibt unwidersprochen, ist aber natürlich nicht wahr. Die höchsten Wähleranteile hat die AfD unter männlichen Wählern in im Osten Deutschland erzielt.

20:37
Merkel von Kamera ertappt 😂, Schulz angriffig
In der Elefantenrunde mit den Parteichefs bei ARD und ZDF sitzt Angela Merkel geknickt am Tisch. Von der Kameraleuchte ertappt, richtet sie sich auf und macht sich bereit für den Rundumschlag von Martin Schulz, der die CDU und damit auch Bundeskanzlerin Angela Merkel für die Leistungen in den letzten vier Jahren scharf kritisiert. Dass die SPD diese Legislatur mit der CDU in einer Koalition regiert hat, übergeht Schulz gekonnt.

20:31
Schulz fährt Merkel an den Karren
Der SPD-Vorsitzende Martin Schulz, der grosse Verlierer der Wahl, gibt sich in der Elefantenrunde kämpferisch. Er macht noch einmal klar, dass die SPD für keine Koalitionsgespräche zur Verfügung steht. Schulz sagt, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel weitreichende Konzessionen machen werde, um gemeinsam mit FDP und Grünen eine «Jamaika-Koalition» zu bilden.
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20:26 «Elefantenrunde» ist sich uneinig
von Christoph Bernet
Auf ARD und ZDF sprechen derzeit die Vorsitzender aller im neuen Bundestag vertretenen Parteien – CDU, SPD, AfD, FDP, Grüne und Linke. FDP-Chef Lindner kritisierte die SPD für ihre Ankündigung, in die Opposition zu gehen: «Es ist nicht an der SPD, alleine über die Regierungskoalition zu entscheiden», sagte Lindner. Durch den angekündigten Gang in die Opposition liess die SPD de facto nur die «Jamaika-Koalition» aus CDU, FDP und Grünen als denkbares Regierungsbündnis offen. FDP-Chef Lindner ist offensichtlich unzufrieden damit, mit seiner Partei nur diese Option zur Verfügung zu haben.
20:20
Am Alexanderplatz kommt es zu Verhaftungen


Unbestätigten Quellen zufolge sollen sich unterdessen rund 1500 Menschen in der Nähe des Gebäudes versammelt haben, wo die Wahlparty der AfD stattfindet.

20:13
«Jamaika-Koalition» wäre auf Bundesebene ein Novum
Ausser einer erneuten grossen Koalition von Union und SPD ist nach den ersten Hochrechnungen zur Bundestagswahl rechnerisch und politisch nur ein Bündnis aus CDU/CSU, FDP und Grünen möglich. Die Erfahrungen mit einer solchen Jamaika-Koalition auf höheren politischen Ebenen sind begrenzt.

Zweiter Versuch auf Landesebene
Auf Landesebene läuft derzeit gerade der zweite Versuch in Schleswig-Holstein, auf Bundesebene wäre eine derartige Konstellation Neuland.

In Schleswig-Holstein schlossen sich CDU, Grüne und FDP im Juni zu einem Dreierbündnis unter der Führung von Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) zusammen. Davor gab es 2009 einen ersten Versuch im Saarland, der allerdings nach zwei Jahren scheiterte.

Erster Versuch scheiterte nach zwei Jahren
Im Saarland schmiedete der damalige CDU-Ministerpräsident Peter Müller im November 2009 die bundesweit erste Jamaika-Koalition auf Länderebene. Wegen interner Querelen bei der Landes-FDP kündigte seine Nachfolgerin Annegret Kramp-Karrenbauer das Bündnis Anfang 2012 wieder auf. Sie setzte Neuwahlen an, danach übernahm eine grosse Koalition aus CDU und SPD die Regierung.

In Schleswig-Holstein nahm die CDU unter Günthers Führung nach der Landtagswahl im Mai Gesprächen mit Grünen und FDP über die Bildung einer neuen Regierung auf. Diese verliefen weitgehend reibungslos. Spitzenvertreter alle Parteien betonten, sie fühlten sich in dem neuen Bündnis gut aufgehoben. Darüber hinaus bezeichneten sie es als innovativen und fortschrittlichen Ansatz zur Politikgestaltung. (sda/afp)
20:09
1 Million CDU-Wähler wanderten zur AfD
19:56
Alle reden von der «Jamaika-Koalition» – was ist das?
Als «Jamaika-Koalition» wird in Deutschland ein Dreierbündnis aus CDU, FDP und Grünen bezeichnet – weil deren Parteifarben Schwarz (CDU), Gelb (FDP) und Grün den Farben der Flagge von Jamaika entsprechen.

Durch einen Klick aufs Bild liest Du 13 Fragen und Antworten, damit auch du über die Bundestagswahlen Bescheid weisst.
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19:44 FDP-Chef Lindner skeptisch gegenüber «Jamaika-Koalition»
von Christoph Bernet
Die FDP, die nach neusten Hochrechnungen mit 10,3 Prozent die Rückkehr in den Bundestag schafft, zeigt keine vorbehaltlose Vorfreude auf eine «Jamaika-Koalition» zwischen CDU, Grünen und FDP. Die Ankündigung der SPD, in die Opposition zu gehen, scheint Lindner überrumpelt zu haben. Ob es Kanzlerin Merkel also gelingen wird, ein Dreierbündnis zu schmieden, bleibt also offen.

FDP-Boss Lindner im Originalton

Auch der grüne Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann (Bild), der eine grün-schwarzen Koalition mit der CDU anführt, sagt im ZDF, dass die Regierungsbildung schwierig werde.
epa06210616 Prime Minister of Federal State Baden-Wuerttemberg, Winfried Kretschmann arrives for the Alliance90/The Greens party conference in Berlin, Germany, 17 September 2017. The German political parties start their last week of campaigning before the general elections on 24 September 2017.  EPA/FELIPE TRUEBA
Bild: FELIPE TRUEBA/EPA/KEYSTONE
19:37
Spontane Proteste gegen AfD in Berlin
Gemäss Informationen der SDA sind rund hundert Menschen zum Alexanderplatz gezogen, wo die AfD-Anhänger sich in einem Club in einem Hochhaus versammelt hatten. Sie pfiffen und riefen Anti-AfD-Parolen. Die Polizei ist mit einem grösseren Aufgebot vertreten.

Die Spontandemo im Video
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19:32 Oh, the irony: 88 Sitze für die AfD
von Christoph Bernet


Die neuste Hochrechnung der ARD sagt der AfD ausgerechnet die im rechtsextremen Spektrum als Code für «Heil Hitler» verwendete Zahl von 88 Sitzen voraus – H ist der 8. Buchstabe des Alphabets.
19:24
Grünen-Vorsitzender Cem Özdemir: «Eine dramatische Spaltung dieses Landes»
Der Vorsitzende Bündnis/Grüne, Cem Özdemir, äussert sich im Interview mit dem ZDF leicht schockiert über das Abschneiden der SPD und den Erfolg der AfD. Auf die Frage, ob die Grünen in eine sogenannte Jamaica-Koalition (Schwarz, Gelb, Grün) eintreten würden, gibt sich Özdemir zurückhaltend. Das sei nur möglich, wenn Klimaschutz in der nächsten Regierung eine wichtige Rolle spiele. Ansonsten komme man da nicht zusammen.

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19:21 Uhr: Unmissverständliche Farbenlehre beim «Guardian»
von Christoph Bernet
Das Blatt aus London ordnet allen anderen Parteien die auch in Deutschland üblichen Farben zu – für die AfD wählt er Braun.
19:04
Bundeskanzlerin Angela Merkel: «Wir haben eine Regierung zu bilden und gegen uns kann keine Regierung gebildet werd
19:03
3. Hochrechnung
Die Wähleranteile in der 3. Hochrechnung:

Die Darstellung der möglichen Koalitions-Konstellationen:
Bild: screenshot ZDF / heute.de
19:01
CSU-Vorsitzender Horst Seehofer: «Wir haben eine offene Flanke auf der rechten Seite.»
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AfD ist Champion der Ossi-Männer
von PeterBlunschi


Laut dem ZDF wählten von den ostdeutschen Männern gar 27 Prozent die AfD, sie war damit stärkste Partei in dieser Bevölkerungsgruppe.
Auf die Gesamtbevölkerung bezogen wurde die AfD in Ostdeutschland nach der CDU zweitstärkste Kraft.
18:54
Jetzt spricht Kanzlerin Merkel
Die CDU-Chefin macht es klar: «Wir haben den Auftrag, eine Regierung zu bilden.» Ohne die CDU sei keine Regierung möglich. Sie bedankt sich bei den Wählern der Unionsparteien.
18:45
Die Gewinner und Verlierer des Wahltags
Die CDU verliert im Vergleich zu den Wahlen 2013 8,2 Prozent ab, die SPD verliert 4,8. Die grossen Gewinner sind die AfD und die FDP, die nach vier Jahre nach ihrem Ausscheiden wieder den Einzug in den Bundestag schafft.
Bild: zdf / heute.de
18:43
Neuste Hochrechnung


Leicht bessere Werte für Grüne und Linke, die FDP fällt unter die 10-Prozent-Marke.
18:41
Martin Schulz: «Ein schwerer und ein bitterer Tag für die Sozialdemokratie.»
18:32
Kommt die AfD am Schluss ausgerechnet auf 88 Sitze?
18:32
So sieht die Sitzverteilung im neuen Bundestag aus
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18:28 Männer wählten AfD
von Christoph Bernet
Während nur 9 Prozent der Frauen ihr Kreuz bei den Rechtspopulisten machten, wählten 16 Prozent der Männer die AfD.
18:24
Gauland in erstem Statement: «Wir werden sie jagen!»


AfD-Gaulands komplettes Statement im O-Ton: «Es ist zwar nicht immer leicht, an der Spitze zu stehen, aber es ist manchmal leichter, als frühmorgens Flyer auszutragen und nur der Idealismus von unseren Mitgliedern und unseren Freunden hat uns hierher gebracht und dafür möchte ich mich bei allen bedanken. Und liebe Freunde, da wir ja nun offensichtlich drittstärkste Partei sind, kann sich diese Bundesregierung, die gebildet wird, wie immer sie aussieht, sie kann sich warm anziehen: Wir werden sie jagen, wir werden Frau Merkel oder wen auch immer jagen und wir werden uns unser Land und unser Volk zurückholen
18:22
Historische Wahlschlappe für die SPD
Bitterer Abend für die Sozialdemokraten und ihren Kanzlerkandidaten Martin Schulz: Mit 20,8 Prozent laut der Hochrechnung des ZDF fährt die Partei das schlechteste Ergebnis seit den ersten Wahlen in der Bundesrepublik Deutschland 1949 ein.
Bild: wikipedia
18:21
ZDF-Hochrechnung bestätigt erste Prognose
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Alle Zeichen stehen auf Neuwahlen
von PeterBlunschi
Im neuen Bundestag sind eigentlich nur zwei Koalitionen möglich: «Jamaika» aus Union, FDP und Grünen sowie eine Neuauflage der Grossen Koalition von CDU/CSU und SPD. Eine Jamaika-Koalition dürfte ziemlich wackelig sein, sowohl inhaltlich als auch betreffend Mehrheit im Bundestag. Und die SPD will nach dem schlechtesten Ergebnis ihrer Geschichte in die Opposition gehen. Das muss noch nichts heissen. Eine neue GroKo aber würde bedeuten, dass die AfD grösste Oppositionskraft wird, mit entsprechender Redezeit und Medienpräsenz. Meine Prognose deshalb: Es wird in absehbarer Zeit Neuwahlen geben.
18:08
Koalitionsrechner: Mehrheit nur für GroKo oder Jamaika-Koalition
Laut der provisorischen Sitzverteilung würden von den nicht im Vornhinein ausgeschlossenen Koalitionen nur ein Zusammengehen von CDU und SPD, eine sogenannte «Grosse Koalition», oder ein Bündnis aus CDU, FDP und Grünen, eine sogenannte «Jamaika-Koalition», im Bundestag eine Mehrheit haben. Laut Aussagen von SPD-Vizepräsidentin Manuela Schleswig wollen die Sozialdemokraten aber keine Fortsetzung der Grossen Koalition und wollen in der nächsten Legislaturperiode auf den Oppositonsbänken Platz nehmen. Damit ist klar: die Regierungsbildung für Angela Merkel, deren Führungsanspruch unbestritten ist, dürfte schwierig werden.
18:05
Die SPD will in die Opposition gehen
SPD-Vizevorsitzende Manuela Schleswig gibt unumwunden zu, dass das historisch schlechteste Resultat für die SPD eine Schlappe ist. Sie kündigt an, dass ihre Partei in die Opposition gehen will.
18:05
AfD macht gemäss ersten Prognosen der ARD 89 Sitze im Bundestag
18:03
Laut ARD gewinnt die AfD gar 13,5 Prozent Wähleranteil
18:00
Erste Prognose Triumph für die AfD
Erste Wahlprognose in Deutschland: Die AfD triumphiert mit 13 Prozent, die CDU sichert sich mit33,5 Prozent den ersten Platz, Schlappe für die SPD mit 21 Prozent.

Die Linke holt 9 Prozent, die FDP kehrt mit 10 Prozent in den Bundestag zurück, die Grünen holen 9 Prozent.

Das sagen die Prognosen der Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF.
17:58
Gleich schliessen die Urnen ...
Um 18.00 schliessen die Urnen in Deutschland. Danach geht's Schlag auf Schlag. In wenigen Minuten wissen wir, wie es im grossen Kanton weiter geht.
17:51
Das sagen die letzten Umfragen
Die CDU auf Platz 1 deutlich vor der SPD und die AfD drittstärkste Kraft: Der Überblick über die letzten Umfragen vor der Bundestagswahl.
Bild: screenshot twitter
17:43
extra3 wieder einmal Extraklasse ...

17:41
Schöne Analyse bei der ARD: Dort wird Schulz' Wahlkampf mit einem Soufflé verglichen: Noch im März war der SPD-Mann in den Umfragen auf Augenhöhe mit Merkel, danach fiel sein Support zusammen.
17:31
Oliver Pocher zeigt klare Kante
In Anspielung auf den Slogan der AfD «Trau dich, Deutschland», zeigt Comedian Oliver Pocher, was er von den Rechtspopulisten hält.
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17:27 Die Briefwähler machen Prognosen schwierig
von Christoph Bernet
Wahlforscher Thorsten Faas warnt vor der «Belastbarkeit» der Hochrechnungen kurz nach 18 Uhr. Bei den Bundestagswahlen 2014 hatten bereits 24,3 Prozent brieflich gewählt – dieser Anteil dürfte noch einmal steigen, womit die Interpretation der Daten aus den ersten ausgezählten Wahllokale für die Demoskopen schwieriger wird.
17:27
Die AfD hat sich für die Wahlparty in einen Club in Berlin-Mitte eingemietet – einfach weil die eigenen Räumlichkeiten zu klein waren für den riesigen Ansturm. Man bereitet sich auf einen Triumph vor.
17:23
Wer sich ein Bild der Befindlichkeit von AfD-Wählern machen will, kann das auf Twitter unter #wahlbetrug tun.
17:15
So läuft der Wahlabend ab
Bis 18:00 Uhr bleiben die Wahllokale geöffnet und die Deutschen können ihre Stimme abgeben. Mit der Schliessung der Wahllokale werden Punkt 18:00 Uhr die ersten Prognosen veröffentlicht. Sie basieren auf so genannten «Exit Polls», Befragungen von Wählern beim Verlassen der Wahllokale. Kurz darauf veröffentlichen die deutschen TV-Sender die ersten Hochrechnungen. Hierfür verwenden sie erste ausgezählte Stimmzettel aus ausgewählten Wahlkreisen und erstellen daraus eine Voraussage für das Gesamtergebnis. Je nach Wahlausgang lassen sich aus den Hochrechnungen bereits Schlüsse auf die zukünftige Zusammensetzung der Regierung ziehen. 2013 etwa bereits um 18:15 Uhr abzusehen, dass Angela Merkel Kanzlerin bleiben wird.
Ein wichtiger Termin am Wahlabend ist die so genannte «Elefantenrunde», die um 20:15 in der ARD ausgestrahlt wird. In dieser Diskussionssendung nehmen die Parteivorsitzenden Stellung zum Ausgang der Wahlen und machen erste Andeutungen bezüglich möglicher Koalitionen. Es ist aber unwahrscheinlich, dass Merkel, Schulz und Co. sich bereits so weit auf die Äste hinauswagen werden und konkrete Koalitionsaussagen machen werden.
Noch im Verlauf des Abends wird der Bundeswahlleiter ein vorläufiges amtliches Ergebnis veröffentlichen, bis das endgültige Endergebnis feststeht, dürften noch einige Tage vergehen.
17:08
Welche Partei würdest du in Deutschland wählen? Mach hier den Test und nimm an unserer Umfrage teil!
Mit welcher Partei hattest du gemäss Wahl-O-Mat die grösste Übereinstimmung?
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16:42 Russische Bots twittern für die AfD
von Christoph Bernet
Gemäss einer Analyse der Open-Source-Denkfabrik DFRLab haben hunderte Twitter-Accounts aus Russland am Samstag innerhalb weniger Sekunden nach der Veröffentlichung folgenden Beitrag einer Userin namens «Renate Biller» geretweetet.



Im Beitrag wird zur Wahl der AfD aufgerufen und der Hashtag #wahlbetrug verwendet. Viele der russischen Twitter-Accounts haben zuvor keine Beiträge zur deutschen Politik verbreitet. Normalerweise vertwittern sie Werbung für Immobilien, Autos oder Porno-Seiten, wie bild.de schreibt.
DFRLab kommt zum Schluss, dass die fortwährende Verbreitung von rechtsextremen Nachrichten nahelege, «dass der Bot-Manager entweder ein AfD-Unterstützer ist, oder dass die AfD das russische Bot-Netzwerk dafür bezahlt, ihre Nachrichten zu verbreiten.» Der Hashtag #wahlbetrug wurde rechtzeitig vor den Wahlen über Twitter stark verbreitet. Wie DFRLab-Analyst Ben Nimmo schreibt, sind alleine in der Nacht zum Wahlsonntag 5700 Nennungen des Hashtags veröffentlicht worden.


11 Prozent der Posts gingen auf einen Twitter-Account namens «teletubbies007 » zurücl. der alle 20 Sekunden einen Tweet mit Wahlbotschaften für die AfD und Hassposts zu Bundeskanzlerin Merkel veröffentlichte.
16:29
Leicht tiefere Stimmbeteiligung als 2013
Gemäss Angaben des Bundeswahlleiters haben bis 14:00 Uhr 41,1 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Dieser Wert liegt leicht unter den Zahlen zum gleichen Zeitpunkt am Wahltag bei den Bundestagswahlen 2013. Damals hatten 41,4 Prozent ihre Stimme abgegeben. Am Ende des Tages lag die Stimmbeteiligung bei 71,5 Prozent.
16:24
Merkel wählte in Berlin, Schulz in W¨rselen
Die Spitzenkandidaten der grossen Parteien haben ihre Stimmen abgegeben.
German Chancellor Angela Merkel casts her vote in Berlin, Germany, Sunday, Sept. 24, 2017. Merkel is widely expected to win a fourth term in office as Germans go to the polls to elect a new parliament. (AP Photo/Markus Schreiber)
Bild: Markus Schreiber/AP/KEYSTONE
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wählte in Berlin.
SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz (SPD) gibt am 24.09.2017 in Wuerselen (Nordrhein-Westfalen) seine Stimme zur Bundestagswahl 2017 ab. (KEYSTONE/DPA/Rolf Vennenbernd)
Bild: dpa
SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz gab seine Stimme in seinem Heimatort Würselen in Nordrhein-Westfalen ab.

Bundestagswahl 2017

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Bundestagswahl 2017
quelle: ap/ap / markus schreiber
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Das erste Treffen von Merkel und Macron

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Angela Merkel in der Frittenbude

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Angela Merkel in der Frittenbude
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Zehntausende Menschen haben in Spanien gegen die von der linken Regierung geplante Lockerung der Sicherheitsgesetze protestiert. Unter dem Motto «Nein zur Unsicherheit der Bürger» marschierten die Demonstranten am Samstag in Madrid zum Parlament und zum Innenministerium. An der Kundgebung nahmen unter anderem Tausende Beamte verschiedener Polizeieinheiten und die Chefs aller Parteien des konservativen Spektrums sowie der ultrarechten Vox teil. Zum Protest hatte die Polizeigewerkschaft Jusapol aufgerufen. Sie schätzte die Zahl der Teilnehmer auf 150'000. Das Innenministerium sprach derweil von rund 20'000 Demonstranten. Die Zeitung «El Mundo» bezeichnete die Proteste am Sonntag als «historisch».

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