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Entführungen, Abstürze und eine Bruchlandung in Genf: EgyptAirs durchzogene Sicherheitsbilanz



Der Grund für den Absturz von MS804 mag noch ungeklärt sein – sicher ist, dass die Katastrophe sich in eine beträchtliche Liste von Vorfällen mit Maschinen der staatlichen ägyptischen Fluggesellschaft EgyptAir einreiht:

MS181

Bild

Seif Eldin Mustafa (links) und Ben Innes.
bild via dailymail

Datum: 29. März 2016
Flug: MS181 (Alexandria – Kairo)
Typ: Airbus A320-233
Vorfall: Entführung

Beim Entführer handelte es sich um den Ägypter Seif Eldin Mustafa. Sein Sprengstoffgürtel stellte sich später als Attrappe heraus. Der Brite Ben Innes erlangte durch ein Selfie mit Mustafa weltweite Berühmtheit.

MS667

Datum: 29. Juli 2011
Flug: MS667 (Kairo – Jeddah)
Typ: Boeing 777-266ER
Vorfall: Brand

Am Gate brach im Cockpit ein Feuer aus, vermutlich wegen eines elektrischen Defekts in der Sauerstoffversorgung. Sieben der insgesamt 317 Insassen wurden verletzt. Die Schäden waren so schwer, dass EgyptAir das Flugzeug im Anschluss abschreiben musste.

MS739

Bild

Boeing 737-800 der EgyptAir.
bild: egyptair

Datum: 23. Oktober 2009
Flug: MS739 (Istanbul – Kairo)
Typ: Boeing 737
Vorfall: Versuchte Entführung

Ein 26-jähriger sudanesischer Passagier bedrohte 30 Minuten nach dem Start eine Flugbegleiterin mit seinem Messer (aus dem abgegebenen Besteck) und verlangte eine Umleitung nach Jerusalem, das er «befreien» wollte. Bewaffnete Flugbegleiter konnten den Mann überwältigen, verletzt wurde niemand.

MS843

Police guard Wednesday May 8, 2002, the debris of an EgyptAir Boeing 737 that crashed while trying to land Tuesday about six kilometers (4 miles) from the Tunis-Carthage airport, killing 15 of the 64 people on board. The airport is visible in background. (AP Photo/Christophe Ena)

Bild: AP

Datum: 7. Mai 2002
Flug: MS843 (Kairo – Tunis)
Typ: Boeing 737-566
Vorfall: Absturz

Die Maschine zerschellte an einem Hügel beim Landeanflug auf Tunis, dabei kamen 14 der 62 Insassen ums Leben. Die Sicht war aufgrund von Nebel, Regen und Sand schlecht, zudem war die Flugsicherung in Tunis zu diesem Zeitpunkt nur mit einem unzureichenden Warnsystem bei Unterschreitung sicherer Mindestflughöhen ausgerüstet. 

MS233

epa05316714 A picture made available 19 May 2016 shows an EgyptAir Airbus A320 with SU-GCC registration at Heathrow Airport, London, Britain, 09 April 2012. According to media reports quoting Egyptair on 19 May 2016, the EgyptAir flight MS804 disappeared off radar some 16km after entering Egypt's airspace. The plane, said to be carrying 66 people on board, 56 passengers and 10 crew members, took off from France's Charles de Gaulle airport on 18 May night and was expected to land in Cairo on 19 May early morning.  EPA/KRZYSZTOF KACZALA MANDATORY CREDIT: KRZYSZTOF KACZALA.  EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Airbus A320 der EgyptAir.
Bild: EPA

Datum: 11. Mai 2000
Flug: MS233 (Kairo – Assuan)
Typ: Airbus A321-231
Vorfall: Versuchte Entführung

Ein Passagier, der ein Gefäss mit Haargel als Bombe ausgab, verlangte eine Umleitung nach Afghanistan. Als er versuchte, ins Cockpit zu stürmen, wurde er von der Besatzung überwältigt. Keiner der 19 Insassen wurde verletzt.

MS990

Debris and oil from Egypt Air Flight 990 litter the Atlantic Ocean,  55 miles off the coast of Nantucket, Mass., Sunday, Oct. 31, 1999. The airliner was flying to Cairo earlier in the day from Los Angeles with a stop at New York's John F. Kennedy International Airport when radio controllers lost radar and voice contact .(KEYSTONE/AP Photo/Matt York)

Trümmer von MS990 im Meer.  Bild: AP

Datum: 31. Oktober 1999
Flug: MS990 (Los Angeles – Kairo)
Typ: Boeing 767-366ER
Vorfall: Absturz

Nach einem Zwischenstopp in New York stürzte die Maschine etwa 100 Kilometer vor der Küste von Massachusetts in den Atlantik. Alle 217 Insassen kamen ums Leben. Die ägyptische Zivilluftfahrtbehörde kam zum Schluss, dass ein technischer Fehler zur Katastrophe geführt hatte. Das FBI hingegen beschuldigte den Copiloten Gameel Al-Batouti, den Absturz mit Absicht herbeigeführt zu haben.

MS104

Bild

Militärflughafen Martuba.
bild via google maps

Datum: 27. März 1997
Flug: MS104 (Luxor – Kairo)
Typ: Airbus A320-231
Vorfall: Entführung

Ein Ägypter und sein Sohn und Neffe bedrohten die Besatzung wenige Minuten nach dem Start, sie hätten Sprengstoff dabei. Der Pilot entschied sich zur Landung auf dem libyschen Militärflughafen Martuba bei Bengasi. Dort ergaben sich die Entführer den libyschen Behörden und gaben an, eine Botschaft von Gott für Revolutionsführer Muammar Gaddafi zu haben.

MS767

FILE -  San'a International airport, Yemen  seen in this Tuesday, June 30, 2009 file photo. A suspicious package originating in Yemen containing a toner cartridge with wires and powder was found during routine screening of air cargo in the United Kingdom, prompting authorities to scour three planes and a truck in the United States on Friday Oct 29 2010. A further package also sent from Yemen was intercepted in Dubai. U.S. officials said they were increasingly confident that the packages were part of a plot by Yemen's al-Qaida branch, the same group responsible for an attempted bombing of a U.S.-bound airliner last Christmas. (AP Photo/ File)

Internationaler Flughafen von San'a, Jemen (2008). Bild: AP

Datum: 22. Oktober 1993
Flug: MS767 (Kairo – San'a)
Typ: unbekannt
Vorfall: Versuchte Entführung

Der Entführer trug ein grosses Messer bei sich und verlangte eine Umleitung in die jemenitische Küstenstadt Aden. Das Flugzeug landete in San'a, wo der Mann verhaftet wurde.

MS648

Bild

MS648 auf Malta.
bild: ap

Datum: 24. November 1985
Flug: MS648 (Athen – Kairo)
Typ: Boeing 737-266
Vorfall: Entführung

Drei mit Gewehren und Handgranaten bewaffnete Luftpiraten der palästinensischen Terrorgruppe Abu Nidal wollten das Flugzeug nach Libyen entführen. Da der Treibstoff nicht bis Libyen reichte, entschieden sie sich für Malta. Dessen Behörden weigerten sich nach der Landung, das Flugzeug aufzutanken. Die Terroristen erschossen fünf Passagiere (drei überlebten) und warfen sie aus dem Flugzeug. Bei der Erstürmung durch ägyptische Spezialeinheiten brach ein Feuer an Bord aus, das Dutzende Passagiere das Leben kostete. Insgesamt starben 60 Personen, darunter zwei der drei Attentäter.

MS771

Bild

bild: polizei genf

Datum: 17. Oktober 1982
Flug: MS771 (Kairo – Genf)
Typ: Boeing 707-366C
Vorfall: Bruchlandung

Nach einem missratenen Instrumentenanflug schlug das Flugzeug 35 Meter vor der Piste auf dem Boden auf. Nach rund 900 Metern kam es auf der Piste zum Stillstand. An zwei Triebwerken brach in der Folge Feuer aus. Bei der Evakuierung wurden zwei Passagiere schwer verletzt (Schlussbericht der Eidgenössischen Flugunfall-Untersuchungskommission). EgyptAir fliegt Genf aktuell in einem Codeshare mit Swiss an.

MS864

Datum: 25. Dezember 1976
Flug: MS864 (Kairo – Bangkok)
Typ: Boeing 707-366C
Vorfall: Absturz

Die Maschine stürzte beim Landeanflug in ein Industriegelände beim internationalen Flughafen Don Mueang von Bangkok. Alle 52 Insassen sowie 19 Personen am Boden wurden getötet. Es wurde von einem Pilotenfehler ausgegangen.

MS321

Datum: 23. August 1976
Flug: MS321 (Kairo – Luxor)
Typ: Boeing 737-266
Vorfall: Entführung

Drei Terroristen verlangten nach dem Start in Kairo, dass das Flugzeug nach Libyen umgeleitet werde. Sie erklärten sich aber mit einer Landung in Luxor einverstanden. Dort wurde die Maschine von ägyptischen Spezialeinheiten gestürmt. Bei der Aktion wurde niemand verletzt.

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8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Flint 20.05.2016 21:37
    Highlight Highlight Übrigens, ein grosser Unterschied zwischen der Schweiz und Ägypten besteht in der Flugunfall-Untersuchungsbehörde. Während in der Schweiz die SUST unabhängig vom BAZL Vorfälle untersucht und das CASO wiederum die beiden überwacht, untersteht in Ägypten die Untersuchungsbehörde der dortigigen Luftfahrtsbehörde. Sprich die Untersuchungsbehörde untersucht sich selbst. Soviel zu unabhängiger Untersuchung. Daher vermutlich auch die Diskrepanz bei MS990 zwischen FBI und der ägyptischen Luftfahrtbehörde.
  • MikoGee 20.05.2016 17:03
    Highlight Highlight Versteh ich nicht ganz: bei diesem "Selfie" kann man den Ärmel des Briten rechts noch leicht sehen, was darauf schliessen lässt, dass er diese Hand [genau wie die linke] ebenfalls in der Tasche hat. Korrigiert mich wenn ich falsch liege, aber wie kann das ein Selfie sein, wenn er das Bild nicht selbst geschossen hat? So ist es doch einfach ein "Schnappschuss"!?
    • Miikee 20.05.2016 17:34
      Highlight Highlight Richtig aber die Zeitung die das damals veröffentlichte hatte es so geschrieben. Und nun wird es einfach weiter falsch zitiert.
    • Charlie Brown 20.05.2016 19:15
      Highlight Highlight Das ist dann ein someoneelsie...
    • Visa 20.05.2016 20:06
      Highlight Highlight Aus dem Watson-Artikel jenes Vorfalls:

      Er posierte mit dem Entführer Seif Eldin Mustafa für ein Foto. «Sein bestes Selfie ever», wie er selbst sagt. Obwohl es streng genommen keines ist. Denn das Foto hat die Stewardess geschossen. 
  • wvl-live 20.05.2016 16:35
    Highlight Highlight Wie ist denn der Satz „Die Terroristen erschossen fünf Passagiere (drei überlebten)“ zu verstehen? Es waren acht Passagiere an Bord? Oder es wurde auf acht Passagiere geschossen, von denen drei überlebten? Oder es wurde auf fünf Passagiere geschossen, von denen drei überlebten? Bin gerade etwas verwirrt.
  • Hoppla! 20.05.2016 15:11
    Highlight Highlight Aus meiner Sicht muss zwischen Unfällen und Entführungen unterschieden werden. Da die Fluggesellschaft nicht für die Sicherheit am Boden zuständig ist, kann ihnen eine (versuchte) Entführung auch nicht in die Schuhe geschoben werden. Unfälle im eigentlichen Sinn sind "nur" vier von zwölf.
    • Kian 20.05.2016 15:19
      Highlight Highlight Da gebe ich dir Recht. Habs in «Vorfälle» geändert.

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