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Ägypten eröffnet grösste Kirche im Nahen Osten



epaselect epa07266230 Egyptian army guards outside the newly inaugurated Cathedral of Nativity in the New Administrative Capital, Egypt, 06 January 2019. The Middle East's biggest cathedral is inaugurated by Eygpt's President a day after a deadly bomb blast near a church. Orthodox believers celebrate Christmas Day on 07 January, according to the Julian calendar.  EPA/KHALED ELFIQI

Die ägyptische Armee bewachte die Kathedrale bei der Eröffnungsfeier am 6. Januar. Bild: EPA/EPA

Von der grössten Kirche im Nahen Osten reden sie am Nil: Die neue Kathedrale der koptischen Christen soll ein Symbol der religiösen Toleranz Ägyptens sein. Experten sehen aber auch tiefgreifende Probleme.

Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi hat eine neue riesige Kathedrale für die christliche Minderheit im Land eröffnet. Am Vorabend des koptischen Weihnachtsfestes nahm Al-Sisi östlich von Kairo in der im Bau befindlichen neuen Hauptstadt mit zahlreichen geladenen Gästen an einem Gottesdienst teil.

Platz für über 8000 Gläubige

epa07266148 Egyptian Coptic Christians attend a Christmas Eve mass at the newly inaugurated Cathedral of Nativity in the New Administrative Capital, Egypt, 06 January 2019. The Middle East's biggest cathedral is inaugurated by Eygpt's President a day after a deadly bomb blast near a church. Orthodox believers celebrate Christmas Day on 07 January, according to the Julian calendar.  EPA/KHALED ELFIQI

Koptische Ägypten nehmen an der Weihnachtsfeier in der neu eröffneten Kathedrale teil, 6. Januar. Bild: EPA/EPA

Nach Abschluss der letzten Bauarbeiten sollen in dem Gotteshaus mehr als 8000 Gläubige Platz finden. Damit soll es die grösste Kirche im Nahen Osten sein. Der Kopten-Papst Tawadros II. nannte die Eröffnung «in der Geschichte beispiellos».

In den Top 10 der grössten Kathedralen

Members of the choir shares a light moment before a Christmas Eve Mass at the

Bild: AP/AP

Die Kathedrale ist damit eine der grössten Kirchen der Welt. Sie ist etwa in der Grösse des Kölner Doms, was die Besucheranzahl anbelangt.

Prominente Reaktionen

epa05933841 Pope Francis (L) meets the head of the Coptic Orthodox Church Pope Tawadros II at St. Mark's Cathedral in Cairo, Egypt, 28 April 2017. Pope Francis is on a two-day visit to Egypt and will meet with Egyptian President Abdel Fattah al-Sisi, head of the Coptic Orthodox Church Pope Tawadros II, and Grand Imam of al-Azhar Ahmed al-Tayeb. As well as holding a mass in the Air Defense Stadium north-east of Cairo.  EPA/CIRO FUSCO

Papst Franziskus und sein ägyptischer Amtskollege Tawadros II. Bild: EPA/ANSA

Anlässlich des Gottesdienstes veröffentlichte der Vatikan eine Video-Botschaft von Papst Franziskus. «Möge der Friedensfürst Ägypten, dem Mittleren Osten und der ganzen Welt Frieden und Wohlstand spenden», sagte das Katholiken-Oberhaupt.

Die koptische Kirche habe auch in den schwierigsten Momenten «ein wahres Zeugnis des Glaubens und der Nächstenliebe» abgeben können. «Liebe Brüder und Schwestern, ihr habt Märtyrer, die eurem Glauben Stärke verleihen. Danke für euer Beispiel.»

US-Präsident Donald Trump schrieb auf Twitter, er freue sich über die Eröffnung: «Präsident Al-Sisi bewegt sein Land in eine inklusivere Zukunft».

10 Millionen Christen

epa07266172 Pope Tawadros II of Alexandria leads a Christmas Eve mass at the newly inaugurated Cathedral of Nativity in the New Administrative Capital, Egypt, 06 January 2019. The Middle East's biggest cathedral is inaugurated by Eygpt's President a day after a deadly bomb blast near a church. Orthodox believers celebrate Christmas Day on 07 January, according to the Julian calendar.  EPA/KHALED ELFIQI

Der koptische Papst, Tawadros II. von Alexandria während der Messe am Weihnachtsabend, 6. Januar. Bild: EPA/EPA

Etwa zehn Prozent der knapp 100 Millionen Ägypter sind Kopten. Unter dem Eindruck von Spannungen mit der muslimischen Mehrheit des Landes vor allem unter der Regierung des Islamisten Mohammed Mursi (2012-2013) sehen viele Kopten in Al-Sisi einen Schutzherrn ihrer Rechte.

In Ägypten sind die Sicherheitsmassnahmen in den vergangenen Wochen mit Blick auf die koptischen Weihnachtsfeiern stark erhöht worden. Erst in der Nacht zum Sonntag berichtete die staatliche Zeitung «Al-Ahram», dass ein Polizist in Kairo beim Versuch einer Bombenentschärfung nahe einer Kirche getötet wurde. Der Sprengsatz habe sich in einer Tasche auf einem Dach in einem Slum der ägyptischen Hauptstadt befunden.

Die Sicherheitslage in Ägypten ist seit den arabischen Aufständen 2011 fragil. Auch wenn sich die Situation in den vergangenen Jahren gebessert hat, kommt es immer wieder zu Anschlägen. Häufig waren Sicherheitskräfte oder Kopten das Ziel von extremistischen Attacken.

Bauzeit: 2 Jahre

epa07264388 (FILE) - Laborers work outside the newly-constructed Coptic Nativity of the Christ Cathedral at the new administrative capital, yet-unnamed, 45km east of Cairo, Egypt, 03 January 2019 (reissued 06 January 2019). According to media reports, Egyptian President Abdel Fattah al-Sisi will open the newly-constructed Al-Fattah Al-Alim mosque and the Nativity of the Christ Cathedral on 06 January 2019. An Egyptian police officer, who was an explosive expert, has been killed in an explosion while defusing a bomb in the Coptic church al-Azraa Wa Abou Sifin (the Virgin and Mercure of Caesarea), in Nasr City, eastern Cairo, Egypt, 06 January 2019. Two police officers and an onlooker were injured in the explosion less than two days before Coptic Christmas on 07 January 2019, a religious event celebrated by Egypt's Christians.  EPA/KHALED ELFIQI

Die Kathedrale steht in der neuen administrativen Hauptstadt Ägyptens und wurde innerhalb von zwei Jahren gebaut. Bild: EPA/EPA

Al-Sisi, selbst Muslim, hatte den Bau der Kathedrale 2016 verkündet. Kurz davor waren bei einem schweren Anschlag auf die Kirche St. Peter und Paul bei der Kairoer Kathedrale 27 Christen getötet worden.

Als Ort wurde die neue Verwaltungshauptstadt in der Wüste östlich Kairos bestimmt. Die neue Hauptstadt ist momentan noch eine riesige Baustelle, soll aber in den kommenden Jahren zum Regierungssitz und zur Heimat von Millionen Menschen werden. Das Megaprojekt wurde angesichts der Überbevölkerung und der infrastrukturellen Überforderung der Hauptstadt gestartet. In Kairo leben Schätzungen zufolge mehr als 20 Millionen Menschen.

Diskriminierung von Kopten

epaselect epa07138317 Relatives of the victims, who were killed by gunmen during an ambush while travelling in three busses carrying Coptic Christians to a remote desert monastery in Egypt's southern Minya province, react during their funeral in Sawada village, near Minya, Egypt, 03 November 2018. According to media reports quoting Egyptian officials, at least seven people were killed in the incident and 19 others were injured. A local affiliate of the so-called Islamic State (IS or ISIS) claimed responsibility for the attack, media added.  EPA/ALY FAHIM

Immer wieder gibt es Anschläge auf koptische Christen. Im Bild trauern Verwandte um Angehörige, die bei einem Angriff auf drei Busse ums Leben kamen.  Bild: EPA/EPA

Experten sehen trotz des neuen Symbols für religiöse Toleranz in Ägypten tiefgreifende Probleme für die Freiheit der Millionen Kopten. So gebe es weiterhin Benachteiligungen der Gläubigen durch den Sicherheitsapparat und ungesetzliche Kirchenschliessungen, schrieb das «Project on Middle East Democracy» (Pomed) im Dezember.

Nötig sei ein gesetzlicher Rahmen, der gleichberechtigt für alle in Ägypten ausgeübten Religionen gelte. «Das Regime Al-Sisi ist daran gescheitert, einen wirklichen Fortschritt bei den systematischen Problemen zu erzielen, die die christliche Glaubensfreiheit einschränken», so Pomed. (jaw/sda/dpa)

Wie entstand der Konflikt im Nahen Osten?

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Video: www.explain-it.ch

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3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 07.01.2019 10:06
    Highlight Highlight Das sind ja schon grossartige Aussichten für die Kopten.
    Entdweder man wirft sich dem Diktatoren Al-Sisi an den Hals oder sieht sich islamistischen Fundis gegenüber.
    Pest und Cholera gleichermassen.
  • real donald trump 07.01.2019 10:04
    Highlight Highlight Grössere Kirchen, dass was wir jetz brauchen!
    • Toerpe Zwerg 07.01.2019 11:16
      Highlight Highlight Was wir wirklich brauchen würden, wäre mehr Rechtschreibung ... aber wen meinen Sie mit "wir"?

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