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2019 verschwand alle 6 Sekunden ein Stück Primärwald von de Grösse eines Fussballfelds. Brasilien (Bild) war mit Abstand am härtesten betroffen (Archivbild)

Amazonien verzeichnete im Juni 2020 die schlimmsten Brände für den Monat seit 13 Jahren. Bild: sda

Bolsonaro plant Löscheinsatz im Amazonas zu verlängern – ein fraglicher Feldzug



Inmitten des Drucks von internationalen Investoren und der heimischen Wirtschaft plant die brasilianische Regierung, die Streitkräfte des Landes länger in Amazonien zu behalten, um Abholzung und Brände zu bekämpfen.

«Wir haben Pläne, die Operation, falls erforderlich, bis zum Ende der Amtszeit des Präsidenten am 31. Dezember 2022 aufrechtzuerhalten», sagte Hamilton Mourão bei dem Treffen des Amazonas-Rates im Aussenministerium in Brasília am Mittwoch.

Der Vize-Präsident ist auch Vorsitzender des Amazonas-Rates, mit dessen Bildung Anfang des Jahres Brasiliens Staatsführung Kritik an ihrer Umwelt- und Klimapolitik konterte. Präsident Jair Bolsonaro hatte die Streitkräfte des Landes im Kampf gegen die Zerstörung im Mai vorzeitig nach Amazonien geschickt.

Bemühungen sind fraglich

Dies geschah drei Monate früher als 2019, als die Zerstörung des grössten Regenwaldes der Welt dramatisch zunahm und internationale Kritik hervorrief. In den vergangenen Wochen war Bolsonaro aus dem Ausland wieder immer stärker kritisiert worden, der Druck der heimischen Wirtschaft stieg. Mourão hielt eine Videokonferenz mit europäischen Investoren ab.

epa07789490 A handout photo made available by NASA Earth Observatory of a map showing active fire detections in Brazil as observed by Terra and Aqua MODIS satellites between 15 and 19 August 2019 (issued 24 August 2019). The locations of the fires, shown in orange, have been overlain on nighttime imagery acquired by VIIRS. In these data, cities and towns appear white; forested areas appear black; and tropical savannas and woodland (known in Brazil as Cerrado) appear gray. Note that fire detections in the Brazilian states of Para and Amazonas (C-top) are concentrated in bands along the highways BR-163 and BR-230. The intensification of the fires, caused by the severe drought, high temperatures and deforestation in the Brazilian Amazon, has drawn criticism over the Brazilian Government's lack of action.  EPA/NASA EARTH OBSERVATORY HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Eine Aufnahme des Nasa-Fernerkundungsprogramm zeigt die Feuerherde im Amazonasgebiet im August 2019. Bild: EPA

Nach einem Medienbericht hatten zuvor 38 brasilianische und ausländische Firmen die Regierung zu konkreten Schritten gegen die Abholzung aufgerufen.

Ob Brasilien nun tatsächlich seine Bemühungen gegen die Abholzung erhöht, ist fraglich. Amazonien verzeichnete im Juni die schlimmsten Brände für den Monat seit 13 Jahren. Umweltschützern zufolge kann die Anwesenheit der Streitkräfte die illegale Zerstörung des Waldes nur kurzfristig eindämmen. Sie warnen, dass die Armee nicht die Arbeit der Umweltbehörden ersetzen könne. (sda/dpa)

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Brände im Amazonas-Gebiet

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    Alle Leser-Kommentare
  • rodolofo 16.07.2020 07:15
    Highlight Highlight Bolsonaro hat seine Grundeinstellung nicht geändert, versucht jetzt aber, mit einem falschen Theater zu beschwichtigen und Zeit zu gewinnen.
    Und er sabotiert die Arbeit der Bundespolizei im Kampf gegen illegale Goldsucher, welche in die Reservate von Indigenen eindrangen, indem er dagegen protestierte, dass dabei Bagger, Generatoren und Lager zerstört wurden. Die frühere Chefin der Behörde habe er gefeuert und mit einem loyalen "Rechten" ersetzt.
    Kam gestern im Fernsehen.
  • Schaaggi 16.07.2020 06:56
    Highlight Highlight In Brasilien sagt man dem "damit der Engländer sieht", was soviel bedeutet wie, oberflächlich etwas machen damit die Ausländer zufriedengestellt sind.

    Wenn man wirklich etwas machen möchte, so müsste der aktuelle Umweltzerstörungsminister abgesetzt werden. Oder einfacher dessen Vorgesetzter.

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