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epa06239459 (FILE) - An undated combo handout file photograph released by the Royal Malaysia Police (RMP) shows Vietnamese Doan Thi Huong (L) and Indonesian Siti Aisyah (R) after being arrested in connection with the death of Kim Jong-nam, in Kuala Lumpur, Malaysia (reissued 02 October 2017). According to media reports, the two women pleaded not guilty in the murder of Kim Jong-nam during their trial on 02 October 2017, at a court in Shah Alam, outside of Kuala Lumpur. Kim Jong-nam, a half-brother of North Korean leader Kim Jong-un, was killed at a Kuala Lumpur airport on 13 February 2017, after two women reportedly sprayed him with a highly toxic chemical weapon known as the VX nerve agent. The suspects have been charged with murder under Section 302 of the penal code, which carries mandatory death sentence if found guilty.  EPA/ROYAL MALAYSIA POLICE HANDOUT -- BEST QUALITY AVAILABLE -- HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Den beiden angeklagten Frauen droht im Giftmord-Prozess die Todesstrafe.  Bild: EPA/ROYAL MALAYSIA POLICE

Haben sie Kims Halbbruder mit Nervengas beseitigt? Angeklagte plädieren auf unschuldig



Wegen des Giftmords am Halbbruder von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un droht den zwei mutmasslichen Haupttäterinnen in Malaysia die Todesstrafe. Die Frauen stehen seit Montag in einem Vorort der Hauptstadt Kuala Lumpur vor Gericht.

Ihnen wird vorgeworfen, den Nordkoreaner Kim Jong Nam Mitte Februar auf dem Flughafen von Kuala Lumpur mit dem Nervengas VX ermordet zu haben. Beide plädierten auf nicht schuldig. Angeblich hielten sie das Ganze nur für einen Scherz fürs Fernsehen.

Vermutet wird, dass der Anschlag auf das Konto des nordkoreanischen Geheimdienstes geht. Die Führung des kommunistischen Staates weist jedoch alle Vorwürfe zurück. Von den mutmasslichen Hintermännern ist niemand in Haft.

Mehrere Nordkoreaner, die sich zur Tatzeit in Malaysia aufhielten, verliessen das südostasiatische Land unter merkwürdigen Umständen. Die Staatsanwaltschaft sprach am Montag von vier weiteren Verdächtigen, ohne Namen oder Nationalität zu nennen.

In Ungnade gefallen

Kim Jong Nam war der älteste Sohn des langjährigen Machthabers Kim Jong Il (1941-2011) aus einer früheren Ehe. Der 45-Jährige galt eine Zeit lang auch als erster Anwärter auf die Nachfolge, fiel dann aber in Ungnade.

Seit Jahren hielt er sich ausserhalb Nordkoreas auf, oft in Malaysia und dem chinesischen Spielerparadies Macao. Mehrfach äusserte er sich kritisch über sein Heimatland. Als Regimegegner galt er jedoch nicht. Es gibt Experten, die vermuten, dass er sich als Ersatz für den Fall bereithielt, dass Kim Jong Un gestürzt wird.

Eine Art «Versteckte Kamera»

Die zwei Angeklagten - die 25-jährige Vietnamesin Doan Thi Huong und die 29-jährige Indonesierin Siti Aishah - wurden am Montag unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen ins Gericht gebracht. Aus Furcht vor einem Hinterhalt trugen sie schusssichere Westen.

Die beiden gaben bislang immer an, von Fremden angeheuert worden zu sein. Angeblich dachten sie, sie müssten ihrem Opfer für eine Art «Versteckte Kamera» eine ungefährliche Substanz in Gesicht drücken. Die Staatsanwaltschaft glaubt hingegen, dass sie genau Bescheid wussten.

In Wahrheit handelte es sich nach Erkenntnissen der Ermittler um das Nervengas VX, das von der UNO als Massenvernichtungsmittel eingestuft wird. Die Tat wurde von den Überwachungskameras des Flughafens gefilmt.

Auf den Aufnahmen ist auch zu sehen, wie Kim Jong Nam nach dem Überfall zunächst an einen Schalter geht und um Hilfe bittet. Er starb dann noch auf dem Weg ins Spital. Der Leichnam wurde erst nach wochenlangen diplomatischen Querelen zurück nach Pjöngjang gebracht.

Kim Jong Uns Gefolgsleute machen Notizen

Der Fall hatte die Beziehungen zwischen Nordkorea und Malaysia - einem der wenigen Staaten, die noch halbwegs normale Kontakte mit Pjöngjang unterhielt - massiv belastet. Beide Länder wiesen gegenseitig die Botschafter aus. Mittlerweile hat sich die Lage wieder beruhigt. Allerdings empfahl Malaysia jetzt vor dem Prozess seinen Bürgern, keinesfalls nach Nordkorea zu reisen.

Prozess dauert mindestens zwei Monate

Der Prozess wird vermutlich mindestens zwei Monate dauern. Insgesamt sollen mehr als 150 Zeugen befragt werden. Auch mehrere wissenschaftliche Gutachter sollen Auskunft geben.

Einen Antrag der Verteidigung, die Identität der vier weiteren Verdächtigen offenzulegen, lehnte das Gericht am Montag ab. Nach Medienberichten handelt es sich dabei um nordkoreanische Agenten, die wenige Stunden nach der Tat in ihre Heimat flohen.

Malaysia gehört zu den Ländern, die die Todesstrafe nicht nur im Gesetzbuch stehen haben, sondern auch vollstrecken. Auch in diesem Jahr gab es bereits Hinrichtungen. Normalerweise wird das Urteil durch den Strang vollstreckt. (sda/dpa)

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