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Dschungelcamp 2026: Jetzt ist klar, weshalb Gil Ofarim nicht spricht

Gil Ofarim
Gil Ofarim sorgte bei gewissen Dschungelcamp-Zuschauenden für Frustration.
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Dschungelcamp 2026: Jetzt ist klar, weshalb Gil Ofarim nicht spricht

Auch nach 13 Tagen im Dschungelcamp wirkt Gil Ofarims Verhalten auf viele Zuschauer verwirrend. Sein Anwalt Alexander Stevens bringt Licht ins Dunkel.
05.02.2026, 04:1905.02.2026, 04:19
Steven Sowa / t-online
Ein Artikel von
t-online

Jetzt ist es endlich so weit, dachten sich viele Zuschauer am Dienstagabend. Gil Ofarim begab sich bei «Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!» in das sogenannte Dschungeltelefon und hob zu einer Erklärung an, die wirkte, als könne sie nun Klarheit in seinen Davidstern-Skandal bringen. «Der Vorfall ereignete sich in Leipzig, hatte aber nie etwas mit der Stadt Leipzig, mit dem Bundesland Sachsen zu tun, führte Ofarim plötzlich aus. Und weiter: «Wenn das so rübergekommen ist, dann möchte ich mich entschuldigen bei den Bürgern von Leipzig.»

Das Dschungelcamp-Publikum dürfte diese Entschuldigung eher konsterniert zur Kenntnis genommen haben. Erhellende neue Details lieferten diese Aussagen jedenfalls nicht. Eine Situation, die Ofarims Anwalt offenbar nutzen wollte. Alexander Stevens, der den Musiker beim Prozess in Leipzig vertreten hatte, kündigte einen Live-Talk bei Instagram für den späten Mittwochnachmittag an. Und tatsächlich: Anwalt Stevens brachte mehr Klarheit als sein Mandant einen Abend zuvor.

Ofarim dürfe nichts sagen, «weil wir Anwälte ihm einen Maulkorb verpasst haben», sagt Stevens dort. Und er begründet diese Entscheidung so: «Weil ein solcher hochkomplexer, juristischer Sachverhalt nicht in den Dschungel gehört.»

Gegenseite um Markus W. widersprach Ofarim

Zu einiger Verwirrung war es in den vergangenen Tagen gekommen, weil Gil Ofarim im Dschungelcamp wiederholt von einer «Verschwiegenheitserklärung» oder wahlweise einer «Verschwiegenheitsverpflichtung» sprach, die Gegenseite dies aber bestritt. In einer Mitteilung sagte Daniel Baumgärtner, der den Hotelangestellten Markus W. vor Gericht vertreten hatte, man habe lediglich eine Unterlassungserklärung vereinbart.

«Darin verpflichtet sich Gil Ofarim gegenüber unserem Mandanten, bestimmte Handlungen und Aussagen strafbewehrt zu unterlassen. Die Handlungen und Aussagen betreffen die dem Strafverfahren vor dem Landgericht Leipzig zugrundegelegenen Vorwürfe.»

Am 28. November 2023 wurde das Verfahren nach dem sechsten Verhandlungstag eingestellt, weil Ofarim seine Lüge offenbarte. Er wählte dafür diese Worte: «Die Vorwürfe treffen zu. Herr W., ich möchte mich bei Ihnen entschuldigen. Es tut mir leid. Ich habe das Video gelöscht.» Juristisch galt Ofarim seitdem als unschuldig.

Darüber hinaus zahlte er 40'000 Euro Schmerzensgeld an den Hotelmitarbeiter. Vor diesem Hintergrund werde klar, warum «das Dschungelcamp nicht nur Fluch, sondern auch Segen» sein kann, sagt Gil Ofarims Anwalt Alexander Stevens jetzt auf Instagram. Denn sein Mandant habe das Geld neben den zusätzlich vereinbarten 10'000 Euro, die er an eine jüdische Einrichtung spenden musste, nicht aufbringen können. Mit der RTL-Show soll Ofarim jetzt zwischen 250'000 und 300'000 Euro verdienen.

Eine Summe, die vorab durch die Medien geisterte und auch seinen Mitcampern bekannt sein dürfte – und die womöglich zur hohen Erwartung geführt hat, die die Öffentlichkeit an Ofarims Dschungelcamp-Teilnahme knüpfte. Dass er sich seit 13 Tagen im australischen Dschungel noch nicht für seine Lüge damals entschuldigte, empfanden viele Zuschauer als unangemessen. «Es ist eine Entschuldigung erfolgt – sogar öffentlich, vor der Weltpresse», so Ofarims Anwalt. «Da waren 50 Journalisten im Gerichtssaal.» Ofarim müsse sich nicht jeden Morgen «geisseln bis die Sittenwächter zufrieden sind», fügt Alexander Stevens an.

«Diese sind juristisch sehr weit gefasst»

Der Richter Thorsten Schleif, mit dem Stevens das Gespräch gemeinsam bei Instagram führte, gibt ihm recht: Dann hätte man sich «das Ganze auch sparen können», sagt er mit Verweis auf das öffentliche Geständnis Ofarims. Im Sinne des deutschen Rechtssystems sei es nicht vorgesehen, sich für eine Tat gleich mehrfach entschuldigen zu müssen.

Auch zu dem Rätsel um Gil Ofarims Verschwiegenheit liefert Thorsten Schleif noch Kontext: «Es ist eine Unterlassungserklärung abgegeben worden und diese sind juristisch sehr weit gefasst», betont er und verweist dann auf eine gängige Praxis:

«Die meisten Anwälte raten ihren Mandanten: 'Sag am besten gar nichts.'»

RTL bestätigt diese kleine, aber feine Unterscheidung in der Sache und sagt auf Anfrage von t-online am Mittwoch, es würden oft «zwei unterschiedliche Begriffe vermischt». Eine Unterlassungserklärung sei «etwas anderes als eine Verschwiegenheitserklärung». Zudem nimmt der Sender Stellung zu dem Vorwurf, Ofarim habe RTL an der Nase herumgeführt: «Wenn Markus Küttner sagt, RTL habe von einer Verschwiegenheitserklärung nichts gewusst, bezieht sich das entsprechend auf genau diesen Begriff und nicht auf die Unterlassungserklärung», so eine Sendersprecherin.

RTL musste sich in den vergangenen Tagen dafür rechtfertigen, einen Star eingeladen zu haben, der im Dschungelcamp nicht liefert und sich permanent auf seine Verschwiegenheitserklärung beruft – also selbst offenbar eine falsche Begrifflichkeit verwendet und damit weitere Verwirrung stiftet. Der Sender wusste nur von der Unterlassungserklärung und rechnete offenbar nicht mit Ofarims Anwalt, der ihm aufgrund dieser einen «Maulkorb verpasste».

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34 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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goschi
05.02.2026 08:15registriert Januar 2014
Sich bei Leipzig entschuldigen, aber nie bei dem Mann, dessen Leben er beinahe zerstört hätte mit einer geradezu böswilligen Lüge, die er dann auch nie eingestand, trotz absolut klarer Lage (das Sicherheitskamera-Video zeigte nichts von dem, was Ofarim behauptete, zB dem auf die Halskette deuten oder einer mündlichen Auseinandersetzung)
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Xhatar
05.02.2026 08:34registriert Mai 2025
Die Anwälte wissen doch selbst nicht mehr was erlaubt ist und was nicht oder spielen die Verwirrungstatktik aus. Es wurde offiziell gesagr das er sich äussern darf nur nicht seine Lügen wiederholen. Und was bitteschön solte an dem Fall so "hochkomplex" sein? Die Sachlage ist glasklar und nun wird uns weiss gemacht das es sas nicht sei. Mir tut der Hotel Mitarbeiter unendlich Leid das selbst Leipzig ne Entschuldigung bekam aber er selbst nicht. Was für ein erbärmlicher Mensch dieser Gil, wie er sich auch noch zu profilieren versucht mit seiner maximal cringen Stimme.
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Kreasty
05.02.2026 07:27registriert Mai 2016
Wenn nur genauso viel Hartnäckigkeit bei den wirklich interessanten Dingen wäre...
Wars scheisse? Ja. Hat er mich damit verletzt? Nein. Wieso sollte es dann meinen Alltag beeinflussen?
Der (ex) Kanzler kann vergessen und es wird unter den Teppich gekehrt, der andere kauft mit bissi Steuergeld paar Masken ein "kann ja mal passieren", andere Löschen SmS.
Wo sind da unsere Ariels?
Eine Entschuldigung an "euch", das Publikum, ändert genau Garnichts.
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