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Kindsmissbrauch Priester Handschellen (Symbolbild)

Jeder zweite hochrangige katholische Amtsträger machte sich des Kindsmissbrauchs schuldig oder deckte diesen. Nur selten hatte dies strafrechtliche Folgen.   Symbolbild: Shutterstock

Katholische Amtsträger in den Niederlanden deckten Missbrauch – jahrzehntelang



Jeder zweite hochrangige Amtsträger der Katholischen Kirche in den Niederlanden hat in den vergangenen Jahrzehnten einem Bericht zufolge sexuellen Kindesmissbrauch gedeckt. Zwischen 1945 und 2010 hätten 20 von 39 niederländischen Bischöfen, Kardinälen und ihre Mitarbeiter Missbrauchsfälle vertuscht und so den Tätern neue Übergriffe an unschuldigen Opfern ermöglicht, berichtete die Tageszeitung «NRC» am Samstag. Eine Kirchensprecherin bestätigte die Angaben «zum Teil».

Die in dem Pressebericht genannten Namen beschuldigter Amtsträger stimmten mit den Ergebnissen einer internen Untersuchung überein, welche die Kirche 2010 in Auftrag gegeben habe, sagte Kirchensprecherin Daphne van Roosendaal der Nachrichtenagentur AFP. Die meisten der Beschuldigten seien inzwischen verstorben, die Taten seien allesamt verjährt.

Laut dem Zeitungsbericht werden vier der 20 Würdenträger selbst des Missbrauchs beschuldigt. Den anderen wird zur Last gelegt, pädophile Priester nach Missbrauchsfällen in andere Gemeinden versetzt zu haben.

Die Aufdeckung von Missbrauchsskandalen erschüttert die Katholische Kirche weltweit. Schlagzeilen machten zuletzt unter anderem Fälle in den USA, Australien und Chile. (sda/afp)

Neue Stelle, neuer Missbrauch

NRC beschreibt einen exemplarischen Fall aus der Provinz Limburg: 1969 wurde der Missbrauch von drei Mädchen durch einen Kaplan publik, der darauf mit seinem Auto gegen einen Baum raste, aber überlebte. Der fehlbare Gottesdiener wurde von seinem Bischof nicht entlassen, sondern nach Thorn versetzt, wo ihn niemand kannte. Danach wurde er mehrmals in Limburg versetzt – bis er 1990 in Ospel erneut erwischt wurde. Er hatte dort einen Messdiener sechs Jahre lang missbraucht. Der Kaplan fuhr erneut mit seinem Auto gegen einen Baum und starb diesmal.
(dhr)

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41
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41Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Sisiphos 16.09.2018 20:36
    Highlight Highlight Entfernt. Bitte formuliere deine Kritik sachlich. Danke, die Redaktion.
  • leu84 16.09.2018 15:58
    Highlight Highlight Jedes normale Unternehmen oder Menschenhändlerring, hätte bei kriminellen Machenschaften schon lange Besuch von der Staatsanwaltschaft bekommen. Die Hätten dann alle nötigen Akten mitgenommen. Nur bei einer kirchlichen Organisation wird immer noch mit Samthandschuhe angefasst...
    9 2 Melden
  • Lord_Mort 16.09.2018 11:47
    Highlight Highlight Die Katholische Kirche ist eines der grössten Netzwerke für Pädophilie. Der einzige Grund, weshalb die Justiz hier nicht einschreitet, ist die Tatsache, dass man einer religiösen Institution nicht auf die Füsse treten will. Das Ganze erinnert an die Zeit des Klerus. Wir überwachen heute lieber Sozialhilfeempfänger, anstatt etwas gegen Strukturen zu unternehmen, welche Pädophilie fördern.
    9 1 Melden
  • Stichelei 16.09.2018 11:37
    Highlight Highlight Es ist kaum mehr zu fassen, wie in der Religion mit unterschiedlichen Ellen gemessen wird. Die katholische Kirche darf offensichtlich beliebig Straftaten vertuschen und/oder intern mit Kirchenrecht regeln. Auch wenn diese Verbrechen an die Öffentlichkeit gelangen, braucht kaum jemand in dieser Organisation mit Konsequenzen zu rechnen. Da wird der kath. Kirche vom Staat die Anwendung des kanonischen Rechts gestattet, also eines Rechtssystems ausserhalb der staatlichen Gesetze. Wie richtigerweise auch die Scharia sollte das kanonische Recht in der Schweiz keine Anwendung finden dürfen.
    39 4 Melden
    • Oxymora 16.09.2018 12:52
      Highlight Highlight Immerhin wird in den Staaten der EU, im Gegensatz zur Schweiz keine Ungläubigen-Steuer (Kirchensteuer von juristischen Personen) durch den Fiskus eingefordert.

      Interessanter Weise möchten religionisierte CH-Parteien dieses System noch auf weitere Sekten ausweiten.
      2 1 Melden
  • Gummibär 16.09.2018 10:59
    Highlight Highlight In den meisten Kantonen haben die Behörden die Pflicht, Delikte, welche ihnen in ihrer amtlichen Tätigkeit bekannt werden, zur Anzeige zu bringen.
    Privatpersonen (auch Beamte als Privatpersonen) unterstehen jedoch grundsätzlich keiner Anzeigepflicht.
    Priester können Schutzbefohlene missbrauchen, bei ihren Kollegen beichten und weitermachen - DIE KIRCHE MUSS DURCH GESETZ GEZWUNGEN WERDEN ANZEIGE ZU ERSTATTEN, WENN SIE VON STRAFTATEN IHRER AMTSTRAEGER WEISS .

    31 3 Melden
  • Menel 16.09.2018 09:41
    Highlight Highlight Ein Institution, die so etwas zulässt und sogar noch deckt, hat für mich jedes Recht verwirkt, in irgend einer Form etwas über moralische Grundsätze und Lebensweisen zu erzählen.
    64 3 Melden
    • Quackquackquack 16.09.2018 13:43
      Highlight Highlight Schreibt die Frau, die auf der kulturellen Grundlage eben dieser Institution hier im Westen frei ihren Senf abgeben darf. Realsatire.
      7 32 Melden
    • Jason84 16.09.2018 16:01
      Highlight Highlight Seit wann fördern Kirchen in Europa die Frauenrechte?
      15 2 Melden
    • leu84 16.09.2018 16:05
      Highlight Highlight @Menel: Ja. So ist es. Wenn man dann von der Trennung von Kirche und Staat spricht, dann ist es noch ein weiter Weg.
      11 0 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Gummibär 16.09.2018 08:58
    Highlight Highlight Die Zahlen sind erstaunlich.
    Pennsylvania 300 straffällige Priester 1000 Opfer
    Irland, Deutschland, Niederlande ähnliche Zahlen über den gleichen Zeitraum von etwa 50 Jahren.

    Weltweit sind ca. 400'000 Priester tätig. Mit vorsichtiger Schätzung ergibt das 40'000 Täter und über 100'000 Opfer.

    Wann endlich beschäftigt sich Interpol und alle angeschlossenen Länder mit diesem weltweit vernetzten Kinderschänder-Ring ?
    63 3 Melden
    • leu84 16.09.2018 16:06
      Highlight Highlight Und das sind nur uns bekannten Zahlen.
      5 1 Melden
  • öpfeli 16.09.2018 04:36
    Highlight Highlight Jeder mit Verstand tritt aus der Kirche aus.
    88 4 Melden
    • Mia_san_mia 16.09.2018 08:09
      Highlight Highlight Ich muss das wirklich auch machen...
      35 3 Melden
    • pamayer 16.09.2018 10:47
      Highlight Highlight Tut gut. Glaube (😂😂😂) mir.
      8 1 Melden
    • lily.mcbean 16.09.2018 10:50
      Highlight Highlight Mia. san mia, du kannst imfall auch deinen Treuhändler, falls du einen hast, bitten den Brief aufzusetzen dann musst du ihn nur noch unterschreiben un per eingeschriebenen Brief losschicken.
      12 2 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • nödganz.klar 16.09.2018 01:49
    Highlight Highlight Und trotzdem... hecheln Millionen von Menschen immer noch den Klerus an, zahlen fleissig Kollekte und Kirchensteuer und hoffen auf Seelenheil durch Glauben.
    Hat wohl eine verdammt gute Marketingabteilung, diese katholische Kirche.
    Nun ja, ich würde meine Kinder garantiert nicht mehr in die Nähe von Kirchen lassen.

    Wie kann man diesen Verein sexuell frustrierter Männer überhaupt noch unterstützen? Einzelfälle? Nein, Regelfall.

    Na, ihr macht euren Gott sicher stolz.
    40 3 Melden
    • E-Smoking 16.09.2018 14:42
      Highlight Highlight Leider werden Firmen noch immer gezwungen Kirchensteuern zu bezahlen. Ich kann dort unmöglich austreten. Das Volk bestätigte diesen BS beim letzten Urnengang. Kopfschütteln.
      7 2 Melden
    • Oxymora 16.09.2018 18:45
      Highlight Highlight Nicht mal jetzt wo die Parlamentarier AHV-finanzierung und Unternehmenssteuerreform verknüpft haben, denken Sie daran etwas an diesem Zustand zu ändern.

      In der Regel fällt ein fester Prozentsatz (je nach Kt) der Unternehmenssteuer an die Religionsgemeinschaften.

      Würde man diese Steuern an die AHV umleiten:

      Kämen sie der gesamten Gesellschaft zugute.

      Art.15 BV wäre in allen Kantonen gültig.

      Den Unternehmen entstünden keine Mehrkosten.

      Die Ungläubigensteuer wäre in ganz Europa abgeschafft.

      Leider ist CH-politik religionisiert, man sucht lieber nach Scheinlösungen.
      5 2 Melden
  • Snowy 16.09.2018 00:21
    Highlight Highlight Jeder zweite Amtsträger???! 😡😡😳🤮🤮

    Macht den Laden endlich dicht und zeigt diese Pädosexuellen an!
    172 2 Melden
    • lily.mcbean 16.09.2018 10:48
      Highlight Highlight Entfernt. Bitte formuliere deine Kritik sachlich. Danke, die Redaktion.
  • mAJORtOM95 16.09.2018 00:13
    Highlight Highlight Deshalb kehre ich der Kirche den Rücken zu. Ich glaube lieber an eine Zukunft mit fliegenden Autos als an einen Gott, der solche Taten ,,billigt,, (wenn er denn könnte).
    127 3 Melden
  • eBart! 15.09.2018 23:44
    Highlight Highlight Schon krass dass man das einfach so hinnimmt.. eine (standardisierte) Randnotiz - that's it.

    Wird aber ein Flüchtling oder so mal übergriffig und missbraucht, vergewaltigt oder belästigt er eine Frau, wird das medial wochenlang ausgeschlachtet.

    Oder wenn irgendwo in den arabischen Ländern mal jemand ausgepeitscht wird, ist der Westen empört.

    Hier aber schaut man einfach weg - anstandshalber bringt man kurz eine Meldung und dann ist Ende Gelände.
    32 9 Melden
    • Schnueffelix 16.09.2018 09:32
      Highlight Highlight Auch da zieht wieder das Lobbying. Man hat auch still und leise entschieden, dass Unternehmen weiterhin Kirchensteuer zahlen müssen. Selbst ich als Ausgetretener muss auf das Firmeneinkommen Kirchensteuer berappen, solange ich mit mir selber eine Einzelfirma im Handelsregister habe. Cool gell? Was im übrigen auch der Grund ist, dass ich dies Zeitnah wieder korrigieren werde.
      25 3 Melden
    • Gummibär 16.09.2018 11:20
      Highlight Highlight Einige wenige Kantone erheben keine Kirchensteuern für Unternehmen. Diese sind: Basel-Stadt, Schaffhausen, Appenzell Ausserrhoden, Aargau, Neuenburg und Genf.
      Firmensitz verlegen, sofern man kann.
      16 3 Melden
    • Oxymora 16.09.2018 15:42
      Highlight Highlight Ich lebe in einem dualen Kirchen-Kalifat, da zahlt man Ungläubigensteuern für die reformierte und die katholische Kirche. Eventuell kommen da bald auch noch islamische Vereine zum Abkassieren, wenn es nach dem Willen religionisierter Politiker geht.

      Warum Art. 15 BV für Vereine, Genossenschaften, Firmen keine Gültigkeit haben soll, ist und bleibt vorerst ein grosses Verfassungsrätsel.

      Bundesrichter gehen und kommen, es könnte daher sein, dass dieser Religionsfinanzierung eines Tages doch noch ein Rigel vorgeschoben wird.
      6 3 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Jason84 15.09.2018 23:24
    Highlight Highlight Ich finde es sehr erstaunlich das solch eine Organisation weiterhin so werkeln darf. Überall sonst hätte längst der Staat und die Strafverfolgung eingegriffen. Die Sekte ist in scheinheiligkeit nicht zu überbieten.
    37 2 Melden
  • Tornadillo 15.09.2018 22:38
    Highlight Highlight Erstaunt das noch irgend jemanden?
    181 2 Melden
    • Adualia 15.09.2018 23:36
      Highlight Highlight nein, einfach nur traurig.
      16 1 Melden
    • Schnueffelix 16.09.2018 08:55
      Highlight Highlight Weder Erstaunen noch Entrüstung werden an solchen Praktiken etwas ändern. Ich stelle eine Gegenfrage: Warum lassen wir das immer noch zu? Warum tolerieren wir solche machenschaften? Angefangen von Hasspredigten seitens Leuten wie Huonder bis hin zu Kindesmissbrauch, keiner wagt es diese "Heilige" Mafia anzugehen. Und so machen sie weiter, denn ihre Taten hat ja keine konsequenzen. Und ihr Gott wird ihnen schon verzeihen. Wir alle sind mit verantwortlich, weil wir wegsehen, weil unseren schönen Worten keine Taten folgen. Wir lassen unser wertvollstes Gut im stich, nämlich unsere Kinder.
      26 3 Melden

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