International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa05879749 Ousted South Korean president Park Geun-hye (C), leaves the prosecutors' office as she is transferred to a detention house in Seoul, South Korea, 31 March 2017. The Seoul Central District Court on 30 March 2017 to issue an arrest warrant for the ousted South Korean president Park Geun-hye. Park was questioned on a total of 13 charges that include bribery and abuse of power, in a case that has divided the nation and led to her impeachment earlier this month.  EPA/CHUNG SUNG-JU / POOL

Die frühere Präsidentin Park Geun Hye auf dem Weg in Untersuchungshaft. Bild: EPA/GETTY IMAGES POOL

Südkoreas ehemalige Präsidentin Park verhaftet – es drohen 10 Jahre Gefängnis



Drei Wochen nach ihrer Entmachtung als Präsidentin Südkoreas ist Park Geun Hye wegen Bestechlichkeit und anderer Vorwürfe verhaftet worden. Hintergrund ist ein Korruptionsskandal um eine enge Vertraute der entmachteten konservativen Politikerin.

Das Bezirksgericht in Seoul erliess in der Nacht zum Freitag (Ortszeit) auf Antrag der Staatsanwaltschaft einen Haftbefehl gegen die Tochter des früheren Diktators Park Chung Hee. Es bestehe die Gefahr, dass Beweismittel vernichtet würden, hiess es zur Begründung. Der 65-Jährigen droht nun ein Strafprozess.

Park sollte nach der Entscheidung des Ermittlungsrichters zu einer Haftanstalt südlich der Hauptstadt gebracht werden, berichteten südkoreanische TV-Sender. Die Staatsanwaltschaft hat bis zu 20 Tage Zeit, Anklage gegen Park zu erheben, um sie in Untersuchungshaft zu behalten.

Sollte Park vor Gericht gestellt werden, droht ihr nach Berichten südkoreanischer Medien bei einer Verurteilung eine Haftstrafe von mindestens zehn Jahren.

epa05878118 South Korean former President Park Geun-hye (2-R), as she leaves from her home on her way to the Seoul Central District Court, in Seoul, South Korea, 30 March 2017. Park faces a total of 13 charges that include bribery and abuse of power, in a case that has divided the nation and led to her impeachment earlier this month.  EPA/JEON HEON-KYUN

Park Geun Hye wird von den Ermittlern zuhause abgeholt. Bild: JEON HEON-KYUN/EPA/KEYSTONE

Skandal um Freundin Parks

Die Ermittler werfen Park vor, ihre Stellung als Präsidentin und ihre Macht im Interesse ihrer langjährigen Freundin Choi Soon Sil missbraucht und geheime Dokumente weitergegeben zu haben.

Auch steht Park im Verdacht, an der Erstellung einer schwarzen Liste von mehr als 9000 Kulturschaffenden und Künstlern beteiligt gewesen zu sein, die der ehemaligen Präsidentin gegenüber kritisch waren.

Der Skandal um die Präsidentin und ihre Freundin wühlte das Land monatelang auf. Im Dezember hatte das Parlament ein Amtsenthebungsverfahren gegen Park eingeleitet, am 10. März hatte das Verfassungsgericht sie ihres Amtes enthoben. Damit verlor sie auch ihre Immunität.

Samsung in Affäre verwickelt

Aus Sicht der Richter hatte Park es zugelassen, dass sich ihre Freundin in die Regierungsgeschäfte eingemischt habe. Choi hat nie ein öffentliches Amt inne gehabt. Sie soll dank ihrer Beziehung zu Park zahlreiche Unternehmen einschliesslich der Samsung-Gruppe genötigt haben, ihre Stiftungen und Organisationen mit Millionen zu fördern. Park hatte die Vorwürfe stets bestritten.

Unter anderen sitzen frühere Berater Parks und der Vize-Vorsitzende des Smartphone-Marktführers Samsung Electronics, Lee Jay Yong, in U-Haft. Am 9. Mai wählt das Land einen neuen Präsidenten.

Park ist das dritte ehemalige Staatsoberhaupt des Landes, das in Haft genommen wurde. Chun Doo Hwan (1980-88) und sein Nachfolger Roh Tae Woo (1988-93) wurden im August 1996 wegen eines Militärputsches von 1979 und der blutigen Niederschlagung von Demonstrationen 1980 in Kwangju sowie wegen Korruption verurteilt. Ein Jahr später wurden sie begnadigt. (sda/dpa)

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Diego Maradona ist an Herzinfarkt verstorben

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Ägypten hat ein Problem mit sexueller Gewalt – doch langsam regt sich Widerstand

In Ägypten steht sexuelle Belästigung für Frauen an der Tagesordnung. Auf Social-Media-Kanälen trauen sich einige von ihnen nun endlich, darüber zu sprechen – doch es gibt noch viele Hindernisse zu überwinden.

99 Prozent der ägyptischen Frauen haben einer Studie zufolge in ihrem Leben bereits sexuelle Belästigung erfahren – also eigentlich alle. Eine davon ist Nadeen Ashraf. Für die 22-Jährige ist Catcalling (Art der Belästigung von Fremden im öffentlichen Raum) normal. Auf den Strassen Kairos wird der Philosophiestudentin ständig nachgerufen oder nachgepfiffen. Das erzählt sie der englischen Zeitschrift Economist. Die Angst vor einer Vergewaltigung ist immer präsent.

Die Ursache dieses Problems ist …

Artikel lesen
Link zum Artikel