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Südkoreaner Kim Jong Yang ist nach erbittertem Streit neuer Chef von Interpol



In this Jan. 23, 2018, photo, Kim Jong Yang, the senior vice president of Interpol executive committee, speaks during a press conference in Changwon, South Korea. On Wednesday, Nov. 21, 2028, Interpol elected Kim Jong Yang as its president in a blow to Russian efforts at naming one of their own. (Kang Kyung-kook/Newsis via AP)

Kim Jong Yang Bild: AP/Newsis

Nach einem erbitterten Streit ist der Südkoreaner Kim Jong Yang zum neuen Chef von Interpol gewählt worden. Damit blieb der von mehreren Ländern befürchtete Sieg des russischen Bewerbers Prokoptschuk aus.

Die Mitgliedsländer bestimmten Kim bei ihrem Treffen in Dubai zum neuen Leiter der internationalen Polizeiorganisation. Dies teilte Interpol am Mittwoch über Twitter mit. Der Südkoreaner sei für zwei Jahre gewählt worden.

Kim Jong Yan hatte seit dem Rücktritt des bisherigen Chefs bereits übergangsweise an der Spitze von Interpol gestanden. Mit seiner Wahl blieb der von den USA und einigen osteuropäischen Ländern befürchtete Sieg des russischen Bewerbers Alexander Prokoptschuk aus.

Interpol koordiniert die internationale Zusammenarbeit der Polizei und dient dem Austausch von Informationen, zum Beispiel über gesuchte Personen. Der bisherige Präsident, der Chinese Meng Hongwei, war im September in seiner Heimat festgenommen worden. Gegen ihn wird wegen des Verdachts ermittelt, «Bestechungsgelder angenommen» zu haben und in illegale Aktivitäten verwickelt gewesen zu sein.

Karrierestart in Los Angeles

Der neue Präsident Kim ist bekannt dafür, international bestens vernetzt zu sein. Seine Karriere hatte ihn 2007 nach Los Angeles geführt, wo er im Generalkonsulat Südkoreas arbeitete. 2011 leitete er das Büro für auswärtige Angelegenheiten der nationalen Polizeiagentur.

Im Jahr 2013 wiesen südkoreanische Medien ihm allerdings nach, Teile seiner zehn Jahre zuvor verfassten Doktorarbeit an der Dongguk Universität in Seoul abgeschrieben zu haben. In einem Artikel der südkoreanischen Tageszeitung «Hankyoreh» räumte Kim Jong Yang diesbezüglich Fehler ein.

US-Senatoren, aber auch die Ukraine und Litauen hatten vor der Wahl des russischen Kandidaten Prokoptschuk gewarnt. Die amerikanischen Senatoren sahen die Gefahr, dass der Polizeigeneral die Organisation zugunsten der Kreml-Politik missbrauchen werde. US-Aussenminister Mike Pompeo warb offensiv für Gegenkandidat Kim. Auch London unterstützte die Kandidatur des Südkoreaners.

Ukraine lobt die Wahl

Der Kreml verurteilte die Äusserungen im Vorfeld als Wahlbeeinflussung. «Natürlich tut es uns Leid, dass unser Kandidat nicht gewonnen hat», sagte Regierungssprecher Dmitri Peskow vor Journalisten. Die Wahl habe in einer «Atmosphäre von unerhörtem Druck und Einmischung» stattgefunden. Es gebe aber «keine Gründe, dem Wahlergebnis nicht zuzustimmen».

Die Ukraine lobte nach der Wahl die Vertreter, sich nicht für Prokoptschuk entschieden zu haben. «Russlands Kandidat wurde abgewiesen. Diese Schlacht ist gewonnen», twitterte der ukrainische Innenminister Arsen Awakow.

An der 87. Generalversammlung nehmen Interpol zufolge knapp 1000 Delegierte aus 173 Ländern teil, insgesamt hat die Organisation 194 Mitgliedstaaten. Die tägliche Arbeit am Sitz in Lyon in Frankreich wird vom Generalsekretär geleitet. Das ist seit 2014 der Deutsche Jürgen Stock, ehemals Vize des deutschen Bundeskriminalamtes. Der Präsident leitet die Generalversammlung der Mitgliedstaaten und das Exekutivkomitee, das die Arbeit des Generalsekretärs überwacht. (aeg/sda/dpa)

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