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Tausende Schweizer Server haben «gravierende» Sicherheitslücken

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Viele Schweizer Server sind nicht sicher. (Symbolbild)Bild: keystone

Tausende Schweizer Server haben «gravierende» Sicherheitslücken – die Sonntagsnews

Gravierende Sicherheitslücken bei Schweizer Servern, private Daten in Händen von Hackern und ungerechtfertigte Erhöhungen der Mietzinsen: Das und mehr findet sich in den Sonntagszeitungen.
18.06.2023, 06:3119.06.2023, 07:49
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Schweizer Server haben gravierende Sicherheitslücken

100'000 Server in der Schweiz haben zuletzt Sicherheitslücken aufgezeigt. Die Hälfte davon war gravierend, wie die «NZZ am Sonntag» basierend auf einer Auswertung der Firma für Cybersicherheit, Dreamlab Technologies, schrieb. Mehrheitlich handle es sich um Server von Behörden, Verwaltungen sowie Bildungs- und Gesundheitsinstitutionen. Die Lücken sind laut der «NZZ am Sonntag» seit über einem Jahr bekannt. Auch Informatikspezialisten im Parlament bestätigten der Zeitung den mangelhaften Schutz.

Vordergründig hätten DDoS-Attacken, die relativ einfach abgewehrt werden können, und der viel raffiniertere Ransomware-Angriff auf die Berner IT-Dienstleisterin Xplain nichts miteinander zu tun. Das eine sei politisch motiviert, das andere ein Angriff der organisierten Cyberkriminalität. «Beides zeigt aber, wie schlecht die Schweiz aufgestellt ist, wenn es um die Verteidigung des Landes im virtuellen Raum geht», so Nicolas Mayencourt, Chef von Dreamlab Technologies.

Florian Schütz, Leiter des Nationalen Zentrums für Cybersicherheit NCSC, sieht die Schätzung von 50'000 lückenhaften Servern kritisch: «Da könnten auch private Websites mitgezählt werden, die schon seit Jahren inaktiv sind.»

Hacker gelangten auch an private Daten

Neben operativen Daten des Bundes sind Hackern auch Informationen von Privatpersonen in die Hände gefallen. Dabei handelte es sich um ausgefüllte Verwaltungsformulare, Pässe, Identitätskarten und Versicherungskarten, wie «Le Matin Dimanche» schrieb. Der Ransomware-Angriff auf den IT-Dienstleister Xplain wurde am 23. Mai bekannt. Bereits am 3. Juni wurde die Veröffentlichung von Daten des Bundes durch die Hacker bekannt. Unter anderem sind das Bundesamt für Polizei (Fedpol) und das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG), die SBB sowie Kantonspolizeien betroffen. «Ich habe an vielen Datenlecks in Europa und den USA gearbeitet, aber so etwas habe ich noch nie gesehen», sagte ein Experte der Zeitung.

Zahlreiche Vermieter verlangen zu hohe Zinserhöhungen

Fast die Hälfte aller bisher durch einen Mietzinsrechner überprüften Mieterhöhungen sind zu hoch ausgefallen. Im Kanton Zürich analysierten beispielsweise seit anfangs Juni über 5000 Mieterinnen und Mieter ihre Erhöhung. 48 Prozent erhielten die Empfehlung, diese anzufechten, wie ein Sprecher des Zürcher Mieterverbands der «SonntagsZeitung» sagte. Dafür haben Mieterinnen und Mieter 30 Tage Zeit. Hinter dem Rechner steht der Mieterverband. Der Hauseigentümerverband empfehle den Vermieterinnen und Vermietern, alle Mietverträge auf einen Anpassungsbedarf zu prüfen.

Hier geht es zur ausführlichen Story:

VBS will «Grenzen der Neutralität» definieren

Die Sonderkommission des Verteidigungsdepartements (VBS) will die Grenzen der Neutralität bei der internationalen Zusammenarbeit definieren. Das schrieb die «NZZ am Sonntag» basierend auf Recherchen. Der Fokus auf der Neutralität war bisher nicht bekannt. Er stiess im Parlament laut der Zeitung auf Kritik. Das neue Staatssekretariat unter Verteidigungsministerin Viola Amherd wird zudem Staatssekretariat für Sicherheitspolitik heissen. Gut ein Viertel des Personals des VBS-Generalsekretariats soll ins neue Staatssekretariat wechseln. Es sind vier Abteilungen vorgesehen: Sicherheitspolitische Grundlagen und Antizipation, Sicherheitspolitische Kooperation im Inland, Internationale Sicherheitskooperation und Informationssicherheitsdienste. Das ging aus einer internen Mitteilung an VBS-Mitarbeitende hervor, wie die «NZZ am Sonntag» schrieb.

SP will Massnahmen zur KI-Regulierung

Die SP hat in einem Grundsatzpapier 20 Massnahmen zur Regulierung von Künstlicher Intelligenz (KI) vorgeschlagen. Dazu zählen ein Rahmengesetz sowie Regeln zum Schutz der Menschen vor Diskriminierung oder Kontrollbehörden, wie die «SonntagsZeitung» schrieb. Damit wolle die Partei ein «demokratisches Desaster» verhindern, hiess es im Papier. Der Bundesrat will den Handlungsbedarf im Bereich der KI bis 2024 aufzeigen, sagte Bundesrat Albert Rösti kürzlich. Die Bürgerlichen stimmten zu, dass die Technologien Gefahren bergen. Die Wirtschaft solle aber nicht eingeschränkt werden, hiess es etwa seitens der Mitte.

Schweizer stören sich an hohen Medikamentenpreisen – nutzen sie aber trotzdem

Die Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer haben sich laut einer Umfrage an zu hohen Medikamentenpreisen gestört. Dennoch griffen sie lieber zu teureren Originalpräparaten statt zu Generika, wie die «SonntagsZeitung» basierend auf einer Auswertung des Pharmaverbands Interpharma schrieb. Den Widerspruch interpretierte der Co-Leiter des Forschungsinstituts GFS Bern, Urs Bieri, als Wunsch nach mehr staatlicher Regulierung. Bei den Medikamentenpreisen solle der Staat eingreifen, bei den Leistungen der Krankenkassen nicht, sagte er der «SonntagsZeitung». Trotz der weltweit höchsten Kosten sei das Schweizer Gesundheitssystem beliebt, schrieb «Le Matin Dimanche». Nur ein Prozent der Befragten beurteilte es als negativ.

IT-Probleme bei der Berner Finanzverwaltung

Säumige Zahler haben aufgrund von IT-Problemen keine Mahnung der Berner Finanzverwaltung erhalten. Wie viele unbezahlte Bussen durchsickerten, war laut «SonntagsBlick» zuletzt nicht bekannt. Der automatisierte Mahnungsprozess sei zwischenzeitlich gestoppt worden, hiess es von der Finanzdirektion. Experten würden an der Verbesserung des Systems arbeiten. Die Mahnungen sollen verzögert verschickt werden. Die Berner Finanzverwaltung hatte ihr Rechnungswesen auf die Software SAP umgestellt. Für die Umstellung waren 90 Millionen Franken budgetiert. Technische Probleme führten bereits dazu, dass Löhne und Rechnungen nicht bezahlt wurden.

Schweizer Unis prüfen Massnahmen gegen sanktionierte russische Studienbewerber

Die ETH Zürich hat wegen russischen Studierenden ein Rechtsgutachten in Auftrag gegeben. Die Hochschule will klären, wie sie mit Bewerbungen von sanktionierten russischen Institutionen umgehen soll, teilte sie der «NZZ am Sonntag» mit. Die Universität St.Gallen prüfe eine neue Rechtsgrundlage, um bei allfälligem Wissensmissbrauch Massnahmen ergreifen zu können. Mehr als tausend russische Studierende sind derzeit an den 13 grössten Schweizer Hochschulen immatrikuliert, schrieb die Zeitung. Ob sie zuvor an sanktionierten Universitäten studiert hatten, machten sie nicht öffentlich. Die Universitäten prüften die Bewerbungen eindringlich.

Neu sollen auch Bernhardiner Schafe beschützen dürfen

Neben den Hunderassen Montagne des Pyrénées und Pastore Abruzzese sollen weitere Rassen dem Schutz von Herden dienen dürfen. Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) erhielt entsprechende Anträge von Kantonen, wie eine Sprecherin zum «SonntagsBlick» sagte. Die Anträge könnten im Zusammenhang mit der Anpassung der Jagdverordnung geprüft werden, hiess es weiter. Ob dies geschieht, blieb offen. Im Kanton Graubünden sind bereits Anatolische Hirtenhunde im Einsatz. Subventionen erhalten die Landwirte dafür nicht. Im Kanton Wallis setzen Landwirte beispielsweise auch auf Bernhardiner. Landwirte importieren laut «SonntagsBlick» auch Hunde aus dem Ausland. (con/sda)

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