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Interview

Attentat von Hanau: «Rechtsextreme Influencer radikalisieren die ‹einsamen Wölfe›»

Tatwerkzeug Online-Medien: Ein rechter «einsamer Wolf» erschiesst in Hanau zehn Menschen. Expertin Simone Rafael sagt, wie sich rechte Fanatiker auf YouTube radikalisieren und warum sie wirklich zur Tat schreiten. Und sagt, inwiefern die AfD den Hass befeuert.



Interview Hanau Teaserbild

Bild: keystone/watson/zvg

Drei Anschläge innert wenigen Monaten: Der Rechtsterror wütet wieder in Deutschland. Die Gewaltspirale scheint sich unaufhörlich weiter zu drehen und gipfelt nun im Massaker von Hanau mit 11 Toten. Erkennen Sie ein Muster?
Simone Rafael: Tatsächlich gibt es eine markante Häufung von rechten Gewalttaten. Viele sind der Öffentlichkeit gar nicht bekannt. Und es ist eine deutliche Strategie erkennbar: Die rechtsextreme Szene fühlt sich offensichtlich durch das politische Klima befeuert. Insbesondere die jüngeren, online-affinen Extremisten glauben, dass der Untergang Deutschlands unmittelbar bevorsteht. Darum wollen sie einen Bürgerkrieg auslösen. Und zwar jetzt. Dies zeigte sich bei einer weiteren Terrorzelle, die erst letzte Woche von der Polizei ausgehoben wurde.

«Die AfD hat sich in den letzten zwei Jahren mit einer unglaublichen Geschwindigkeit radikalisiert.»

Sie sagen, das politische Klima sei ein Auslöser für den Rechtsterror. Inwiefern befeuert die AfD diese Entwicklung? Seit 2014 arbeiten die Pegida und die AfD fleissig daran, Rassismus, Antisemitismus und Islamophobie salonfähig zu machen. Die AfD hat sich in den letzten zwei Jahren mit einer unglaublichen Geschwindigkeit radikalisiert. Aus einer Professorenpartei mit rassistischen Zügen ist eine rechtsextreme Partei mit Nazi-Jargon geworden. Jüngst verlangte die AfD in Berlin etwa, die Anzahl der Sinti und Roma zu zählen. Damit schüren sie rechtsextreme Stimmungen. Die Rechtsparteien legen den Grundstock für solche Taten, ohne natürlich selbst aktiv zu werden. Weiter beobachten wir, dass sich die Rechtsextremen in alternativen sozialen Medien gegenseitig hochschaukeln, gerade in Messenger-Gruppen. Diese Plattformen haben viel Output und erhalten wenig Widerspruch.

Terror in Hanau: 11 Tote durch Schüsse in deutscher Stadt

«Es ist denkbar, dass Rechtsextreme in der Schweiz zur Waffe greifen.»

Die Schweiz ist bislang nicht vom Rechtsterror betroffen. Halten Sie Anschläge auch bei uns für denkbar?
Das kann überall passieren, auch in der Schweiz gibt es rechte Strömungen. Junge Rechtsextreme vernetzen sich wie gesagt vor allem im Internet, die lokale Einbindung ist weniger relevant. Darum ist es denkbar, dass auch in der Schweiz Rechtsextreme zur Waffe greifen.

Der Attentäter von Hanau ist offenbar ein «einsamer Wolf» gewesen, der sich weitgehend selbst im Internet radikalisiert hat. Wie läuft das genau ab?
So einsam sind die einsamen Wölfe nie. Sie teilen im Internet ihre rechte Ideologie, verbreiten Inhalte und knüpfen Kontakte. Ein wesentlicher Teil der Radikalisierung erfolgt heute via Messenger-Apps wie Telegram oder WhatsApp. Es gibt eine Art rechtsextreme Influencer. Die Gruppenmitglieder erhalten Botschaften und Videos direkt auf ihr Handy. Das wirkt, wie wenn ein Freund schreibt, und hat eine grosse Sogkraft. Auf YouTube beginnt oft die frühe Radikalisierung. Die Nutzer gucken erst «nur» simple, islamfeindliche Inhalte. Sie werden dann durch den YouTube-Algorithmus bei der Radikalisierung unterstützt. Zum Vergleich: Wenn Sie nach «joggen» suchen, wird später auch ein Video zum Langstreckenlauf angezeigt. Dasselbe gilt für rechte Inhalte. Viele Aussteiger haben uns erzählt, dass sie so mit strafrelevanten Sachen in Kontakt gekommen sind, nach denen sie gar nie gesucht haben.

Zur Person

Simone Rafael ist studierte Publizistin und Kunsthistorikerin. Sie baute 2002 das Internetportal www.mut-gegen-rechte-gewalt.de auf. Daneben entwickelt sie Ideen gegen Rechtsextremismus im Internet in Form von Kampagnen, Argumentationstrainings und Projektarbeit. Unter anderem entstand daraus das Projekt «Debate // De:Hate» zum Umgang mit Hassrede in sozialen Netzwerken.

Bild

Rechter Hass, wirre Gedanken: Tobias R. hat seine rassistische Weltanschauung im Internet ausgelebt und war polizeilich nicht bekannt. Was kann ein Auslöser sein, dass die Gedanken real werden und so eine Person dann wirklich zur Waffe greift?
Das muss man sicher von Fall zu Fall genau anschauen, persönliche Faktoren spielen eine Rolle. Wenn sich aber Menschen nur noch in rechtsextremen, virtuellen Welten aufhalten, dann lesen sie plötzlich nur noch Nachrichten, wie etwa dass Deutschland vor dem Untergang steht. Dies erzeugt ein Angstgefühl und löst Handlungsdruck aus. Es reicht nicht mehr, rechten Hass im Netz zu verbreiten oder rechtsradikale Parteien zu wählen, die ohnehin nichts ändern können. Dann greifen Leute zur Waffe.

«Zuerst gibt es ein Angstgefühl, gefolgt vom Handlungsdruck. Dann greifen die einsamen Wölfe zur Waffe.»

YouTube als Terror-Brandstifter: Sind die sozialen Medien völlig ausser Kontrolle?
Das würde ich so nicht sagen. Google, Facebook und Co. machen viel und haben die Community-Guidelines verschärft, viele Inhalte werden sofort gesperrt. Sie sind bemüht, den Hass zu stoppen. Gleichzeitig tummelt sich unglaublich viel rechtes Gedankengut auf den Plattformen. Das Problem: Viele toxische Inhalte sind so geschickt formuliert, dass sie nicht unter das Strafrecht fallen. Klar ist aber auch, dass die Rechtsextremisten vermehrt auf alternativen sozialen Medien aktiv sind, die wenig bis gar nicht kontrolliert werden.

Welche Plattformen meinen Sie?
Das wäre etwa der russischstämmige Facebook-Klon VK Netzwerk oder verschiedenste Gaming-Plattformen. Auf vielen US-basierten Diensten können Rechtsextreme ihrem Hass freien Lauf lassen, weil dies unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit geschieht.

epa08229956 Police investigators enter Midnight shisha bar after two shootings in Hanau, Germany, 20 February 2020. At least nine people were killed in two shootings at shisha bars in Hanau, police say. The perpetrator along with his alleged mother's body were also found dead later at his home.  EPA/ARMANDO BABANI

Der Täter erschoss in einer Shisha-Bar in Hanau mehrere Menschen. Die meisten waren Einwanderer. Bild: EPA

Oft versuchen Attentäter, ihre Tat live auf Facebook zu streamen. Machen die Social-Media-Betreiber genug dagegen?
Der live auf Facebook verbreitete Terroranschlag von Christchurch hat eine Wende eingeläutet. Seither arbeiten die grossen Social-Media-Dienste plattformübergreifend und löschen Inhalte sofort. Wenn ein Anschlag auf Facebook gestreamt wird, kann das Video dann nicht auf YouTube oder Twitter gestellt werden. Diese Bemühungen sorgen zumindest dafür, dass die Videos keine grosse Reichweite erhalten und noch mehr Angst auslösen.

Täglich werden alleine in Europa Milliarden Nachrichten verschickt. Was kann der Staat tun, um die rechten Hass-Botschaften zu stoppen?
Seien wir ehrlich: Es wird niemals möglich sein, das Internet und die Messenger-Dienste zu überwachen. Die deutschen Behörden haben beim Thema Rechtsextremismus zudem zu lange weggeschaut. Meldungen von Bezugspersonen werden zudem oft nicht ernst genommen. Die Hürden für die Bevölkerung sind zu hoch: Nach dem Anschlag von Halle hat die Bundespolizei eine Rechtsextremismus-Hotline aufgeschaltet. Es ist aber nur möglich, sich per Telefon zu melden. Ein Mail mit Screenshots zu schicken, das geht nicht. Da gibt es grosses Verbesserungspotential.

«Es wird niemals möglich sein, das Internet und die Messenger-Dienste zu überwachen.»

epa08234130 Flowers and candles have been placed at a makeshift memorial for the racist terror attacks in Hanau, Germany, 21 February 2020. At least nine people were killed in two shootings at shisha bars in Hanau, police said. The perpetrator, a suspected far-right extremist, was reportedly found dead later at his home along with the body of his mother.  EPA/ARMANDO BABANI

Die Bevölkerung von Hanau gedenkt mit Blumen der 10 Todesopfer. Bild: EPA

In Deutschland haben die Behörden die Überwachung der rechten Szene verstärkt. Genügt das?
Der Verfassungsschutz will 400 neue, hochspezialisierte Stellen schaffen. Diese 400 Stellen müssen aber zuerst besetzt und die Leute geschult werden. Das sind hochkomplexe Themenfelder. Es geht drei bis vier Jahre, bis diese neuen Mitarbeitergruppen richtig einsatzfähig sind. Ein weiteres Problem ist, dass auch innerhalb der Polizei und Bundeswehr rechtsextreme Ideologien unterstützt werden. Das ist ein Teil des Problems.

Der deutsche Verfassungsschutz spricht von rund 12'000 Rechtsextremen, die in Deutschland bekannt sind. Wie viele sind es wirklich?
Das weiss niemand. Die Zahl dürfte viel höher sein. ​

Die Gewaltspirale dürfte sich also vorerst weiterdrehen. Was kommt da noch auf uns zu?
Das ist eine sehr schwierige Frage. Ob Strafverfolgung oder Ächtung: Der Staat und die Zivilgesellschaft müssen sich mit aller Macht der Demokratie dem Problem entgegenstellen. Sonst gibt es eine weitere Zunahme von Anschlägen.

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79
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79Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • murrayB 23.02.2020 11:09
    Highlight Highlight Alles wäre nur halb so schlimm mit der Rechtsextremen Szene, wenn Deutschland nicht die "wir schaffen das" parole herausgegeben hätte- Deutschland von heute ist nicht mehr Deutsch und das sollte zu denken geben!
  • Caissa15 22.02.2020 13:50
    Highlight Highlight
    Ich sehe hier schwerstes Behördenversagen, zumal offenbar diverse Behörden das Risiko bekannt war , und dieser “Irre„ noch letztes Jahr eine charakterliche einwandfreie Lebensführungs Bescheinigung um die Waffenbesitzkarte behalten zu können, und seltsam das diese Person schon auffällig war ,als es die AfD noch gar nicht gab!
    • Daniel Caduff 22.02.2020 18:30
      Highlight Highlight Hier, für Dich. Eine schöne, grosse Opferrolle.

      Weil schuld sind immer die anderen.

      Die armen, willenlosen Rechten können halt nicht anders....
      Benutzer Bild
    • Basti Spiesser 23.02.2020 15:13
      Highlight Highlight @daniel

      Willst du etwa behaupten, es sei richtig gewesen, dass die Behörden dem Typen eine Waffe erlaubten?
  • Caissa15 22.02.2020 13:13
    Highlight Highlight
    Le Monde: Die Pariser Bürgermeisterkandidatin Rachida Dati, Republikaner, sagt, die Morde von Hanau seien ein hoher Preis für Merkels massive Grenzöffnung, deren Folgen sie nicht abgeschätzt hat. Dati wird dafür heftig von der Gegenseite kritisiert.
    https://www.lemonde.fr/politique/article/2020/02/21/les-propos-de-rachida-dati-apres-les-fusillades-en-allemagne-creent-la-polemique_6030418_823448.html
    • Swen Goldpreis 22.02.2020 14:06
      Highlight Highlight Merkel die Schuld zu geben, das ist ein bisschen so, als würde man sagen: Hätte es nicht so viele Juden gegeben, hätte Hitler sie auch nicht vergasen können (oder einen Zacken krasser: müssen).

      Selbst wenn man der Meinung ist, dass es zu viele Ausländer in einem Land gibt - was ja grundsätzlich eine legitime Ansicht ist - rechtfertigt das keinen Massenmord. Es hätte ja auch genügend legale Mittel geben, um im Rahmen des Rechts seine Meinung einzubringen.
    • Neruda 22.02.2020 19:07
      Highlight Highlight Haha und wenn Le Pen genau das gleiche, einfach im französischem Kontext, sagt, ist Frau Dati dann empört, dass man ihre Vorfahren nicht hätte reinlassen sollen 🙈😁
  • geissenpetrov 21.02.2020 22:45
    Highlight Highlight Für Memmi dient Rassismus primär der Herrschaftssicherung, Sinn und Zweck des Rassismus liegt in der Vorherrschaft. Sekundär kompensiert er psychische Defizite, „man festigt die eigene Position gegen den Anderen. Psychoanalytisch gesprochen ermöglicht der Rassismus eine individuelle und kollektive Stärkung des Ichs“. „Um groß zu sein, genügt es dem Rassisten, auf die Schultern eines anderen zu steigen“.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Rassismus
  • LaPalomaOhe 21.02.2020 20:59
    Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte beachte die Kommentarregeln.
  • P. Silie 21.02.2020 20:08
    Highlight Highlight Ein interessanter Beitrag in der WELT (leider nur mit Abo zu lesen).

    "Die Täter von Hanau, Oslo, Christchurch und Halle hinterließen Manifeste, die ihre Taten rechtfertigen sollten. Bei einer genaueren Untersuchung zeigt sich, dass es neben ihrem Fremdenhass besonders eine bemerkenswerte Überschneidung gibt."

    "Sie hatten seit ihrer Pubertät keine wirkliche Liebesbeziehung, sie hatten oft überhaupt keine Freundin oder wenn doch, dann nur für sehr kurze Zeit."

    Sie machten Feminismus verantwortlich, den darauf zurück zu führenden Geburtenrückgang, der nur durch Immigration ausgeglichen wird. https://www.tagesschau.de/investigativ/panorama/frauenhass-rechtsextremismus-101.html
    • Swen Goldpreis 22.02.2020 14:10
      Highlight Highlight Interessant. Dieser Zusammenhang ist tatsächlich noch viel zu unbekannt.
    • geissenpetrov 22.02.2020 18:36
      Highlight Highlight Wenn wunderts. Rechtsextreme und Rassisten kommen bei Frauen schlecht an. Führt Rassismus zu sexueller Frustration, ist dies einer frauenfeindlichen Haltung zuträglich, was schnell einen Teufelskreis herbeiführt. Am Ende bleibt nur noch der Hass auf alles und jeden.
    • Daniel Caduff 22.02.2020 19:09
      Highlight Highlight https://www.watson.ch/international/das%20beste%202019/755600064-die-neue-bedrohung-wer-sind-die-incels-und-woher-kommen-sie

      Nur einer von mehreren Artikeln zum Thema hier auf Watson.

      Oder google mal "Incel Alt Right".
    Weitere Antworten anzeigen
  • Todesstern 21.02.2020 19:48
    Highlight Highlight Der Titel birgt ein Risiko. So werden alle Einzelgänger, "einsam Wölfe" etc. in dem Fokus für diskriminierung rücken.

    Das finde ich nicht gut.
  • banda69 21.02.2020 19:45
    Highlight Highlight Rechter Terrorismus und rechte Hetze gehören ohne wenn und aber verfolgt und bestraft.

    Extreme rechtspopulistische Parteien wie die AfD und die SVP machen sich mit ihrer permanenten Hetze mitschuldig und gehören zur Verantwortung gezogen. Zudem tragen diese Parteien zur Verharmlosung von Nazis bei (insb. Christoph Blocher) .
    • murrayB 23.02.2020 11:17
      Highlight Highlight Gebe dir Recht- aber genauso müssen der linke Terrorismus und Hetze ohne wenn und aber verfolgt und bestraft werden.
  • Fisherman 21.02.2020 19:17
    Highlight Highlight Das Problem ist doch, dass in Deutschland seit 1945 konsequent bei rechtem Terror und Hetze weggeschaut wird. Und es ist überhaupt kein Zufall, dass die NSU jahrelang wüten konnte. Und es ist symptomatisch, dass Verfassungsschutz, Polizei und Bundeswehr von Rechten unterwandert sind.
    Und wie es der Experte gestern bei SRF4 gesagt hat: Ich bin überrascht, dass alle überrascht sind.

    Es ist alles öffentlich in YouTube, FB etc. Aber aus offensichtlichen Gründen interessiert es den Verfassungsschutz und Konsorten nicht.
    • Knety 22.02.2020 01:14
      Highlight Highlight In Deutschland ist man wie in keinem anderen Land sensibilisiert was rechte Hetze angeht. Dort wurden schon Parteien und Symbole verboten die in anderen Ländern nie verboten würden. Ob das zu einer "jetzt erst recht" Einstellung von Rechten führt sei mal dahingestellt, aber weggeschaut wird sicher nicht. Und bei der NSU ging die Polizei teilweise sehr dilettantisch vor.
    • geissenpetrov 22.02.2020 19:22
      Highlight Highlight @Knety
      "Ob das zu einer "jetzt erst recht" Einstellung von Rechten führt sei mal dahingestellt, aber weggeschaut wird sicher nicht."

      Diese "jetzt erst recht" Einstellung wird durch die steigende Deutungshoheit rechter Parteien befeuert und ausgenutzt.
      Setzt man als Zivilgesellschaft oder als Individuum klare Grenzen, dann leben sie ihre Ansichten in ihrem beschränkten Oberstübchen aus, aber ganz sicher werden sie sich dadurch nicht radikalisieren, denn dazu braucht es den Zuspruch einer Gruppe.
      Würden wir den alltäglichen Rassismus mehr ächten, gäbe es weniger solcher Fälle.
    • Knety 23.02.2020 00:01
      Highlight Highlight Das Problem ist wohl eher die Echokammer in der die Leute leben. Hier sind Google, Facebook und Youtube gefordert. Rassismus wird sehr wohl geächtet wie man ja beispielsweise bei Tönnies gesehen hat.
  • De-Saint-Ex 21.02.2020 18:20
    Highlight Highlight Na also... wer sagt‘s denn... „man wird ja wohl noch sagen dürfen“ führt nun mal zu „man wird ja wohl noch abdrücken dürfen“... wird seit Jahren moniert... und weg gehört. Auch wir in Europa werden uns also so wie in den USA an tägliche Massaker „gewöhnen“ müssen.
  • Sherlock_Holmes 21.02.2020 18:19
    Highlight Highlight Sehr gutes Interview mit differenzierten Erläuterungen zu wichtigen Aspekten.
    Ich denke Simone Rafael weiss, wovon sie spricht.

    Dennoch werden solche Stimmen und Fakten nach wie vor durch zu viele geleugnet.

    Nicht nur Deutschland leidet – wie ich an anderer Stelle schrieb – am fatalen Wundbrand des rechtsnationalen, faschistoiden Gedankengutes, von dem mittlerweile wachsende Bevölkerungsteile befallen sind.

    Je disruptiver der Wandel in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft fortschreitet, desto schwieriger ist dieser Bedrohung Einhalt zu gebieten.
    Dies erfordert sämtliche Ressourcen.
    • Cpt. Jeppesen 21.02.2020 18:57
      Highlight Highlight So wie das jetzige Herz/Blitz Verhältnis auf deinen Kommentar ist (um 18:55 10/6), gibt es da auch noch viel Nachholbedarf in der Schweiz.
      In Gesprächen wundere ich mich immer wieder wie sehr hierzulande der Faschismus verharmlost wird. Naivität, Dummheit, Unwissenheit, fehlende Empathie, ich weiss es nicht...
    • De-Saint-Ex 21.02.2020 20:09
      Highlight Highlight Nur letzteres Cpt. Jeppesen... gründet auf grenzenlosen weiss-christlichen Überlegenheitswahn.
    • atorator 21.02.2020 20:10
      Highlight Highlight Jeppsen: die Möchtegern-Nazis informieren sich per Gruppenchatsbüber solche Artikel. Relativiert sich ziemlich schnell, sobald die normale, arbeitende Leute nach Hause kommt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • MartinZH 21.02.2020 18:18
    Highlight Highlight Andreas Frei, Leitender Arzt an der Fachstelle Forensik der Psychiatrie Baselland, hält es kaum für möglich, dass ein derart gestörter Mann in rechtsextremen Gruppen aktiv verkehrte und dort Anklang fand.

    «Ein unbedeutender Anlass kann ihn zur Tat getrieben haben», sagt Frei. «Vielleicht wurden der innere Druck und sein Gefühl der Bedrohung zu gross. Er hatte sich ein Gebilde selber aufgebaut.» Er gehe deshalb davon aus, dass R. ein Einzeltäter mit rechtsextremem Gedankengut gewesen sei.

    Ist das nur ein Experten-Streit? Dass ein derart gestörter Mann keinen Anklang fand, finde ich plausibel.
    • Garp 21.02.2020 18:53
      Highlight Highlight Nein, das ist für mich kein Expertenstreit. Man kann Einzeltäter sein und sich auf einschlägigen Seiten Bestätigung holen, wenn man die Meingungen da liest und die Parolen.
      Je mehr die rechtsextremen Gemeinschaften wachsen, davon gibt es unzählige, desto eher findet jemand dahin und desto eher fühlt sich ein Mensch, wie der Täter bestätigt in seinen Gedanken und fühlt sich mehr bedroht, bis es zur Katastrophe kommen kann und derjenige zur Tat schreitet. Beides ist verknüpft miteinander.
    • Daniel Caduff 21.02.2020 19:03
      Highlight Highlight Ich seh da keinen Expertenstreit. Ein "Einsamer Wolf" entspricht ja genau der Definition von Einzeltäter.

      Und dass der Täter rechtsextremes Gedankengut verinnerlicht hatte, da sind sich ja offenbar die Untersuchungsbehörden, Frau Rafael und Herr Frei einig.

      Sollte sich der Täter sein rechtsextremes Weltbild eher passiv aufgebaut haben (Content eher konsumiert als produziert), macht das die Sache kein Bisschen besser. Und Rechtsextremismus kein Bisschen weniger gefährlich.

      Aktuell ist das die mit Abstand tödlichste Ideologie in Deutschland. Die AfD ist dabei nur die Spitze des Eisberges.

    • Rabbi Jussuf 21.02.2020 19:05
      Highlight Highlight Sehe ich auch so.
      Mir scheint der Fall von Hanau nicht in ein Schema von Rechtsextremismus zu passen.
      Die rassistischen und extremistischen Bruchstücke in seiner Verwirrung scheinen nur eine Verbildlichung seiner Krankheit zu sein, nicht jedoch eigentliches Gedankengut. Man findet das oft bei derartigen psychischen Veranlagungen. Nur schon die ausgeprägte Paranoia spricht dafür.
      Dieser Fall ist nicht in eine Reihe zu setzen mit kürzlichen rechtsextremistischen Taten.
      So wie auch der Fall von Frankfurt eher nicht dem Islamismus zuzurechnen ist.
    Weitere Antworten anzeigen
  • So oder so 21.02.2020 18:14
    Highlight Highlight

    Play Icon
  • Calvin Whatison 21.02.2020 18:10
    Highlight Highlight Aus Fassungslosigkeit und Ohnmacht muss mutige Einigkeit werden. Geben wir diesem Hass keine Chance.
    Benutzer Bild
  • Daniel Caduff 21.02.2020 17:52
    Highlight Highlight Einige Beispiele... (Ohne Gewähr, habs nicht verifiziert).
    Benutzer Bild
    • DesasterDog 21.02.2020 20:50
      Highlight Highlight Wie ich diese verpixelten sprüche liebe. Egal ob die schlechten JPEGS der AFD oder die der Linken... ich glaub nicht ein einziges "verpixelbildisiertes" bild mit "Fakten" ohne eine Quellenangabe.
    • Fisherman 21.02.2020 21:21
      Highlight Highlight Das ist ja das allerletzte.
    • Samurai Gra 22.02.2020 00:45
      Highlight Highlight Pfui
      Da kommt einem die Galle samt Magen hoch
    Weitere Antworten anzeigen
  • Domino 21.02.2020 17:23
    Highlight Highlight Der Generalbundesanwalt wusste seit November von der schweren psychischen Störung vom Amokläufer. Warum hat man ihm nicht die Waffen entzogen und ihn in die Klapse gesteckt?
    • Locutus70 21.02.2020 21:05
      Highlight Highlight @Domino - Angeblich hat er nix von wegen rechtsextrem geschrieben, das hat dann schon gereicht um die Sache ad Acta zu legen.
      Ich finde das auch ein Problem. Wenn wir ständig nur in diesen Kategorien rechtsextrem, linksextrem, islamistisch usw. denken sehen wir vielleicht den Wald vor lauter Bäumen nicht. Denn letztlich wird ja niemand als rechtsextrem, linksextrem oder Islamist geboren.
    • Pümpernüssler 22.02.2020 17:20
      Highlight Highlight Ein Schelm, wer böses denkt.
    • Rabbi Jussuf 22.02.2020 19:12
      Highlight Highlight Hinterher ist man immer gescheiter.
      Was denkt ihr denn, wie viele wirre Schreiben bei solchen Ämtern landen?
      Zudem hat er sich bis dahin nichts zuschulden kommen lassen. Also kann die Polizei sowieso nichts tun. Für einen vorsorglichen Freiheitsentzug braucht es schon einiges mehr, als nur ein Schreiben.
  • So oder so 21.02.2020 16:55
    Highlight Highlight Rechtsextreme Influencer ? Influencer sind ja schon übel - dieser Volksschullehrer gehört da auch dazu - Rechtsextremer Verschwörungstheoretiker - Wirklich zum Kotzen.

    Play Icon
    • atorator 21.02.2020 20:22
      Highlight Highlight Was für zwei armselige Würstchen.
    • Locutus70 21.02.2020 21:09
      Highlight Highlight Bei dem wäre ich mir nicht mal sicher, ob er rechtsextrem oder linksextrem ist. Das ist so ein typischer Fall, in dem sich das vermischen kann.
      "Wer weit genug rechts geht, kommt links wieder raus" oder eben umgekehrt.
    • So oder so 22.02.2020 16:52
      Highlight Highlight So Zwei Rechte Verschwörungstheoretiker die untereinander eine sachliche Diskussion versuchen zu führen.
    Weitere Antworten anzeigen

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