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epa06630990 Demonstrators hold placards showing detained former Catalan leader, Carles Puigdemont, near the prison, in Neumuenster, Germany, 26 March 2018. German police on 25 March 2018 detained former Catalan leader Puigdemont after he crossed into Germany from Denmark. Puigdemont is sought by Spain who issued an European arrest warrant against the former leader who is living in exile in Belgium.  EPA/JENS SCHLUETER

In Neumünster demonstrieren Separatisten vor dem Gefängnis, wo Puigdemont einsitzt.  Bild: EPA/EPA

Sie wollen Puigdemont noch immer als Präsidenten – Kataloniens Separatisten kämpfen weiter

Die Unabhängigkeitsbefürworter im katalanischen Parlament haben am Mittwoch gefordert, den in Deutschland festgenommenen Carles Puigdemont wieder als Regionalpräsidenten in sein Amt einzusetzen.



«In diesen für die Demokratie in Katalonien schwierigen Zeiten müssen wir öffentlich erklären, dass wir nicht auf die Amtseinführung von Carles Puigdemont verzichten», sagte die Abgeordnete Gemma Geis von Puigdemonts Mitte-rechts-Bündnis «Junts per Catalunya» (Zusammen für Katalonien).

Die Resolution hat allerdings eher Symbolcharakter, denn sie ändert nichts an der faktischen Unmöglichkeit, den 55-Jährigen ins Amt zu wählen. Puigdemont, der seit seiner Absetzung durch Madrid im vergangenen Oktober im Brüsseler Exil lebte, hatte Anfang März aufgrund seiner Lage darauf verzichtet, sich zum Regionalpräsidenten wählen zu lassen.

«In diesen für die Demokratie in Katalonien schwierigen Zeiten müssen wir öffentlich erklären, dass wir nicht auf die Amtseinführung von Carles Puigdemont verzichten»

Gemma Geis, katalanische Abgeordnete

Die Kandidatur des ebenfalls inhaftierten Jordi Sànchez, Chef der zivilgesellschaftlichen Katalanischen Nationalversammlung (ANC), war danach ebenso gescheitert wie diejenige des ehemaligen Sprechers der katalanischen Regierung, Jordi Turull. Wird bis zum 22. Mai kein Regionalpräsident gewählt, steht in Katalonien erneut eine Parlamentswahl an.

Puigdemont bleibt in Haft

Puigdemont dürfte derweil die Ostertage in einem Gefängnis in der norddeutschen Provinzstadt Neumünster verbringen. Die zuständige Generalstaatsanwaltschaft des deutschen Bundeslands Schleswig-Holstein wird vor Ostern keinen Antrag auf Auslieferungshaft stellen, wie eine Sprecherin am Mittwoch der Nachrichtenagentur DPA sagte.

epa06633643 Cardboards are displayed on a fence in front of the 'Justizvollzugsanstalt (JVA) Neumuenster' prison, where the former Catalan leader Carles Puigdemont is detained, in Neumuenster, Germany, 28 March 2018. German police on 25 March 2018 detained former Catalan leader Puigdemont after he crossed into Germany from Denmark. Puigdemont is sought by Spain who issued an European arrest warrant against the former leader who is living in exile in Belgium.  EPA/JENS SCHLUETER

Auf Flyern wird die Freilassung von Puigdemont verlangt. Bild: EPA/EPA

Die Prüfung der Unterlagen sei sehr komplex. Mit der Entscheidung, ob der Antrag gestellt wird, sei nicht vor Anfang kommender Woche zu rechnen. Beantragt die Anklagebehörde Auslieferungshaft, muss darüber das Oberlandesgericht entscheiden, das höchste Gericht des Bundeslands. Am Ende des Verfahrens könnte die Auslieferung des 55-Jährigen an Spanien stehen. Dort droht ihm eine lange Haftstrafe.

Puigdemonts deutscher Anwalt Wolfgang Schomburg forderte die deutsche Regierung nach einem Bericht der «Süddeutschen Zeitung» auf, «unverzüglich» zu erklären, dass Deutschland eine Auslieferung politisch keinesfalls bewilligen werde.

Eine solche politische Bewilligung des spanischen Rechtshilfeersuchens sei nach den Regeln des Gesetzes über die Internationale Rechtshilfe notwendig – unabhängig von der juristischen Entscheidung des Gerichts.

Katalonien ist nicht die einzige Region, die von Spanien unabhängig sein will

Puigdemont war am Sonntag an der Autobahn nahe der deutsch-dänischen Grenze festgenommen worden. Gegen ihn liegt ein europäischer Haftbefehl vor, den Spanien beantragt hatte. Die spanische Justiz wirft ihm Rebellion und Veruntreuung öffentlicher Gelder vor.

Der katalanische Ex-Regionalpräsident war im Herbst nach dem von der spanischen Zentralregierung und Gerichten verbotenen Unabhängigkeitsreferendum in Katalonien ins Exil nach Belgien geflohen – dorthin wollte er am Sonntag nach einem Besuch in Finnland mit dem Auto zurückkehren.

Ex-Ministerin stellt sich

Unterdessen hat sich die ebenfalls mit europäischem Haftbefehl gesuchte frühere katalanische Regionalministerin Clara Ponsati in Schottland der Polizei gestellt. Der 61-Jährigen werden wie Puigdemont Rebellion und Veruntreuung öffentlicher Mittel vorgeworfen. Ende Oktober hatte sie sich zunächst mit Puigdemont nach Brüssel und dann allein nach Schottland abgesetzt.

epa06634616 Former Catalan minister Clara Ponsati (L) is accompanined by her lawyer Aamer Anwar (R) as they leave, after Ponsati was granted bail, following her appearence at Edinburgh Sheriff Court in Edinburgh, Scotland, 28 March 2018. Clara Ponsati appeared from custody at an initial extradition hearing. Earlier in the day Clara Ponsati voluntary attended the Police Scotland office in answer to an European arrest warrant. Reports state that Clara Ponsati, in Spain, faces charges of violent rebellion and misappropriation of public funds which relates to the organising of the Catalonian referendum, which she utterly refutes and she will fight against the Spanish attempt to extradite her.  EPA/ROBERT PERRY

Bild: EPA/EPA

Ponsati stellte sich nun in einer Polizeiwache im Süden Edinburghs. Sie weise die Vorwürfe aber weiter zurück, berichtete die englische Nachrichtenagentur PA. Am Nachmittag wurde sie auf Kaution freigelassen, musste aber ihren Pass abgeben, so dass sie das Land nicht verlassen kann. Am 12. April soll sie erneut vor Gericht erscheinen.

Zwei katalanische Beamte, die Puigdemont bei seiner Rückfahrt von Finnland Richtung Belgien begleitet hatten, wurden zudem am Mittwoch in Barcelona festgenommen. Einer der beiden sei aus Brüssel kommend am Flughafen inhaftiert worden, der andere in der Nähe seines Hauses, berichtete die Zeitung «El País» unter Berufung auf Polizeiquellen.

Beide Männer arbeiten demnach als Sicherheitskräfte der katalanischen Polizei «Mossos d'Esquadra» und waren bei der Festnahme Puigdemonts in Schleswig-Holstein zusammen mit ihm im Auto unterwegs. Ihnen werde «Begünstigung» vorgeworfen, hiess es. (sda/dpa/afp)

Tausende protestieren gegen Festnahme Puigdemonts

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Video: srf

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    Alle Leser-Kommentare
  • Mario Kesselring 29.03.2018 00:03
    Highlight Highlight Das catalanische Parlament und ihre Parlamentarier haben als Vertreter des Volkes all das Recht der Welt selbst zu bestimmen nach welchen Regeln wer, wie und wann sie zu ihrem Präsident wählen möchten. Die Judicative hat hier gar nichts zu suchen.
  • Pidemitspinat 28.03.2018 23:09
    Highlight Highlight Ich will ja nicht gegen die EU wettern, aber droht jetzt jedem politisch Nichtgenehmen EU-weit eine Festnahme, wenn sein Heimatland dies beantragt? So ein Haftbefehl ist aus meiner Sicht höchst problematisch, denn er gilt in der ganzen EU, stützt sich aber nur auf die Gesetze eines einzigen Landes (Natürlich ist so ein Haftbefehl hilfreich bei Mordverdacht oder schweren Delikten usw.). Ich hoffe nur, die deutsche Justiz dient sich nicht der spanischen Krone an und liefert Puigdemont nicht aus. Unabhängig davon, ob die Katalanische Sache legitim ist oder nicht.
  • TheBean 28.03.2018 22:08
    Highlight Highlight Seit Monaten lese ich immer wieder von Puigdemont, aber ich habe keine Ahnung wie man seinen Namen ausspricht :(

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