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«Friendly Fire»: Russisches Militärflugzeug über dem Mittelmeer abgeschossen

18.09.2018, 16:23

Inmitten nächtlicher Luftangriffe auf Syrien ist ein russisches Militärflugzeug mit 15 Soldaten über dem Mittelmeer verschwunden. Nach russischen Angaben wurde das Aufklärungsflugzeug Il-20 versehentlich von der syrischen Luftabwehr abgeschossen.

Russlands Präsident Wladimir Putin wertet den Abschuss eines russischen Flugzeuges als Verkettung unglücklicher Umstände und entschärft damit einen sich anbahnenden Konflikt mit Israel. Man müsse noch genau untersuchen, was in Syrien passiert sei, sagte Putin. Zuvor hatte das russische Verteidigungsministerium Israel für den Abschuss eines russischen Aufklärungsflugzeuges mit 14 Insassen verantwortlich gemacht.

Der letzte Kontakt zu der russischen Maschine habe gegen 23.00 Uhr Moskauer Zeit (22.00 Uhr MEZ) stattgefunden, teilte das russische Verteidigungsministeriums in Moskau am Dienstag der Agentur Tass zufolge mit. Das Flugzeug habe sich auf dem Rückflug zur russischen Militärbasis Hamaimim an der Küste bei der Provinzhauptstadt Latakia befunden.

Eine Ilyushin IL-20 im russischen Kubinka.
Eine Ilyushin IL-20 im russischen Kubinka.Bild: wikicommons/DmitryTerekhov/CC BY-SA 2.0

Zu der Zeit hätten israelische Kampfjets des Typs F-16 Ziele in der syrischen Küstenprovinz Latakia angegriffen, sagte ein Vertreter des russischen Verteidigungsministeriums. Eine französische Fregatte habe zur gleichen Zeit Raketen abgefeuert.

Schiffe finden Wrackteile des Flugzeugs

Russische Suchschiffe haben im Mittelmeer Wrackteile der versehentlich von syrischen Truppen abgeschossenen Militärmaschine Il-20 gefunden. Auch Leichenteile der 15 getöteten Soldaten an Bord seien geborgen worden.

Das teilte das Verteidigungsministerium in Moskau am Dienstag mit. Die Absturzstelle liege im Meer etwa 27 Kilometer westlich des syrischen Küstenortes Banias, meldete die Agentur Interfax nach diesen Angaben.

Der Kreml wollte den Vorfall nicht kommentieren. Die Lage werde analysiert, sagte der Sprecher von Präsident Wladimir Putin, Dmitri Peskow. Er sagte auch nicht, ob ein Telefonat Putins mit dem israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu geplant sei. (whr/sda)

In Douma versucht man, die Spuren des Krieges zu beseitigen

Video: srf
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