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Kurden bitten Assad um Hilfe gegen Erdogan: Syrische Truppen marschieren in Manbidsch ein



Zur Abwehr eines Einmarschs der türkischen Streitkräfte ist die syrische Armee am Freitag in die strategisch wichtige Stadt Manbidsch nahe der Grenze zur Türkei einmarschiert. Ein Armeesprecher erklärte im Staatsfernsehen, die Soldaten hätten in der Stadt die syrische Nationalflagge gehisst.

Kurz zuvor hatten die syrischen Kurden, die sich durch den geplanten US-Truppenabzug in Bedrängnis sehen, die Regierung in Damaskus um Beistand gegen die Türkei gebeten.

«Wir laden die syrischen Regierungstruppen ein, die Kontrolle über die Gebiete zu übernehmen, die wir ihnen entzogen haben, insbesondere von Manbidsch, und diese Gebiete gegen eine türkische Invasion zu verteidigen», hiess in einer Erklärung der kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG), welche das Zweckbündnis mit dem syrischen Militär dokumentierte.

Der offizielle Sprecher der syrischen Streitkräfte gab am Freitag bekannt, dass die Stadt Manbidsch offiziell unter ihrer Kontrolle steht.

«Terrorismus zerschlagen»

Der syrische Armeesprecher sagte nach dem Einmarsch in Manbidsch, das Militär werde «den Terrorismus zerschlagen und alle Invasoren und Okkupanten besiegen». Es ist das erste Mal seit sechs Jahren, dass sich syrische Streitkräfte in der 30 Kilometer von der türkischen Grenze entfernten Stadt befinden. Dort wurden auch noch weiterhin Soldaten aus den USA und Frankreich vermutet.

Die YPG hatten Manbidsch 2016 erobert und damals die Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) aus der Stadt vertrieben. Dabei waren sie von der internationalen Anti-IS-Koalition unter Führung der USA mit Luftangriffen, Spezialkräften und Waffen unterstützt worden.

epa07077198 A handout photo made available by Syrian Arab News Agency (SANA)  shows Syrian President Bashar Assad chairing a meeting of the Central Committee of al-Baath Arab Socialist Party in Damascus, Syria, 07 October 2018. According to SANA, Assad said the 'Idleb agreement' was a temporary measure through which the state has achieved many gains and foremost stemming bloodshed, noting that this province and other Syrian territory will return to the Syrian state.  EPA/SANA HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Baschar al-Assad soll den Kurden helfen. Bild: EPA/SANA

Die YPG-Präsenz in der Stadt westlich des Euphrat war der Türkei von Beginn an ein Dorn im Auge, da sie ein unabhängiges kurdisches Gebiet an ihrer Südgrenze verhindern will. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte vor kurzem eine Militäroffensive angekündigt, um die YPG aus der Region zu vertreiben. Die türkische Armee verstärkte ihre Truppenpräsenz an der Grenze, von Ankara unterstützte syrische Rebellengruppen schickten Kämpfer nach Manbidsch.

Echo aus Ankara und Moskau

Das türkische Verteidigungsministerium erklärte am Freitag, die syrischen Kurden hätten «nicht das Recht», sich Beistand aus Damaskus zu holen. Syriens Verbündeter Russland hingegen, das Staatschef Baschar al-Assad im September 2015 um militärischen Beistand gebeten hatte, begrüsste den Vorstoss der syrischen Armee.

Der Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte, der Vormarsch trage zur «Stabilisierung der Lage» bei. Anfang Januar will Russland einen weiteren Syrien-Gipfel mit den Präsidenten des Iran und der Türkei einberufen. Sein Land sei an der Reihe, ein solches Treffen zu organisieren, sagte der russische Vize-Aussenminister Michailogdanow laut der Nachrichtenagentur Interfax.

Vergangene Woche hatte US-Präsident Donald Trump überraschend den Abzug der rund 2000 US-Soldaten aus Syrien angekündigt, woraufhin Erdogan erklärte, die YPG würden nun aus der Region vertrieben. Wegen der US-Truppenpräsenz in Nordsyrien hielt sich Ankara bis zu diesem Zeitpunkt mit Angriffen zurück. (cma/sda/afp)

Wiederaufbau in Syrien wird zur Herkulesaufgabe

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Video: srf

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44Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • chäsli 29.12.2018 12:20
    Highlight Highlight Dass die Amis abrücken ist ein Fehler, nun müssen die tapferen Kurden, hoffentlich nicht allein, gegen die kriegslüsternen Türken kämpfen. Gegen die Türkei sollten umfangreiche Embargo gemacht werden. Erdogan wird immer grössenwahnsinniger und frecher, er ist und bleibt ein Tyrann.
  • Heinz Maag 29.12.2018 11:06
    Highlight Highlight Komischer Artikel, das Präsidium in Ankara hat gestern erklärt, sollte Assad wirklich die Kontrolle über Manbisch übernehmen, ist die Sache mit dem einmarschieren türkischer Truppen kein Thema mehr. Ich empfehle jeden Nachrichten über die Türkei direkt bei offiziellen Regierungswebseite zu lesen. Es wird auch in englischer Version veröffentlicht.
  • Friedenstaube68 28.12.2018 21:58
    Highlight Highlight Es tauchen viele Fragen auf:
    - wie kann Erdogan sagen, dass die Kurden keine Unterstützung von Assad haben dürfen?
    - was machen Assad und seine Soldaten wenn die Rebellen und die Türken Richtung Mandbisch einmarschieren werden? Werden sie sich zurückziehen? oder bleiben?
    - wieso sind die Kurden im Januar nicht eingeladen? Wird Putin Erdogan irgendwie überzeugen?
  • katerli 28.12.2018 20:52
    Highlight Highlight Das sind doch gute Nachrichten oder? Hätte nicht gedacht das Syrien diesen Krieg überlebt. Aber allen Anschein nach wird es sich befreien können. Wünsche Syrien und all ihren Bürgern einen raschen Frieden und wiederaufbau. An dieser Stelle Frage ich mich was unser angelsachsischer Westen tun wird? Assad ein Held, Assad der schlächter, ist Assad jetzt wieder gut?
  • Nathanael II 28.12.2018 19:43
    Highlight Highlight Schlau gemacht vom Donald. Damit dehnt der Iran seinen Einfluss massiv aus, was innerhalb der nächsten 2 Jahren zu Krieg gegen Israel und damit gegen die USA führen könnte. Ein Krieg ist wohl die einzige Art, wie der Mafioso im Weissen Haus 2020 noch wiedergewählt werden kann.
  • El Vals del Obrero 28.12.2018 19:07
    Highlight Highlight Aus kurdischer Sicht dürfte Assad das geringere Übel als Erdogan sein (obwohl der noch vor 10 Jahren Friedensverhandlungen mit Öcalan führte, heute unvorstellbar).

    Und alle anderen lassen sie jetzt, nachdem sie Drecksarbeit wie gegen IS kämpfen und Yesiten retten erledigt haben, eh im Stich, wie es schon seit 100 Jahren ihr Schicksal ist.
  • satyros 28.12.2018 14:36
    Highlight Highlight Nachdem die Kurden den Blutzoll im Kampf gegen die Schlächter des IS gezahlt haben, sollen sie selber schauen wo sie bleiben. Und Trump feiert sich als grossen Sieger.
  • Muselbert Qrate 28.12.2018 13:06
    Highlight Highlight Gut haben sich die Amerikaner aus diesem Konflikt zurückgezogen!

    Wie wäre es, wenn Frankreich oder Deutschland endlich Veranwortung übernehmen würden?
    • reaper54 28.12.2018 13:12
      Highlight Highlight machen sie ja, Deutsche Patriot Abwehrraketen Einheiten bewachen die Türkische Grenze 💪🏻
      (dieser Kommentar kann Spiren von Ironie enthalten)
    • #10 28.12.2018 13:27
      Highlight Highlight Frankreich ist schon dort und will es vorläufig auch bleiben. https://foreignpolicy.com/2018/12/21/frances-existential-loneliness-in-syria/
    • Dong 28.12.2018 17:03
      Highlight Highlight @Muselbert: Was verstehen Sie unter „Verantwortung übernehmen“?
      Hoffentlich nicht die westliche Nahostpolitik seit George W. Bush!
  • Kubod 28.12.2018 12:25
    Highlight Highlight Die Information ist nicht ganz vollständig.
    Die von der Türkei unterstützten "Rebellen" sind übelste Dschihaddisten, teilweise deckungsgleich mit dem auch von der Türkei unterstützten IS.
    Erdogans Türkei ist nicht mehr das säkulare Staatswesen, wie unter Kemal Atatürk, sondern ein islamisches Gebilde, in welchem die AKP seine Politik mit religiösem Eifer vorantreibt.
    Wir haben auf der einen Seite die säkularen basisdemokratischen kurdischen Kämpfer, die Soldaten Assads und die Russen. Auf der anderern Seite die Dschihaddisten mit Sultan Erdogan an der Spitze.
    Wo immer Erdogan ist, ist Dschihad
  • marcog 28.12.2018 12:19
    Highlight Highlight Der Feind deines Feindes ist dein Freund. Aber nur bis der gemeinsame Feind besiegt ist. Hoffen wir mal, dass in Syrien irgendwann etwas Ruhe einkehrt, aber ich habe leise Zweifel, dass Assad wirklich eine Allianz mit den Kurden eingehen wird.
    • Bündn0r 28.12.2018 12:42
      Highlight Highlight In der Tat unwahrscheinlich. Immerhin handelt es sich um Seperatisten, die gerne einen Teil seines Territoriums eigenständig kontrollieren/regieren wollen.
      Solange in der Region ein friedliches Miteinander zwischen Kurden, Islam (auch den verschiedenen Auslegungen untereinander), Christen, Juden etc möglich ist, wird dies leider nicht passieren.
      Getrennte Staaten für getrennte Volksgruppen sind dabei aber nicht die anzustrebende Lösung, sondern höchstens eine temporäre Notmassnahme.
    • pun 28.12.2018 14:09
      Highlight Highlight Assad und die Kurden hatten während der gesamten Bürgerkriegzeit nie wirklich Krieg miteinander. Die Kurden kümmerten sich um ihre Gebiete, Assad zog sich aus diesen zurück und gewährte ihnen weitgehende Autonomie. Ich erwarte allerdings nicht, dass Assad den Kurden nach dem Krieg grossen Spielraum lässt.

      Was allerdings bemerkenswert ist, ist dass unter Assad die Bevölkerungsgruppen friedlich miteinander lebten, allerdings mit einem brutalen und korrupten Diktator an der Spitze.

      Wahrlich eine Wahl zwischen Pest und Cholera für die bunte syrische Bevölkerung.
    • The Count 28.12.2018 15:17
      Highlight Highlight BündnOr

      Für diese Aussage gibts einen Blitz: "Solange in der Region ein friedliches Miteinander zwischen Kurden, Islam (auch den verschiedenen Auslegungen untereinander), Christen, Juden etc möglich ist, wird dies leider nicht passieren."
    Weitere Antworten anzeigen
  • Liselote Meier 28.12.2018 12:16
    Highlight Highlight Kluger Schachzug der YPG. War die einzige Möglichkeit, die Offensive noch zu unterbinden, da die Türkei bereits „grünes Licht“ von Russland erhalten hat.
    • Jungle Head 28.12.2018 12:57
      Highlight Highlight Okay, aber irgendwie hätte demnach Assad auch "grünes Licht" von Russland bekommen, dass es die Verstärkung schicken darf. Verwirrend, diese Realpolitik. Wirkli chli wie Schach...
    • satyros 28.12.2018 15:27
      Highlight Highlight Denkbar ist auch, dass die Türkei und Syrien unter Vermittlung Russlands Einflusszonen abgesteckt haben.
    • DonChaote 28.12.2018 19:10
      Highlight Highlight @jungle head
      Sogar exakt der ursprung von schach... und die russen sind darin meisterhaft...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Pitsch Matter 28.12.2018 11:44
    Highlight Highlight Türkei und Syrien beides Freunde von Russland. Es wird Zeit das Putin sein Machtwort spricht.
  • walsi 28.12.2018 11:28
    Highlight Highlight Moment mal, jetzt soll es Assad richten?! War er nicht noch bis vor kurzem das personifizierte Böse, welches man unbedingt ausmerzen muss?
    • Abraham Colombo 28.12.2018 11:36
      Highlight Highlight Ich denke leider ist Assad momentan Global Politisch gesehen das kleinste Übel. Das die USA sich nun aus der Verantwortung zieht ist haarsträubend, dach dem sie erwiesenermaßen mit verantwortlich sind für diesen Krieg.
    • Paul_Partisan 28.12.2018 11:50
      Highlight Highlight Sobald der Bürgerkrieg vorbei ist sind demokratische Wahlen unabdinglich. Ausserdem gilt es den Krieg und die begangenen Verbrechen aufzuarbeiten. Das Assad dies politisch überleben wird kann ich mir nicht vorstellen. Oder hoffe es zumindest.
      Zum jetzigen Zeitpunkt ist er aber wohl das notwendige Übel um diesen Krieg zu beenden.
    • Sauäschnörrli 28.12.2018 11:53
      Highlight Highlight Das war die Ansicht der Amerikaner. Und die gehen ja jetzt nach Hause.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Paul_Partisan 28.12.2018 11:09
    Highlight Highlight Tragisch dass es soweit kommen musste, allerdings wohl die einzige Möglichkeit für die YPG. Der Türkische Angriffskrieg muss sofort gestoppt werden. Bleibt zu hoffen dass Assad die aufopfernd kämpfenden Kurden mit Autonomie (ähnlich wie im Irak) entlohnt und die errungenen Siege über den IS und andere Fanatiker nicht umsonst warten. Für ein freies Rojava!
  • Adumdum 28.12.2018 11:07
    Highlight Highlight Ja schon, dann hat sich der US Truppenabzug ja schon gelohnt... Darf sich in der EU allerdings auch keiner aufregen - weil Blauhelme oder sonstige Truppen schickt da ja auch keiner hin zum Schutz der Kurden. Über Trump lästern ist leicht, selbst Verantwortung zu übernehmen alles andere als...
    • Albert J. Katzenellenbogen 28.12.2018 13:50
      Highlight Highlight Wäre das nicht eher Sache der UNO? Und weshalb diese da niemanden hinschicken ist offensichtlich.
    • Scrj1945 28.12.2018 15:34
      Highlight Highlight Welche nationen sitzen den da im uno sicherheitsrat und sind da noch die schlüssel nationen? Richtig russland und die usa. Und es wird nicht vorkommen das beide nationen zustimmen, was aber nötig wäre für eine intervention

Die Kurden, Trump, Erdogan und Assad: Was du über die Kriegswirren in Rojava wissen musst

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Im Stundentakt ändern sich die Schlagzeilen über den Krieg in Nordsyrien: «Türkische Truppen marschieren in Syrien ein», «IS-Terroristen nutzen Chaos nach türkischer Invasion», «Kurden bitten Präsident Assad um Hilfe». Verwirrung total. Klar ist: Die Situation für die Kurden spitzt sich stetig zu, Hunderttausende haben ihre Häuser verlassen und sind auf der Flucht. Die Zahl der Todesopfer, darunter Zivilisten, Kinder und Journalisten, steigt täglich.

Bei den verschiedenen involvierten Akteuren …

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