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Anti-Terror-Einsatz in Argenteuil (Frankreich).
Bild: Francois Mori/AP/KEYSTONE

Abdeslam will nicht Drahtzieher der Pariser Anschläge gewesen sein + Mutmasslicher Flughafen-Attentäter gefasst

Die Hinweise verdichten sich: An der Planung der Anschläge in Paris und Brüssel waren dieselben Männer beteiligt. Im Stadtteil Schaerbeek der belgischen Hauptstadt lief heute ein weiterer Anti-Terror-Einsatz. Die Ereignisse im Überblick.
24.03.2016, 23:5226.03.2016, 13:08

Nach den Selbstmordattentaten in Brüssel und dem vereitelten Anschlag in Paris haben Ermittler in Frankreich und Belgien bei Razzien mehrere Verdächtige festgenommen. Damit werde das Netzwerk zerschlagen, das für die Terrorattacken in beiden Städten verantwortlich sei, sagte der französische Präsident François Hollande. Zugleich warnte er vor einer anhaltenden Bedrohung: «Wir wissen, dass es andere Netzwerke gibt.»

Die Ereignisse im Liveticker:

Liveticker: 25.3. Terror in Belgien

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21:58
Flugzeug in Wien nach Verdacht von Passagierin geräumt
Auf dem Wiener Flughafen ist am Samstag eine Easy-Jet-Maschine geräumt worden, nachdem eine Passagierin den Verdacht geäussert hatte, ihr Sitznachbar könne ein Extremist der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) sein. Die Frau habe geglaubt, auf dem Handy des Mannes Botschaften mit Bezug zum IS gesehen zu haben.

Es sei allerdings nichts Verdächtiges gefunden worden und die Maschine sei schliesslich endlich nach London gestartet. Die Frau und ihr Sitznachbar mussten allerdings am Boden bleiben.
16:36
Identität von 24 Opfern geklärt
Vier Tage nach den Terroranschlägen in Brüssel sind die meisten Todesopfer identifiziert. Bei 24 der 31 von Selbstmordattentätern getöteten Menschen sei nun geklärt, um wen es sich handelt, teilte die Staatsanwaltschaft laut Nachrichtenagentur Belga am Samstag mit.

Mittlerweile geht das Gesundheitsministerium von 340 Verletzten aus - bisher war von 300 Personen die Rede. Rund 100 Verletzte sind danach noch im Krankenhaus, davon 23 auf der Intensivstation. Einige Opfer haben schwere Verbrennungen. (sda/dpa)
13:51
Staatsanwaltschaft bestätigt Verhaftung mutmasslichen Attentäters
In Belgien ist einer der mutmasslichen Attentäter von Brüssel in Haft und wird eines Terroranschlags beschuldigt. Wie die Staatsanwaltschaft am Samstag mitteilte, handelt es sich um den am Donnerstag festgenommenen Fayçal Cheffou. Der Mann wäre somit der bisher einzige mutmassliche Beteiligte an den Anschlägen von Brüssel, der identifiziert und festgenommen werden konnte.

Fayçal Cheffou werden die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, terroristische Morde und versuchte Morde zur Last gelegt. Einem zweiten Mann namens Aboubakar A. werde die Teilnahme an terroristischen Aktivitäten vorgeworfen.

Bei Fayçal Cheffou handelt es sich nach Medienberichten um den gesuchten dritten mutmasslichen Attentäter vom Flughafen Brüssel. Er wäre demnach in Polizeigewahrsam.

Belgische Ermittler hatten am Freitag mitgeteilt, ein Fayçal Cheffou sei einer von drei Männern, die in der Nähe des schwerbewachten Gebäudes des Generalstaatsanwaltes festgenommen worden seien. Sie liessen aber offen, ob er der dritte Mann vom Flughafen sei.

Der Zeitung «Le Soir» zufolge ist Fayçal Cheffou derjenige, der auf einem Überwachungsvideo mit heller Jacke und einem Hut in Begleitung der beiden Selbstmordattentäter zu sehen sei. Dem Bericht zufolge wurde er von dem Taxi-Fahrer wiedererkannt, der die drei Männer zum Flughafen gefahren habe. In anderen Medien hiess es, Cheffou habe als freier Journalist gearbeitet.
epa05226012 A handout photograph provided by Belgian Federal Police shows a CCTV grab of a suspect in the Zaventem airport attack in Brussels, Belgium, 22 March 2016. A surveillance camera at Zaventem airport in Brussels captured footage of the alleged perpetrators of the explosions that took place earlier the day. It reveals two men dressed in black and both wearing one glove on their left hand, which according to La Libre Belgique could have served to conceal the detonators. The third, dressed in a white jacket and wearing a black hat, is being 'actively pursued' in the meantime, according to Belgian newspapers.  EPA/BELGIAN FEDERAL POLICE / HANDOUT BEST QUALITY AVAILABLE HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES
Bild: EPA/BELGIAN FEDERAL POLICE
12:59
Abdeslam relativiert Rolle bei Pariser Anschlägen
Der einzige überlebende Terrorist der Pariser Anschläge will keine grosse Verantwortung getragen haben. In seiner Vernehmung bezeichnet Salah Abdeslam den toten Abdelhamid Abaaoud als Drahtzieher.

Wie die französische Zeitung «Le Monde» berichtete, bezeichnete Abdeslam den wenige Tage später bei einem Polizeieinsatz getöteten Abaaoud als Planer der Anschläge, bei denen im vergangenen November 130 Menschen von drei Terrorkommandos getötet wurden.
epa05218645 An undated handout picture provided by the Belgian Federal Police on 17 November 2015 shows Paris terror attack suspect Salah Abdeslam at an undisclosed location. Belgian media on 18 March 2016 report Salah Abdeslam has been wounded during a Belgian police anti-terror operation in Molenbeek suburb of Brussels.  EPA/BELGIAN FEDERAL POLICE / HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES
Bild: EPA/BELGIAN FEDERAL POLICE
«Es ist Abaaoud. Ich weiss das durch meinen Bruder Brahim. Er ist es, der mir gesagt hat, dass Abaaoud der Verantwortliche war», sagte Abdeslam laut Zeitung, die sich in ihrer Samstagausgabe auf das Protokoll der Befragung beruft. Er habe Abaaoud nur ein Mal zwei Tage vor den Anschlägen getroffen. Die Staatsanwaltschaft in Brüssel wollte den Bericht auf Anfrage nicht bestätigen oder kommentieren.

Brahim Abdeslam hatte sich bei den Anschlägen am 13. November vor einem Pariser Restaurant in die Luft gesprengt. Sein Bruder Salah will vor allem für die Infrastruktur gesorgt haben.

«Ich habe die Autos und Hotels zur Vorbereitung der Attentate in Paris gemietet», berichtete der 26-Jährige laut Zeitung. Er habe das auf Wunsch seines Bruders Brahim gemacht. «Jedes Mal, wenn ich etwas bezahlen musste, um diese Attentate vorzubereiten, kam das Geld von Brahim.»

Sprengstofffürtel weggeworfen

Bei den Anschlägen war Abdeslam nach seinen Angaben Teil des Kommandos, das sich am Stade de France in Saint-Denis in die Luft sprengen sollte. Dort spielte gerade die französische Nationalmannschaft gegen das deutsche Team. «Ich habe meine drei Passagiere abgesetzt und bin weitergefahren.» Er sei dann ziellos durch die Gegend gefahren und habe das Auto irgendwo parkiert.

Den Sprengstoffgürtel, der später gefunden wurde, habe er weggeworfen und seinen Freund Mohamed Amri kontaktiert. Der alte Bekannte aus dem Brüsseler Stadtteil Molenbeek und ein weiterer Bekannter, Hamza Attou, hatten Abdeslam in Paris abgeholt und nach Belgien gebracht. Amri und Attou waren nach den Pariser Anschlägen in Belgien festgenommen worden.

Abdeslam will seit den Anschlägen von Brüssel mit mindestens 31 Toten nach Angaben des belgische Justizministers Koen Geens nicht mehr mit Ermittlern sprechen.
12:46
EU-Anti-Terror-Koordinator warnt vor Angriffen auf Atomanlagen
Der Anti-Terror-Beauftragte der Europäischen Union, Gilles de Kerchove, hat vor einem Angriff auf belgische Atomanlagen gewarnt. «Ich wäre nicht überrascht, wenn in den nächsten fünf Jahren das Internet genutzt würde, um einen Angriff zu verüben», sagte de Kerchove der belgischen Zeitung «La Libre Belgique» vom Samstag.

Durch einen Hacker-Angriff könnten Attentäter laut dem EU-Koordinator die Kontrolle über die Schaltzentrale eines Atomkraftwerks übernehmen. Auch sei ein Angriff auf ein Kontrollzentrum für den Flugverkehr oder eine Schaltanlage für den Schienenverkehr denkbar.
European Union's Counter-Terrorism Coordinator Gilles de Kerchove speaks during an interview with Reuters at the EU Council building in Brussels June 19, 2014. The hardline Islamist group that has seized parts of Syria and Iraq is probably training and directing foreign fighters to carry out attacks in Europe and elsewhere, the European Union's counter-terrorism coordinator said on Thursday. To match Interview IRAQ-SECURITY/KERCHOVE         REUTERS/Francois Lenoir (BELGIUM - Tags: POLITICS CONFLICT)
Bild: FRANCOIS LENOIR/REUTERS
Die Cyber-Abwehr des belgischen Verteidigungsministeriums schätzte de Kerchove als «recht gut» ein. Zwar seien die USA, Grossbritannien und Frankreich besser aufgestellt. «Aber ich denke, im Falle eines Angriffs ist unser Verteidigungsministerium recht gut», sagte der Belgier.

De Kerchove äusserte sich inmitten der Sorge um die Sicherheit der belgischen Atomanlagen Tihange und Doel. Nachdem bereits eine Reihe von Pannen Zweifel an der Sicherheit ausgelöst hatten, wuchs die Sorge nach den Anschlägen von Brüssel am Dienstag weiter. Die belgischen Behörden hatten nach den Anschlägen am Flughafen und in der U-Bahn das Personal der Atomkraftwerke teils vorsorglich evakuiert und die Sicherheit um die Anlagen verstärkt.
12:48
AKW-Wachmann erschossen
Die belgische Zeitung «La Dernière Heure» berichtete am Samstag, dass am Donnerstag ein Wachmann an einer Nukleareinrichtung in der Gegend des südbelgischen Charleroi erschossen worden sei. Der Dienstausweis des Opfers sei gestohlen worden. Von offizieller Seite wurden die Angaben zunächst nicht bestätigt.

Im Februar war bekannt geworden, dass die belgische Polizei bei Ermittlungen zu den islamistischen Anschlägen von Paris vom November Aufnahmen einer Überwachungskamera gefunden hatte, die einen Mitarbeiter der belgischen Atomindustrie zeigen.

«La Dernière Heure» berichtete am Donnerstag, die Brüder Khalid und Ibrahim El Bakraoui - zwei der Brüsseler Selbstmordattentäter - hätten eine versteckte Kamera vor dem Haus des Direktors des belgischen Atom-Forschungs- und Entwicklungsprogramms kurz nach den Pariser Attentaten entfernt.

Die mit der Kamera gefilmten Aufnahmen seien im Dezember bei einem der Verdächtigen der Pariser Anschläge, Mohamed Bakkali, sichergestellt worden. Die Zeitung schloss daraus, dass die Brüder womöglich einen Anschlag auf Belgiens Atomkraftwerke geplant hatten.
12:26
Dritter Flughafen-Attentäter laut Zeitungsbericht gefasst
Der dritte Attentäter vom Brüsseler Flughafen soll nach einem Zeitungsbericht gefasst und identifiziert worden sein. Das berichtete die Zeitung «Le Soir» am Samstag unter Berufung auf gute Quellen. Demnach sei der in der Nacht zum Freitag festgenommene Faycal Cheffou von dem Taxifahrer identifiziert worden, der das Terrorkommando zum Flughafen gebracht habe. Eine offizielle Bestätigung für die Informationen gab es zunächst nicht.

Seit dem Bombenanschlag am Brüsseler Flughafen am Dienstag mit mindestens 11 Toten war fieberhaft nach dem Mann gesucht worden. Auf dem Bild der Überwachungskamera ist er in der Flughafenhalle rechts von den beiden Selbstmordattentätern Najim Laachraoui und Ibrahim El Bakraoui mit weisser Jacke und schwarzem Hut zu sehen.
epa05226546 A handout image provided by Belgian Federal Police shows a CCTV grab of one of the three suspects in the Zaventem airport attack in Brussels, Belgium, 22 March 2016. A surveillance camera at Zaventem airport in Brussels captured footage of the alleged perpetrators of the explosions that took place earlier the day. It reveals two men dressed in black and both wearing one glove on their left hand, which according to La Libre Belgique could have served to conceal the detonators. The third (pictured), dressed in a white jacket and wearing a black hat, is being 'actively pursued' in the meantime, according to Belgian newspapers.  EPA/BELGIAN FEDERAL POLICE / HANDOUT BEST QUALITY AVAILABLE HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES
Bild: EPA/BELGIAN FEDERAL POLICE
Nach der Festnahme von Cheffou hatte es bereits am Freitag Spekulationen gegeben, wonach es sich bei ihm um den Gesuchten handeln könnte. Die Staatsanwaltschaft hatte am Freitag die Festnahme von Cheffou bestätigt, aber keine Angaben zu Verbindungen zu den Flughafenattentätern gemacht.
11:04
Passagierflüge von und nach Brüssel nicht vor Dienstag
Die Wiedereröffnung des Brüsseler Flughafens verzögert sich nach den Terrorangriffen weiter. Vor Dienstag werden Passagierflüge am dortigen Flughafen Zaventem nicht starten oder landen, wie der Airport am Samstag mitteilte.

Der Flughafen habe mit den Vorbereitungen für neue Sicherheitsmassnahmen begonnen, die von der Regierung beschlossen worden seien. Welche Massnahmen darunter genau zu verstehen sind, wurde zunächst nicht bekannt.
Blown out windows are visible near where Secretary of State John Kerry was to participate in wreath-laying at Brussels Airport in Brussels, Belgium, Friday, March 25, 2016, paying his respect to victims of terrorist attacks that left more than 30 dead at Brussels Airport. (AP Photo/Andrew Harnik, Pool)
Bild: AP/POOL, AP
Wann der Wiederaufbau der durch die Explosionen beschädigten Abflughalle beginnen kann, ist nach Angaben der Flughafenleitung nach wie vor unklar. Die richterlichen Untersuchungen am Flughafen seien mittlerweile abgeschlossen. Das Unternehmen habe die Genehmigung bekommen, Freitagnachmittag mit einer kleinen Gruppe von Ingenieuren das Gebäude zu untersuchen, um den entstanden Schaden zu begutachten.
8:48
Athener Polizei hatte Pläne zu Brüssel-Anschlag entdeckt
Die griechische Polizei soll vergangenes Jahr in zwei Wohnungen in Athen Pläne entdeckt haben, die auf einen Terroranschlag auf dem Flughafen von Brüssel hindeuteten. Bereits damals seien die belgischen Behörden informiert worden, berichtet ein griechischer Sender.

Der Athener Nachrichtensender Skai beruft sich am Samstag auf die griechische Polizei. Unter anderem sei eine Karte des Flughafens von Brüssel gefunden worden. Dem Bericht zufolge wurden die Unterlagen in Wohnungen von Abdelhamid Abaaoud entdeckt, der als mutmasslicher Drahtzieher der November-Anschläge von Paris gilt.
An undated photograph of a man described as Abdelhamid Abaaoud that was published in the Islamic State's online magazine Dabiq and posted on a social media website. A Belgian national currently in Syria and believed to be one of Islamic State's most active operators is suspected of being behind Friday's attacks in Paris, acccording to a source close to the French investigation. &quot;He appears to be the brains behind several planned attacks in Europe,&quot; the source told Reuters of Abdelhamid Abaaoud, adding he was investigators' best lead as the person likely behind the killing of at least 129 people in Paris on Friday. According to RTL Radio, Abaaoud is a 27-year-old from the Molenbeek suburb of Brussels, home to other members of the militant Islamist cell suspected of having carried out the attacks.  REUTERS/Social Media Website via REUTERS TVATTENTION EDITORS - THIS PICTURE WAS PROVIDED BY A THIRD PARTY. REUTERS IS UNABLE TO INDEPENDENTLY VERIFY THE AUTHENTICITY, CONTENT, LOCATION OR DATE OF THIS IMAGE. FOR EDITORIAL USE ONLY. NOT FOR SALE FOR MARKETING OR ADVERTISING CAMPAIGNS. FOR EDITORIAL USE ONLY. THIS PICTURE WAS PROCESSED BY REUTERS TO ENHANCE QUALITY.
Bild: HANDOUT/REUTERS
Dem Bericht zufolge wurden die Unterlagen in Wohnungen entdeckt, die von Islamisten angemietet worden waren. Nach den Anschlägen von Paris im November habe sich herausgestellt, dass es sich bei einem der Männer um Abdelhamid Abaaoud gehandelt habe, meldete der Sender. Abaaoud gilt als mutmasslicher Drahtzieher der Pariser Anschläge. Er wurde im November wenige Tage nach Terrorserie bei einem dramatischen Anti-Terror-Einsatz im Pariser Vorort Saint-Denis getötet.

Abaaoud hatte auf seinen Reisen quer durch Europa auch eine Wohnung in Athen gemietet. Die französische Polizei hatte nach seinem Tod eine DNA-Probe des 27 Jahre alten Terroristen an die griechischen Behörden übermittelt. Damals war im Zuge der Ermittlungen in einer anderen Wohnung auch ein 33-jähriger Mann festgenommen worden, den die griechischen Behörden anschliessend nach Belgien überstellten.
6:42
Belgischer Polizist liess Anfrage zu Attentäter versanden
Ein belgischer Polizist im türkischen Istanbul hat nach Angaben der Regierung in Brüssel den Informationsfluss über den Attentäter Ibrahim El Bakraoui zwischen beiden Ländern verschleppt. Das gab der belgische Innenminister Jan Jambon bekannt.

Der Verbindungsbeamte habe «mindestens nachlässig und weder sehr proaktiv noch sehr engagiert» gehandelt, als die türkischen Behörden Angaben zu El Bakraoui gemacht hätten, sagte Jambon am Freitag vor Parlamentariern. Der Mann habe «einen Fehler gemacht», was «inakzeptabel» sei.
In this image made available Thursday, March 24, 2016 by Haberturk newspaper, Ibrahim El Bakraoui is pictured in a July 2015 image taken by Gaziantep police. The Islamic State group claimed responsibility for the attacks in Brussels and Paris, which have laid bare European security failings and prompted calls for better intelligence cooperation and a tougher response to Islamic State extremists. Belgian prosecutors have said at least four people were involved in the attacks on Tuesday, March 22 on the Brussels airport and a subway train, including brothers Ibrahim and Khalid El Bakraoui, identified as suicide bombers. European security officials identified another suicide bomber as Najim Laachraoui, a suspected bombmaker for the Paris attacks. (Haberturk newspaper via AP)
Bild: STR/AP/KEYSTONE
Jambon gab an, El Bakraoui sei am 11. Juni im türkischen Gaziantep an der Grenze zu Syrien festgenommen worden, worüber der belgische Verbindungsbeamte in Istanbul am 26. Juni informiert worden sei. Drei Tage später habe der Polizist die Informationen nach Brüssel weitergeleitet.

Die dortige Antiterrorbehörde habe daraufhin um weitere Informationen über den in Belgien wegen kleinerer Delikte verurteilten El Bakraoui gebeten. Bis zum 20. Juli sei jedoch nichts geschehen. «Der Verbindungsoffizier hat nichts unternommen, es gab seinerseits keine Kommunikation mehr», sagte Jambon.

Die Türkei hatte Belgien zuvor vorgeworfen, Warnhinweise über den des Landes verwiesenen El Bakraoui ignoriert zu haben. Am Freitag bekräftigte Staatschef Recep Tayyip Erdogan die Kritik. Die belgischen Behörden hätten «nicht das Notwendige unternommen», sagte er.
20:37
«Europa entwickelt sich leider zu einem grossen Belgien»
Der Vorsitzende der Neu-Flämischen Allianz (N-VA), der stärksten politischen Kraft in Belgien, Bart De Wever, hat Versäumnisse bei der Integration muslimischer Jugendlicher in seinem Land eingeräumt. «Wir waren nicht in der Lage, ihnen eine flämische Version des amerikanischen Traums anzubieten», sagte De Wever dem SPIEGEL. «Das ist unser Problem.»

Vor dem Hintergrund der Integrationsprobleme vieler europäischer Staaten gehe die Flüchtlingspolitik von Kanzlerin Angela Merkel in die falsche Richtung, so der belgische Politiker, der auch Bürgermeister von Antwerpen ist. Die Politik der offenen Grenzen sei ein «epochaler Fehler».

Im Gespräch mit dem SPIEGEL, das vor den Anschlägen von Brüssel geführt wurde, kritisierte De Wever zudem den ineffizienten Staatsapparat Belgiens. Er sei «langsam, kompliziert, nicht effizient. Politiker in Belgien arbeiten oft wie Handwerker in alten Häusern: Es wird ohne Blaupause vor sich hingewerkelt.» Auch die Europäische Union biete keine Lösung, so De Wever. «Europa entwickelt sich leider zu einem grossen Belgien, anstatt Belgien zu einem kleinen Europa.»
19:55
Video zeigt Polizei-Einsatz in Schaerbeek
19:44
Wird Abdeslam kooperieren?
Artikel der New York Times über die Situation von Salah Abdeslam.
17:43
Identitäten der Opfer werden nach und nach bekannt




17:42
Es gibt noch weitere Zellen
Laut dem französischen Präsidenten François Hollande sei man kurz davor, die Terrorzelle, die für die jüngsten Anschläge in Brüssel und Paris verantwortlich ist, zu zerstören. Allerdings gebe es noch weitere aktive Zellen.

17:39
Paris-Attentäter Abdeslam spricht nicht
Der in Belgien verhaftete mutmassliche Paris Attentäter Salah Abdeslam verweigert seit seiner Festnahme die Aussage, wie die französische Nachrichtenagentur AFP berichtet.

16:59
Identität der Attentäter bestätigt
Die Identitäten der drei Selbstmordattentäter von Brüssel sind offiziell bestätigt. Neben den Brüdern Ibrahim und Khalid El Bakraoui sprengte sich am Dienstag auch Najim Laachraoui in die Luft.

Das gab die belgische Staatsanwaltschaft bekannt und bestätigte damit mehrere Medienberichte. Laut Behörde war Najim Laachraoui einer der beiden Attentäter vom Brüsseler Flughafen.

Najim Laachraoui
epa05224532 A handout picture provided by the Belgium Federal Police on 21 March 2016, shows Najim Laachraoui, one of the suspects of the Paris terrorist attacks, on November 13th, 2015. Najim Laachraoui, formerly thought to be named Soufiane Kayal, has been identified as an accomplice of Salah Abdeslam, and was said to be using a fake Belgian Identity card by the name of Kayal, during the Paris attacks.  EPA/BELGIUM FEDERAL POLICE/HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES
Bild: EPA/BELGIUM FEDERAL POLICE
16:34
Verdächtiger verletzt, Einsatz beendet
Der Bürgermeister des Stadtteils Schaerbeek, Bernard Clerfayt, sagt, der Verdächtige habe bei dem Einsatz eine leichte Verletzung am Bein erlitten. Es habe wegen der Entschärfung von Bomben mehrere kleine Explosionen gegeben.

Medienberichten zufolge wurde der Einsatz inzwischen beendet. Die Nachrichtenagentur Belga hatte zuvor gemeldet, eine Spezialeinheit habe eine Wohnung in Schaerbeek gestürmt. Medienberichten zufolge waren zwei Explosionen zu hören. Sprengstoffexperten seien vor Ort. Der Sender RTBF berichtete, ein Mann mit einem Rucksack sei «neutralisiert» worden.
14:40
Berichte über Explosion bei Razzia in Brüssel
In der belgischen Hauptstadt Brüssel läuft nach Medienberichten ein neuer Anti-Terror-Einsatz der Polizei. Bei dem Grosseinsatz am Freitag im Stadtteil Schaerbeek sei eine Explosion zu hören gewesen, meldete die Nachrichtenagentur Belga. Der öffentlich-rechtliche Sender RTBF berichtet gar von zwei Detonationen.

Aus französischen Polizeikreisen hiess es, die Razzia stehe in Zusammenhang mit der Festnahme eines Islamisten bei Paris vom Vortag. Eine offizielle Bestätigung für einen Zusammenhang zwischen der Razzia und den Terroranschlägen in Paris oder Brüssel gab es zunächst nicht.

Die Polizei hat Anwohner laut Belga aufgefordert, in den Wohnungen zu bleiben. Die Umgebung sei abgeriegelt worden, schwerbewaffnete und maskierte Kräfte sowie Armeefahrzeuge seien im Einsatz.
Anschlagsplan in Frankreich vereitelt
Zwei Tage nach den Anschlägen von Brüssel haben französische Behörden mit der Festnahme eines Verdächtigen nach eigenen Angaben einen Anschlagsplan durchkreuzt. Laut Innenminister Bernard Cazeneuve war der Attentatsplan «im fortgeschrittenen Stadium».

Der Minister sprach von einer bedeutenden Festnahme. Die betreffende Person sei Franzose und stehe im Verdacht, eine wichtige Rolle bei der Anschlagsplanung gespielt zu haben, sagte Cazeneuve am späten Donnerstagabend in einer vom Fernsehen übertragenen Ansprache.



Die Person habe sich in einem Terrornetzwerk bewegt, das in Frankreich zuschlagen wollte, sagte er. Der Festnahme durch den Inlandgeheimdienst am Donnerstagmorgen seien wochenlange intensive Ermittlungen vorausgegangen.

Bislang gebe es keine greifbaren Hinweise auf einen Zusammenhang mit den Anschlägen von Paris und Brüssel, sagte Cazeneuve. «Die laufende Untersuchung wird die Umrisse dieses kriminellen Unterfangens und die möglichen Komplizenschaften klären.»
USA soll El Bakraouis gelistet haben
Der US-Fernsehsender NBC berichtete unterdessen unter Berufung auf nicht näher genannte Verantwortliche, die Brüder Ibrahim und Khalid El Bakraoui, beide wurden als Selbstmordattentäter von Brüssel identifiziert, seien den US-Behörden als Terrorverdächtige bekannt gewesen.

Die belgischen Sicherheitsbehörden stehen seit den Pariser Anschlägen vom November stark in der Kritik, weil diese in Belgien vorbereitet wurden. Belgische Medien spekulierten, dass das Land einer noch grösseren Katastrophe entgangen sein könnte. Möglicherweise seien Anschläge nach Pariser Vorbild geplant gewesen, wo im November 130 Menschen getötet wurden.
Bruder verurteilt Tat
Der Bruder eines der Selbstmordattentäter vom Flughafen zeigte sich unterdessen «betroffen» und «niedergeschlagen» angesichts der von Najim Laachraoui verübten Gewalttat. «Ich wollte nicht glauben, dass er es war, aber man kann sich seine Familie nicht aussuchen», sagte Mourad Laachraoui am Donnerstag vor Journalisten.
Mourad Laachraoui, Belgian Taekwondo athlete and brother of Najim Laachaoui, implicated in the Brussels bombing attacks,  addresses a press conference in Brussels, Belgium, March 24, 2016.    REUTERS/Christian Hartmann
Bild: CHRISTIAN HARTMANN/REUTERS
Zweiter Brüssel-Attentäter gefasst?
Am Freitagmorgen kam es dann laut dem Radiosender RTBF im Zuge einer Razzia zu einer weiteren Verhaftung in der Gemeinde Forest. Eine offizielle Bestätigung liegt dafür bisher nicht vor. Ausserdem berichtet die belgische Zeitung «De Standaard», die Polizei habe den zweiten Attentäter des Anschlags auf die Metro gefasst. Dem Bericht zufolge erkannte ein Polizist den flüchtigen Terroristen auf einer Überwachungskamera. Die Staatsanwaltschaft hat diese Festnahme bisher nicht bestätigt.
Polizei-Einsätze in Schaerbeck
Die Polizei führte in der Nacht auf Freitag bis gegen 1 Uhr mehrere Durchsuchungen in den Brüsseler Gemeinden Schaerbeck und Jette durch, wie die belgische Nachrichtenagentur Belga meldete. Es seien Spezialkräfte und ein Helikopter der Polizei im Einsatz gewesen. Zudem sei die Polizei auch durch die Armee unterstützt worden.
Sechs Personen verhaftet am Donnerstag
Am Donnerstag sind in Brüssel nach Angaben der Staatsanwaltschaft sechs Menschen festgenommen worden. Wer die Festgenommenen sind, wurde zunächst nicht bekannt. Im Laufe des Freitags wird über Haftbefehle entschieden.

Fünf Festnahmen erfolgten laut der Staatsanwaltschaft an zwei verschiedenen Orten im Zentrum von Brüssel, eine weitere im Vorort Jette. Details sollten erst am Freitag bekannt gegeben werden. Drei der sechs Personen seien «direkt vor unserer Tür» festgenommen worden, teilte ein Sprecher mit. Die Männer hätten sich aus bislang ungeklärten Gründen in einem Auto vor dem Gebäude der Staatsanwaltschaft aufgehalten.

Was am Freitag geschah:

  • In Belgien durchsuchten Polizisten mehrere Wohnungen in den Stadtvierteln St. Gilles, Schaerbeek und Forest. Dabei wurden nach Angaben der Staatsanwaltschaft drei Personen in Gewahrsamgenommen. Zwei von ihnen seien bei den Polizeieinsätzen am Bein verletzt worden. Bei einer Festnahme kam es den Ermittlern zufolge durch eine kontrollierte Sprengung zu mehreren Explosionen. Der öffentliche Sender RTBF berichtete, einer der Festgenommenen habe einen Koffer mit Sprengstoff bei sich getragen.
  • Laut Staatsanwaltschaft stehen die Festnahmen in Brüssel in Verbindung mit neuen Anschlagsplänen in Frankreich. Dort hatten Ermittler am Donnerstag nach eigenen Angaben einen Anschlag vereitelt und den mutmasslichen Terroristen Reka Kriket festgenommen. Er soll Verbindungen zu einem der Drahtzieher der Attentate in Paris, Abdelhamid Abaaoud, gehabt haben und stehe im Verdacht, zu einer Gruppe zu gehören, die einen Anschlag vorbereitet habe, sagte Innenminister Bernard Cazeneuve.
  • Zudem bestätigte die Staatsanwaltschaft in Brüssel am Freitag dieIdentität des dritten Selbstmordattentäters. Nach Angaben der Ermittler sprengte sich am Dienstag auch Najim Laachraoui am Flughafen in die Luft. Der 24-Jährige soll die Sprengsätze gebaut haben, die in Paris benutzt wurden. Die anderen beiden Selbstmordattentäter von Brüssel waren bereits als die Brüder Ibrahim und Khalid El Bakraoui identifiziert worden.
  • Aus dem Bericht der Staatsanwaltschaft wird auch deutlich, welche Verbindungen es zwischen den Anschlägen von Paris und Brüssel gibt. So seien DNA-Spuren des Attentäters an den Tatorten in Parisgefunden worden, dem Stadion Stade de France und dem Musikklub Bataclan. DNA-Spuren wurden ausserdem an einem Sprengstoffgürtel entdeckt, in einem Mietshaus in Auvelais sowie in einer Wohnung in Schaerbeek, die von den Terroristen gemietet worden war.
  • Zudem gab die Staatsanwaltschaft bekannt, dass drei der sechs am Donnerstag festgenommen Personen weiterhin in Gewahrsam sind. In welchem Zusammenhang die Männer zu den Anschlägen am Dienstag in Brüssel stehen, teilte die Behörde nicht mit.
  • Ausserdem wurde am Freitag bekannt: In Deutschland wurden bereits am Donnerstag zwei Männer festgenommen, die in Verbindung zu den Terroranschlägen von Brüssel gebracht werden. Bei dem in Giessen aufgegriffenen Mann fanden Ermittler nach SPIEGEL-Informationen zwei verdächtige SMS vom Tag der Brüsseler Anschläge, in denen unter anderem der Name des U-Bahn-Attentäters, Khalid El Bakraoui, sowie das Wort «fin» – französisch für «Ende» – standen.
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