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Schweizer Velofahrer getötet: Terrormiliz «IS» bekennt sich zu Attentat in Tadschikistan

30.07.18, 14:20 30.07.18, 22:13


Amateur-Aufnahmen vom Tatort. 

Bei einem Angriff auf Touristen in Tadschikistan sind am Sonntag ein Schweizer getötet und eine Schweizerin verletzt worden. Das bestätigte das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) am Montag. Die «IS»-Miliz reklamierte das Attentat für sich.

Das EDA leiste konsularischen Schutz, teilte es weiter mit. Es stehe in Kontakt mit der verletzten Schweizerin, den Angehörigen sowie den lokalen Behörden.Insgesamt wurden beim Angriff vier Menschen getötet und zwei verletzt. Die Angreifer hätten «Messer und Schusswaffen» dabei gehabt, sagte Innenminister Ramason Hamro Rahimsoda am Montag in der Hauptstadt Duschanbe. Bei den weiteren Todesopfern handelt es sich um zwei Velofahrer aus den USA und einen Niederländer.

«IS»-Miliz bekennt sich zu Attentat

Am Montagabend reklamierte die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) das Attentat für sich. Die «IS»-Miliz erklärte, eine «Abordnung von Soldaten des Kalifats» habe das Attentat begangen, wie das auf die Auswertung islamistischer Internetseiten spezialisierte US-Unternehmen SITE mitteilte. Der Angriff habe «Bürgern der Kreuzfahrer-Staaten» gegolten.

Innenminister Rahomsoda hatte zuvor gesagt: «Wir ermitteln in alle Richtungen. Wir können nicht sagen, ob es sich um einen Terrorakt handelt.» Die Polizei erschoss nach eigenen Angaben im Zuge ihrer Fahndung fünf Verdächtige – unter ihnen den 21-jährigen Halter des Tatfahrzeugs. Vier weitere Verdächtige seien festgenommen worden.

Eine Person unverletzt geblieben

Eines der beiden verwundeten Opfer sei durch einen Messerstich verletzt worden, sagte der Innenminister. Der Zustand des Opfers sei stabil. Ein siebtes Mitglied der Radfahrergruppe, ein Franzose, sei unversehrt geblieben und werde von der Polizei befragt.

Zunächst waren die Behörden des zentralasiatischen Landes von einem Verkehrsunfall mit Fahrerflucht ausgegangen. Der Angriff ereignete sich im Bezirk Danghara, 150 Kilometer südlich der Hauptstadt Duschanbe, auf dem bei Velotouristen beliebten Pamir Highway.

Tadschikistan ist die ärmste der ehemaligen Sowjet-Republiken und wird seit 1992 autoritär von Präsident Emomali Rakhmon regiert. Die Mehrheit der Bevölkerung sind Muslime.

Die Behörden gehen hart gegen religiösen Fundamentalismus vor. 2015 machte Tadschikistan mit radikalen Massnahmen wie erzwungenen Bartrasuren und Einschränkungen für die Pilgerreise nach Mekka von sich Reden. (wst/sda/afp)

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7Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • N. Y. P. D. 30.07.2018 18:09
    Highlight Ich habe die ellenlangen Sicherheitshinweise des EDA zu Tadschikistan gelesen.

    Und ich muss mich ernsthaft fragen, wie grenzenlos unbekümmert muss man sein, um eine Velotour durch dieses Land zu planen.

    Vermutlich denken diese Velofahrer, dass man ihnen ansieht, dass sie alle lieb sind. Noch ein paar schön farbige Tücher mit Peace ans Velo binden und dann geht das sicher gut.
    70 45 Melden
    • RomT 30.07.2018 23:13
      Highlight Mit gleichen Massstäben bemessen sähe die Reisewarnung für Frankreich wohl ähnlich lang aus.

      Jeder, der schon mal ausserhalb Europas war weiss, dass man die Warnhinweise relativieren muss...
      4 7 Melden
  • Echo der Zeit 30.07.2018 14:27
    Highlight "Tadschikistan ist die ärmste der ehemaligen Sowjet-Republiken und wird seit 1992 autoritär von Präsident Emomali Rakhmon regiert. Die Mehrheit der Bevölkerung sind Muslime" Jo und genau darum ist es gerade so Hipp dort Ferien zu machen - ist nicht Touristen überlaufen und es hat keine Eisbären und auch kein Vulkan - die Einheimischen sind Super Freundlich und Lieben unsere Westliche Kultur.
    22 28 Melden
    • N. Y. P. D. 30.07.2018 19:52
      Highlight @watson

      Ich wünschte mir mal einen Artikel zum Thema :

      Kommentare aufschalten

      Mich würde Wundernehmen, was genau so schwierig ist, Kommentare zeitnah aufzuschalten.

      In allen Artikeln dauert es mitunter Stunden, bis Kommentare aufgeschaltet werden.

      Und wie üblich : Ihr seid in allen Bereich TOP.

      Aber beim Aufschalten FLOP.

      P.S. Der Kommentar von @Echo der Zeit brauchte 6 h, bis er das Licht der Öffentlichkeit erblickte.
      17 5 Melden
    • WStern 30.07.2018 21:19
      Highlight @N. Y. P.: Haha, ja, ich mir auch. Ich kann versuchen zu erklären: Die Schwierigkeit liegt darin, dass wir 1) alle Kommentare manuell freischalten, und 2) mit einer enormen Zunahme an Kommentaren konfrontiert sind. Da kann es passieren, dass einige Kommentare zu gewissen Tageszeiten etwas länger warten müssen als gewöhnlich. Sechs Stunden sind dann aber doch eher happig, zugegeben, ich vermute, die Arbeitskapazität der Kollegen leidet massiv unter der Hitze und unter den Nebenwirkungen des erhöhten Alkoholkonsums in den Sommermonaten.
      29 3 Melden
    • N. Y. P. D. 30.07.2018 21:39
      Highlight Toll !

      Danke für die prompte Aufschalte.

      Ihr seid also Opfer eures eigenen Erfolgs. Zugemüllt mit Kommentaren😁😁.

      Vorschlag : Versucht doch mal EINE Person auf alle Artikel anzusetzen. Nur Aufschalten bis zur Bewusstlosigkeit. Vom Aufschalten oder Alkaholkonsum sei mal dahingestellt.
      Moderieren wäre dann auch viel entspannter.
      Versucht es mal..😉
      19 4 Melden
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