International
Forschung

New Yorker Erklärung fordert neues Bild des tierischen Bewusstseins

New Yorker Erklärung fordert neues Bild des tierischen Bewusstseins

26.04.2024, 08:2526.04.2024, 08:25

Haben Tiere ein Bewusstsein? Eine internationale Koalition aus mehreren Dutzend Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sieht zumindest eine «realistische Möglichkeit» dafür. Sie hat die «New Yorker Erklärung zum Bewusstsein von Tieren» unterzeichnet.

Das Ziel der Erklärung ist, mehr Forschung hierfür anzuregen und das Bewusstsein für Tierschutz zu stärken. Die Verfasser der Erklärung konzentrieren sich in ihrem Verständnis von Bewusstsein auf Empfindungsvermögen.

octopus krake shutterstock
Kraken gelten als äusserst intelligent.

«Hier geht es um die Frage, welche Tiere subjektive Erfahrungen haben können», schreiben sie. Dazu könnten sensorische Erlebnisse – etwa bei einer bestimmten Berührung oder beim Schmecken – gehören, oder auch Erfahrungen, die sich gut oder schlecht anfühlen, wie bei Freude, Schmerz und Angst.

Es gebe starke wissenschaftliche Hinweise darauf, dass Säugetiere und Vögel bewusst empfinden, heisst es in der Erklärung. Empirische Belege deuteten zudem darauf hin, dass es für alle Wirbeltiere sowie für viele wirbellose Tiere zumindest eine realistische Möglichkeit bewusster Erfahrung gebe. Wenn diese aber bestehe, «ist es unverantwortlich, diese Möglichkeit bei Entscheidungen, die dieses Tier betreffen, zu ignorieren», schliesst die Deklaration.

Möglichkeit soll politisch ausreichen

Die Erklärung enthalte keine spezifischen politischen Empfehlungen und unter den Unterzeichnenden gebe es ein breites Spektrum an Ansichten zu moralischen, rechtlichen und politischen Fragen. «Einig ist man sich darin, dass die Gewissheit über das Bewusstsein nicht Voraussetzung für die Abwägung von Tierschutzrisiken sein sollte», heisst es.

Wenn die realistische Möglichkeit bestehe, dass ein Tier ein Bewusstsein habe – zum Beispiel, dass Kraken leiden können – dann sollte diese Möglichkeit in politischen Kontexten berücksichtigt werden. Also zum Beispiel bei Entscheidungen darüber, ob die Krakenzucht unterstützt werden sollte. (rbu/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
68 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
MarGo
26.04.2024 09:26registriert Juni 2015
Irgendwann wird sich die Menscheheit wundern, wie wir heute derart ignorant sein konnten, zu bezweifeln, dass Tiere ein Bewusstsein hätten...
1133
Melden
Zum Kommentar
avatar
octusfussuskopfus
26.04.2024 09:20registriert Mai 2020
ich wüsste zugerne wie amnd arauf kommt das tiere kein bewustsein haben sollten.

generell sind alle tiere lernfähig, zeigen chrakterzüge, passen sich den gegebenheiten an, bilden schulen, zeigen emotionen, ....
all das ist eigentlich nurmöglich wenn man ein bewusstsein besitzt.
723
Melden
Zum Kommentar
avatar
Tasha
26.04.2024 11:44registriert Mai 2016
Ich wundere mich gerade sehr, dass man das ERNSTHAFT in Frage stellt?

Was kommt als Nächstes?
Eine Erklärung, dass Wasser nass ist?
361
Melden
Zum Kommentar
68
Warum Genf und die G7-Gegner sich wegen einer Brücke in die Haare geraten
Die Genfer Behörden haben entschieden: Die Demo gegen den G7-Gipfel darf nicht über die Mont-Blanc-Brücke ziehen. Besonders eine Begründung sorgt bei den Organisatoren für Kopfschütteln: Die Brücke sei statisch zu fragil. Der Kanton spricht von einer «Scheindebatte». watson hat bei einem Experten nachgefragt.
Zwar haben die Genfer Behörden die Anti-G7-Demonstration vom 14. Juni bewilligt, doch über die Route wird heftig gestritten. Der Genfer Staatsrat hat entschieden, dass der Demonstrationszug ausschliesslich am rechten Seeufer stattfinden darf. Die Organisatoren wollten hingegen auch durch die linke Seeseite ziehen. Die von ihnen gewünschte «U-Route» entlang des Genfersees wurde abgelehnt – genauso wie die Überquerung der Mont-Blanc-Brücke.
Zur Story