Uber lanciert in den USA «women only»-Option – männliche Fahrer beklagen Diskriminierung
Die Funktion mit dem Namen «Uber's Women Preferences» wurde letztes Jahr bereits in den USA getestet. Das Resultat: Frauen gaben an, sich auf dem «Rücksitz wohler», aber auch hinter dem Steuer sicherer zu fühlen, sagt Uber.
Frauen, die ein Uber bestellen, können anhand dieser Option im Voraus eine Fahrt mit einer Fahrerin reservieren oder ihre Präferenz in der App angeben. So kann die Wahrscheinlichkeit erhöht werden, dass ihnen eine weibliche Fahrerin vermittelt wird. In Städten, in denen Teenager Uber benutzen können, gibt es für sie und ihre Eltern dieselbe Möglichkeit.
Die Funktion ist gemäss BBC für Fahrerinnen bereits in 40 Ländern und für weibliche Gäste in sieben Ländern – darunter Spanien, Brasilien und Saudi-Arabien – verfügbar.
Millionenstrafe wegen Vergewaltigungsfall
Im Februar wurde Uber von einem US-Gericht zu einer Strafe in der Höhe von 8.5 Millionen Dollar verurteilt. Dies, da eine Frau angab, 2023 auf dem Weg zu ihrem Hotel von einem Uber-Fahrer in dessen Fahrzeug vergewaltigt worden zu sein. Die Frau argumentierte, Uber habe zu diesem Zeitpunkt von einer Welle sexueller Übergriffe durch seine Fahrer gewusst, jedoch keine grundlegenden Massnahmen zur Verbesserung der Sicherheit ergriffen.
Uber selbst hingegen machte geltend, dass das Unternehmen nicht für die Straftaten ihrer Fahrer haftbar gemacht werden könne, da diese als unabhängige Auftragnehmende agieren.
Das Gerichtsurteil aus Arizona könnte wegweisend sein für eine Reihe weiterer Klagen gegen Uber. Der Fahrdienstvermittler will dagegen Berufung einlegen.
Männliche Fahrer beklagen Diskriminierung
Nun kommt Uber zusätzlich von einer anderen Seite unter Druck: Laut BBC haben zwei Uber-Fahrer aus Kalifornien das Unternehmen beschuldigt, mit «Uber's Women Preferences» gegen kalifornisches Recht zu verstossen. Dies, indem es weiblichen Fahrerinnen möglicherweise Zugang zu einem grösseren Angebot an Fahrgästen gewährt.
Uber hat gemäss der Nachrichtenagentur AP einen Antrag gestellt, um den Fall an ein privates Schiedsgericht zu verweisen. Das Unternehmen beruft sich dabei auf eine Vereinbarung, welche die Fahrerinnen und Fahrer jeweils bei der Anmeldung für die App unterzeichnen müssen. Zudem bestreitet Uber, dass seine neue Funktion gegen geltendes Recht verstösst. Der sogenannte Unruh Act verbietet es Unternehmen, geschlechtsspezifische Diskriminierung zu begehen. Uber argumentiert, dass eine Option zur Wahl von weiblichen Fahrerinnen oder Gästen «einem starken und anerkannten öffentlichen Interesse an der Verbesserung der Sicherheit dient».
(lak)
