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Melania schreibt Michelle ab, und alle schreiben sowieso allen gegenseitig ab – zumindest in der Familie Trump. bild: twitter

Der Reden-Klau der Familie Trump geht in die nächste Runde – 4 Erkenntnisse dazu



Die Geschichte ist hinlänglich bekannt: Melania Trump hat in ihrer Rede als künftige US-First Lady bei Michelle Obama abgekupfert. 

Hier nochmal zur Erinnerung:

Gestern nun hat sich die Redenschreiberin der Familie Trump mit einem Statement gemeldet und sich entschuldigt. Meredith McIver gab zu, dass die Passagen aus einer früheren Parteitagsrede von First Lady Michelle Obama stammen.

McIver entschuldigte sich sogar: «Das war mein Fehler. Und ich fühle mich schrecklich wegen des Chaos, das ich verursacht habe.» Sie habe Donald Trump und seiner Familie den Rücktritt angeboten, diese hätten das Angebot jedoch abgelehnt.

Wie grosszügig die aber auch sind!

McIver verriet in ihrer Erklärung auch, dass Melania Trump ein Fan von Michelle Obama sei. Melania Trump habe die Präsidentengattin «immer gemocht». Melania habe ihr am Telefon einige Passagen einer Michelle-Rede als Beispiel dafür vorgelesen, welche Botschaft sie beim Konvent setzen wolle. Sie habe die Passagen aufgeschrieben und dann einige der Formulierungen in den Text der Rede aufgenommen, erklärte McIver. Für den Entwurf habe sie den Wortlaut der Reden von Michelle Obama nicht nachgeprüft. 

Auch Trump Jr. hat keine eigenen Ideen

So weit so schlecht gut. Doch das Plagiatsdebakel in der Familie Trump zieht noch weitere Kreise: Denn auch gegen Donald Trump Jr., den Sohn des US-Präsidentschaftskandidaten, werden nun Plagiatsvorwürfe laut: Er soll in seiner Rede auf dem Nominierungsparteitag der Republikaner zwei Sätze aus einem Essay in der Zeitschrift The American Conservative abgeschrieben haben:

Aus diesen Possen um die Plagiate aus dem Hause Trump ziehen wir die folgenden 4 voreiligen Schlüsse:

Schuld sind immer die anderen

In einer «Dynastie» wie derjenigen der Trumps ist im Zweifel immer der Gärtner an allem Schuld. In diesem Fall ist es die Redenschreiberin. Jedenfalls sind es die Angestellten, aber sicher nicht die Arbeitgeber, die Verantwortung für Fehler übernehmen müssen.

Melania Trump hat trotz allem gelogen

Diese Aussage zeigt: Ex-Model Melania Trump hat einfach nur gelogen. Schliesslich bestritt sie anfänglich, dass die fraglichen Passagen von Michelle Obama stammen.

Es kupfern sich alle gegenseitig ab

Die Beweise für das Plagiat von Donald Trump Jr. sind erdrückend:

Donald Trump Jr. vs. F. H. Buckley in The American Conservative

«Our schools used to be an elevator to the middle class. Now they're stalled on the ground floor. They're like Soviet-era department stores that are run for the benefit of the clerks and not the customers.»

«What should be an elevator to the upper class is stalled on the ground floor. (...) Our schools and universities are like the old Soviet department stores whose mission was to serve the interests of the sales clerks and not the customers.»

... und auf Deutsch übersetzt:

«Unsere Schulen waren einmal der Lift in die Mittelklasse. Doch mittlerweile stecken sie im Erdgeschoss fest. Sie sind wie Kaufhäuser aus der Sowjet-Ära, die nur den Verkäufern dienen und nicht den Kunden.»

«Was als Lift in die Oberklasse dienen sollte, bleibt nun im Erdgeschoss stecken. (...) Unsere Schulen und Universitäten sind wie die alten Kaufhäuser in der Sowjetunion. Ihre Aufgabe war es, die Interessen der Verkäufer und nicht die der Kunden zu bedienen.»

Doch wie bei Melania Trump eilte auch hier der Autor des Artikels, Frank Buckley, der Trump-Dynastie sofort zu Hilfe. Er meldete sich kurz nach Bekanntwerden der Vorwürfe zu Wort:

Dem «Business Insider» sagte Buckley, dass er einer der Schreiber der Rede von Trump Jr. gewesen sei, es deshalb also kein Plagiat gebe.

Wir schreiben nicht ab (und wenn, dann sagen wir's auch)

Und damit an dieser Stelle die Plagiatsvorwürfe gar keine Chance haben – die Quellen zu diesem Artikel sind die folgenden: 

(egg)

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