recht sonnig11°
DE | FR
International
USA

Der Aufstand der US-Teenies gegen Trump in 4 Punkten

epa06087691 Gun control advocates rally outside the National Rifle Association (NRA) to call attention to what they called the organization's 'incendiary and racist actions' in Fairfax, ...
Schülerinnen protestieren gegen die NRA.Bild: EPA/EPA

Marsch statt Massaker – Der Aufstand der US-Teenager gegen Trump in 4 Punkten

«Entweder seid ihr mit oder gegen uns»: Nach dem jüngsten Schul-Massaker haben die Studenten die Nase voll. Sie wettern gegen die NRA – und planen eine landesweite Aktion. 
19.02.2018, 03:2520.02.2018, 17:05
Mehr «International»

Genug ist genug! Die Überlebenden des Highschool-Massakers von Parkland machen mobil gegen die laschen US-Waffengesetze – und gegen Präsident Trump.

Der jüngste Amoklauf mit 17 Toten müsse DER Wendepunkt sein. «Entweder seid ihr Politiker mit uns oder gegen uns. Wir verlieren hier unsere Leben, während die Erwachsenen herumtrödeln», sagte Schüler Cameron Kasky auf CNN an die Adresse der Politiker. 

Ihre Botschaft konnten die Teenager auf allen grossen US-Fernsehsendern verbreiten.

Und so wollen sie Druck aufsetzen: 

Kein Geld mehr von der NRA

Im Visier haben die Schüler insbesondere die US-Waffenlobby NRA. So soll die Organisation etwa US-Präsident Trump mit über 30 Millionen Dollar Wahlkampfspenden «gekauft» haben. In der Tat: Er werde die NRA nie im Stich lassen, sagte der US-Präsident später bei einer Rede. 

«Wenn ihr weiterhin Geldspenden von der NRA akzeptiert, verdient ihr bei den nächsten Wahlen ein Abzeichen der Schande! Ihr macht diese Massaker so erst möglich», so Kasaky weiter. 

Tatsächlich sind die Waffengesetze in den USA so was von absurd. In zahlreichen US-Bundesstaaten können Teenager mit 18 zwar ein Sturmgewehr wie die AR-15 kaufen, auf ein Bier müssen sie derweil noch bis 21 verzichten. 

Stolzer Waffenbesitzer zerstört seine AR-15:

Der Marsch fürs Leben

Die fünf Überlebenden wollen aber nicht einfach nur grosse Worte an die Fernsehzuschauer richten, sondern den Aufstand der US-Teenager gleich selbst anführen. Am 24. März planen sie einen landesweiten «Marsch fürs Leben» nach Washington, um Druck auf die Politiker auszuüben. 

«Die Menschen sagen, jetzt sei es nicht an der Zeit, über Waffengesetze zu diskutieren. Wir sagen nun wann. Am 24. März gehen in jeder Stadt dieses Landes die Schüler auf die Barrikaden», kündigt Kasaky an. 

Die prominenten Unterstützer

Auf sozialen Medien verbreitet sich der Hilferuf der Teenager rasend schnell. Ob Justin Bieber oder Alyssa Milano: Zahlreiche US-Promis haben bereits zugesagt, dass sie den Marsch fürs Leben unterstützen. 

Das sagt Trump

Donald Trump hat nach dem Amoklauf tunlichst vermieden, das Thema Waffengesetze anzusprechen. Stattdessen nutzte er den Amoklauf gar, um wegen der Russland-Affäre gegen das FBI zu schiessen. 

Und rief in einem Tweet die Schüler auf, auffällige Klassenkameraden zu melden. 

«Schämen Sie sich»: Die Wutrede auf die Reaktion von Trump geht schon viral. 

Angehörige nach Schulmassaker: «Trump, bitte tun Sie was!»

Video: watson

Mehrere Tote bei Schiesserei an Schule in Florida

1 / 9
Mehrere Tote bei Schiesserei an Schule in Florida
Sanitäter leisten erste Hilfe vor der Schule: Bei einer Schiesserei an einer Schule in Florida sind mindestens 17 Personen getötet worden.
Auf Facebook teilenAuf X teilen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
42 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Baba ♀️
19.02.2018 06:07registriert Januar 2014
Sehr gute Entwicklung (mit furchtbaren Auslöser)! Das könnte endlich ein Weg sein, die übermächtige mancherorts fast sektenähnlich agierende NRA in die Schranken zu weisen.

Es sind die Jungen, die künftigen Wähler (und eventuell deren Eltern), die in der Zukunft die Weichen stellen werden. Ich wünsche diesen jungen Menschen viel Erfolg bei ihrem Marsch auf Washington!
2269
Melden
Zum Kommentar
avatar
nJuice
19.02.2018 04:04registriert Mai 2015
Wenn schon amerikanische High Schooler ein grösseres (oder überhaupt eines!) politisches Gewissen als ihr Präsident haben, befinden wir uns echt in schrägen Zeiten.

Die Evangelikalen dürfen froh sein, die Welt scheint tatsächlich noch zu ihren Lebzeiten unterzugehen xD
13711
Melden
Zum Kommentar
avatar
rodolofo
19.02.2018 09:10registriert Februar 2016
Diese SchülerInnen haben am eigenen Leibe erfahren und begriffen, dass sie in diesen von den eigenen "Beschützern" bedrohten Land USA um ihr Leben und Überleben kämpfen müssen!
Die Afro-AmerikanerInnen wissen das schon lange...
4412
Melden
Zum Kommentar
42
Rücktritt von McConnell: In Washington fällt die letzte Bastion der Anti-Trump-Republikaner
Nach der nächsten Parlamentswahl im November will Mitch McConnell, Fraktionsvorsitzender der Republikaner im Senat seit 2007, zurücktreten. Er macht damit Platz für einen Politiker, der es besser mit Donald Trump kann.

Als Donald Trump kürzlich gefragt wurde, was er denn von seinem Parteifreund Mitch McConnell halte, da sagte der republikanische Präsidentschaftskandidat: «Ich weiss nicht, ob ich mit ihm zusammenarbeiten kann.» McConnell, Fraktionsvorsitzender der Republikaner im Senat seit 2007, habe sich viel zu häufig von den Demokraten über den Tisch ziehen lassen. So stimmte McConnell kürzlich für ein weiteres Ukraine-Hilfspaket, obwohl eine Mehrheit seiner Fraktion dagegen war.

Zur Story