DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Was wir über das Texas-Massaker wissen ++ Täter erschoss sich selbst

Ein Blutbad während eines Gottesdienstes fordert bei San Antonio 26 Tote. Das Wichtigste in Kürze. 



Der Tathergang

Kurz vor 11.30 Uhr steigt  am Sonntag (Lokalzeit) der 26-jährige Devin Patrick Kelley in schwarzer Kampfmontur aus seinem Auto und beginnt vor der Baptisten-Kirche in Sutherland Springs, Texas, um sich zu schiessen. Dann schreitet er mit seinem Sturmgewehr in die Kirche und feuert weiter. Innert Sekunden löscht er 26 Menschenleben aus. «Er hat mehrmals nachgeladen», so ein Augenzeuge zu US-Medien. Dem Gottesdienst sollen etwa 50 Personen beigewohnt haben. 

Investigators work at the scene of a deadly shooting at the First Baptist Church in Sutherland Springs, Texas, Sunday Nov. 5, 2017. A man opened fire inside of the church in the small South Texas community on Sunday, killing more than 20 people. (Jay Janner/Austin American-Statesman via AP)

Die Spurensicherung vor der Kirche.  Bild: AP/Austin American-Statesman

Ein Anwohner wird bereits als Held gefeiert: Als der Attentäter die Kirche verlassen wollte, attackierte ein bewaffneter Bürger den Schützen. Wie die lokalen Behörden erklären, liess Kelley darauf seine Waffen fallen und flüchtet mit seinem Auto. 

Schiesserei in Kirche in Texas

1 / 15
Schiesserei in Kirche in Texas
quelle: ap/ksat
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Der Anwohner nimmt sofort die Verfolgung auf. Die Polizei findet den Attentäter mit Schusswunden tot in seinem Auto. 

Nun ist klar, Kelley hat sich selbst erschossen. Das bestätigte Sheriff Joe Tackitt dem US-Sender CBS-News. Laut Tackitt hatte es einen Schusswechsel zwischen dem Killer und seinen zwei Verfolgern gegeben. Nachdem Kelleys Auto fahruntüchtig war, habe er sich selbst erschossen, so der Sheriff.

Der Ort der Bluttat

Die Opfer

Die 26 Todesopfer sind zwischen 5 und 72 Jahre alt. 23 wurden in der Kirche erschossen, drei vor dem Gotteshaus. Unter den Toten befindet sich auch die 14-jährige Tochter des örtlichen Pfarrers, der abwesend war. 

Ein sechsjähriger Knabe soll von vier Schüssen getroffen worden sein. Er werde derzeit operiert, heisst es in US-Medien. 

«Es ist das schlimmste Schusswaffen-Massaker in der Geschichte von Texas», sagte Gouverneur Greg Abbott.

20 Personen wurden mit teils schweren Verletzungen in umliegende Spitäler gebracht. Die Opferzahl könnte noch weiter steigen, warnte der texanische Gouverneur. 

From left are Christopher Rodriguez, Esmeralda Rodriguez, Mona Rodriguez, Jayanthony Hernandez, 12 and Juanita Rodriguez, participate in a candlelight vigil held for the victims of a fatal shooting at the First Baptist Church of Sutherland Springs, Sunday, Nov. 5, 2017, in Sutherland Springs, Texas. (AP Photo/Laura Skelding)

Anwohner trauern um die Opfer von Sutherland. Bild: AP/FR171566 AP

Eine Zeugin, Carrie Matula, sagte dem Sender MSNBC, Sutherland Springs sei so klein, dass es dort nicht einmal eine Feuerwehr gebe. Jeder kenne jeden, man stehe sich sehr nahe. Was am Sonntag geschehen sei, treffe damit alle Einwohner.

Der Täter

Laut diversen US-Medien handelt es sich beim Täter um den 26-jährigen Devin Kelley. Der Mann lebte in der Umgebung von San Antonio und diente früher in der US-Luftwaffe. Dort wurde er offenbar 2013 vor ein Militärgericht gestellt und wegen «schlechtem Benehmen» entlassen, weil er seine Frau und sein Kind angegriffen hatte. 

Die Reaktionen

A man wipes his eyes after a deadly shooting at the First Baptist Church in Sutherland Springs, Texas, Sunday, Nov. 5, 2017. A man opened fire inside of the church in the small South Texas community on Sunday, killing more than 20 people. (Nick Wagner/Austin American-Statesman via AP)

Fassungslosigkeit bei den Anwohnern. Bild: AP/Austin American-Statesman

US-Präsident Donald Trump erreichte die Nachricht vom erneuten Massaker auf seiner Asienreise in Japan. Das sei die «Tat eines Bösen», sagte Trump an einer Medienkonferenz. In Gedanken sei man bei den Familien der Opfer. 

Die Bluttat von Texas hat nach Ansicht von US-Präsident Donald Trump nichts mit dem Waffenrecht in den USA zu tun. «Das war ein sehr gestörtes Individuum», sagte Trump am Montag in Tokio bei einer gemeinsamen Medienkonferenz mit Japans Premier Shinzo Abe.

Gefragt, ob eine Änderung des Waffenrechts anstehe, sagte Trump, die USA hätten ein grosses Problem mit psychischer Gesundheit. Das Massaker von Texas sei ein sehr, sehr trauriges Ereignis: «Wer hätte jemals gedacht, dass so etwas passieren kann», sagte Trump.

Auch Barack Obama meldete sich zu Wort. Er forderte, dass endlich Schritte gegen die  Gewalt und die vielen Waffen unternommen werden. 

(amü)

Das könnte dich auch interessieren:

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Urteil gegen Ex-Polizist wegen Tötung George Floyds

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Kommentar

Weisst du was? Staatliche Hilfsprogramme funktionieren!

Die amerikanische Wirtschaft hat bereits wieder das Niveau vor der Coronakrise erreicht – dank dem 1,9-Billionen-Dollar-Hilfsprogramm

Die Lösung für die Coronakrise aus ökonomischer Sicht lernt jeder Wirtschaftsstudent bereits im ersten Semester: Ein externer Schock hat die Wirtschaft lahmgelegt. Um zu verhindern, dass sie nicht absäuft, muss der Staat eingreifen und die Lücken schliessen. «Man muss dafür sorgen, dass nicht auch noch die Nachfrage einbricht – und genau das hat man getan», erklärte kürzlich Marc Brütsch, Chefökonom der Swiss Life in einem Interview mit watson.

Was offensichtlich scheint, ist unter Ökonomen …

Artikel lesen
Link zum Artikel