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FILE - In this Sept. 26, 2014 file photo, former Alaska Gov. Sarah Palin and former vice presidential candidate speaks in Washington. Palin, the 2008 Republican vice presidential nominee, says she hopes to run for office again and is urging GOP leaders to have

Geht auf die Jungen los: Sarah Palin.  Bild: AP/AP

Sarah Palin attackiert Ocasio-Cortez – doch der Schuss geht so richtig nach hinten los



Sie wurde noch nicht einmal vereidigt, dennoch muss die jüngste Abgeordnete des Repräsentantenhauses bereits Angriffe von allen Seiten einstecken. Doch Alexandria Ocasio-Cortez weiss sich zu wehren.

Die 29-jährige Demokratin aus New York schaffte dieses Jahr überraschend die Wahl ins Repräsentantenhaus. Dabei räumte sie in den Vorwahlen ein demokratisches Urgestein aus dem Weg und sorgte landesweit für Aufsehen.

Die Midterm-Wahl gegen den republikanischen Abgeordneten war dann nur noch Formsache: Ocasio-Cortez gewann mit über 75 Prozent der Stimmen und wurde als jüngste Politikerin der bisherigen US-Geschichte in den Kongress gewählt.

Angriffe aus der konservativen Ecke

Für die einen ist Ocasio-Cortez, die am linken Rand der Demokraten politisiert, der neue Shooting-Star in Washington, für andere ist sie das neue Feindbild. Bereits in der ersten Woche in der US-Hauptstadt wurde die 29-Jährige von einem konservativen Journalisten kritisiert. Wegen ihres Outfits.

Ocasio-Cortez konterte den Angriff mit einem satten Tweet. Der Journalist krebste zurück und löschte seinen Kommentar später.

Ocasio-Cortez erhielt für ihre Reaktion viel Applaus, doch bis nach Alaska sprach sich Schlagfertigkeit offenbar nicht herum. Diese Woche versuchte sich die Nächste an der 29-Jährigen und verbrannte sich ebenfalls die Finger.

Und zwar die ehemalige Vize-Präsidentschaftskandidatin Sarah Palin. Diese wollte sich darüber lustig machen, dass Ocasio-Cortez in einem Interview gleich zwei Fehler begangen habe.

Die New Yorkerin sprach darin zunächst von den «drei Kammern des Kongresses». Schnell versuchte sie sich zu verbessern und sagte «drei Kammern der Regierung». Sie führte aus: «Die Präsidentschaft, der Senat und das Repräsentantenhaus.»

Das ist so nicht ganz richtig, denn die USA kennt wie die Schweiz ein Zweikammersystem. Eine «Präsidenten-Kammer» oder dergleichen gibt es nicht.

Die Retourkutsche folgt prompt

Genüsslich versuchte Palin, diesen Fehltritt auf Twitter auszuschlachten. Doch die Retourkutsche folgte umgehend. Denn die ehemalige Gouverneurin aus Alaska leistete sich in ihrer Vergangenheit mehr als nur einen Ausrutscher. Und genau diese wurden ihr jetzt wieder um die Ohren geschlagen.

Etwa, als sie Nordkorea als Alliierten bezeichnete.

Oder als sie behauptete, sie würde eigentlich alle Zeitungen lesen, dann aber doch keine konkret aufzählen wollte.

Die Liste könnte noch lange weitergeführt werden ...

... was auf Twitter auch gemacht wurde. Mit einem katastrophalen Resultat für Palin, wie die Washington Post vorrechnete.

So reagierte Ocasio-Cortez

Die besten Antworten hatte aber auch dieses Mal Ocasio-Cortez selber bereit. 

Anstatt, dass die Republikaner sämtliche Aufnahmen von ihr in Slow-Motion anschauen und auf Fehler warten würden, sollten sie doch besser einmal das aussprechen, was sie wirklich wollten, schrieb Ocasio-Cortez auf Twitter. Nämlich: «Dass sie nicht glauben, dass alle Menschen das Recht auf eine Gesundheitsversorgung haben.»

Später fügte Ocasio-Cortez einen weiteren Tweet hinzu und fragte sich, ob es nicht ein bisschen früh für das Auffahren von solch schweren Geschützen sei. Schliesslich sei sie noch nicht einmal vereidigt worden und bereits sei sie zweimal von ehemaligen Vize-Präsidentschaftskandidaten angegangen worden. 

Der zweite war Joe Liebermann, wie Ocasio-Cortez später hinzufügte. Dieser kandidierte zwar für die Demokraten. Doch er habe die Gesundheitsversorgung ausgehöhlt, schreibt Ocasio-Cortez mit einem Smile, weswegen sie ihn für einen Republikaner halte.

Der überraschend offensive Kommunikationsstil der jungen Demokratin kommt zweifellos gut an. Sie ist in den Medien dauerpräsent und kann die Anliegen der Democratic Socialists, zu denen auch der ehemalige Präsidentschaftskandidat Bernie Sanders gehört, gezielt platzieren.

Dies schürt nicht nur Ängste bei den Republikanern, sondern auch beim Establishment der Demokratischen Partei, das sich nicht nach links bewegen möchte. 

Ocasio-Cortez muss also mit weiteren Angriffen rechnen. Kontert sie diese jedoch weiterhin so brillant wie bisher, wird ihr das eher nutzen als schaden. 

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Alexandria Ocasio-Cortez
quelle: ap/ap / j. scott applewhite
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