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Kurt Cobains Tod: Ex-Polizist spricht heute von Mord

NETHERLANDS - NOVEMBER 25: HILVERSUM Photo of Kurt COBAIN and NIRVANA, Kurt Cobain recording in Hilversum Studios, playing Takamine acoustic guitar (Photo by Michel Linssen/Redferns)
Kurt Cobain war Leadsänger und Gitarrist der amerikanischen Rockband Nirvana, einer der einflussreichsten Bands der 1990er-Jahre.Bild: Redferns

Kurt Cobains Tod: Ex-Polizist spricht heute von Mord

19.02.2026, 05:4519.02.2026, 13:33

Eigentlich wollte der Elektriker Gary Smith am 8. April 1994 nur eine Sicherheitsbeleuchtung an einer Villa in Seattle anbringen. Dann entdeckte er im angebauten Wintergarten den leblosen Kurt Cobain. Der damals 27-jährige Nirvana-Frontsänger war zu diesem Zeitpunkt schon drei Tage tot.

Er wies eine schwere Schrotflintenwunde am Kopf auf, neben ihm lag ein Beutel mit Drogenutensilien und in einem nahegelegenen Blumentopf steckte ein handgeschriebener Brief, der mit einem roten Kugelschreiber durchstochen war. Wenige Stunden später erklärten die Ermittler seinen Tod zum Suizid.

Ein SPD-Bericht aus dem Jahr 1994 beschrieb einen Fahrer des Seattler Taxiunternehmens «Gray Top Cabs», der einen Passagier aus Cobains Wohnsitz abholte.
Ein SPD-Bericht aus dem Jahr 1994 beschrieb einen Fahrer des Seattler Taxiunternehmens «Gray Top Cabs», der einen Passagier aus Cobains Wohnsitz abholte.Bild: Daily Mail

Mehr als drei Jahrzehnte später behauptet Neil Low, ein pensionierter Captain der Polizei von Seattle, die physischen Beweise vom Tatort «passen nicht zusammen». Die britische Daily Mail berichtete darüber.

«Ich nehme es ihnen einfach nicht ab, dass Kurt sich das selbst angetan hat», erklärt Low und bezeichnet die Untersuchung als «verpfuscht». Low arbeitete selbst nicht an der ursprünglichen Untersuchung mit, erhielt im Jahr 2005 aber vollen Zugriff auf Cobains Akte sowie die am Tatort gesammelten Beweise und untersuchte diese.

Die Ungereimtheiten

Erstens seien Cobains Hände auf den Fotos vom Tatort ungewöhnlich sauber. Laut Low hätten da wegen der massiven Gewalt der Schrotflinte Blutspritzer zu sehen sein müssen.

Zweitens sei in Cobains Körper die dreifache Menge einer tödlichen Dosis Heroin gefunden worden. Low bezweifelt, dass ein Mensch nach einer solchen Injektion physisch noch in der Lage ist, eine schwere Schrotflinte zu positionieren, geschweige denn abzudrücken.

epa04134829 A handout photo made available by the Seattle Police Department on 21 March 2014 shows a box with injecting equipment in the house of US singer Kurt Cobain in Seattle, Washington State, US ...
Eine Schachtel mit Injektionszubehör in Cobains Haus in Seattle, Washington State, USA, wo der Rockstar am 5. April 1994 tot aufgefunden wurde.Bild: EPA

Drittens wurde der Tatort laut Berichten von mindestens zwölf Beamten betreten. Dies kritisiert Low als «Tatort-Tourismus». Mögliche Beweise wie DNA-Spuren unter den Fingernägeln seien zudem nie gesichert worden.

Der mysteriöse vierte Punkt stammt aus einem Polizeibericht von 1994 über eine Taxifahrt. Der Taxifahrer gab an, einen Fahrgast von Cobains Anwesen abgeholt zu haben, der «optisch nicht zum Haus passte». Gemeinsam suchten der Chauffeur und sein Passagier vergeblich nach einem Geschäft, um Schrotflinten-Munition zu kaufen.

Da fragt sich der Ex-Polizist: Warum sollte sich der Waffenbesitzer Cobain ziellos in seinem Quartier umherfahren lassen, um Munition zu suchen? In einem Nachtragsbericht des Seattle Police Department (SPD) von 2014 wurde dieser Vorfall komplett weggelassen.

EDS NOTE: GRAPHIC CONTENT- FILE- In this April 8, 1994 file photo, special investigators examine the body of Kurt Cobain, which lies on the floor of a room atop the detached garage in his home overloo ...
Auf diesem Archivfoto vom 8. April 1994 untersuchen Sonderermittler die Leiche von Kurt Cobain.Bild: AP Seattle Times

Die Haltung der Behörden

Als Captain war Neil Low einst ein hochrangiges Mitglied der Seattler Polizei. Diese bleibt trotzdem bei ihrer offiziellen Darstellung: «Kurt Cobain starb 1994 durch Suizid. Dies ist weiterhin die Position des Departments.» Ein sogenanntes Audit, wie Low es 2005 durchführte, diene lediglich der Überprüfung von Abläufen, nicht der Änderung eines Urteils.

«Ich habe die Akte gelesen und kann Ihnen sagen, was die Beweise aussagen, denn das war mein Beruf. Und sie sagen: kein Suizid.»
Neil Low, pensionierter Captain der Polizei von Seattle

Für Neil Low ist der Fall jedoch klar. «Ich habe die Akte gelesen und kann Ihnen sagen, was die Beweise aussagen, denn das war mein Beruf. Und sie sagen: kein Suizid.» Die Ermittler seien mit einer vorgefertigten Meinung an den Tatort gekommen. Dass die Akte Cobain jemals wieder geöffnet wird, bleibt trotzdem äusserst unwahrscheinlich.

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37 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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hgehjvkoohgfdthj
19.02.2026 07:25registriert März 2020
Was mich schon immer etwas irritiert hat: Als Junkie hätte er sich auch den goldenen Schuss geben können.
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Jackie Brown
19.02.2026 06:58registriert Oktober 2022
32 Jahre später hat man ganz andere kriminologische Möglichkeiten, zur Untersuchung eines Tatortes. Es ist gut möglich, dass Curt Cobain ermordet wurde, dies aber schlicht nicht erkannt wurde aufgrund fehlender technischen Möglichkeiten. Spannend!
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mad_aleister
19.02.2026 06:33registriert Januar 2016
Diese Punkte wurden allesamt schon 2004 von Max Wallace und Ian Halperin in ihrem Buch aufgeworfen und mehr oder weniger argumentativ besprochen. Und trotzdem: Der Mord an Kurt Cobain bleibt eine Verschwörungstheorie, der Suizid ist immer noch das wahrscheinlichste Szenario.
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