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Sean Spicer hat sich am Dienstag ziemlich in Schwierigkeiten gebracht. Video: watson/Emily Engkent

Spicer sorgt mit Assad-Hitler-Vergleich für Eklat – jetzt wird sein Rücktritt gefordert

Trumps Pressesprecher Sean Spicer verrennt sich mit einem Hitler-Vergleich. Später entschuldigt er sich zwar dafür, tritt aber gleich ins nächste Fettnäpfchen.



Der Sprecher des Weissen Hauses, Sean Spicer, hat sich mit einem Vergleich zwischen dem syrischen Machthaber Baschar al-Assad und Adolf Hitler verrannt. Sogar jemand, der so «verabscheuungswürdig» gewesen sei wie Hitler, sei «nicht so tief gesunken, chemische Waffen zu verwenden», sagte Spicer am Dienstag in Washington.

Über die sechs Millionen Juden, die in den Gaskammern der Nazis ermordet wurden, setzte sich Spicer mit diesem Vergleich hinweg. Wenig später bemühte er sich jedoch um Klarstellung: «In keiner Weise habe er versucht, den entsetzlichen Charakter des Holocausts zu verharmlosen», erklärte der Sprecher von US-Präsident Donald Trump in einer knappen schriftlichen Mitteilung.

Spicer hatte sich schon zuvor im Verlauf seines Presse-Briefings um eine Relativierung seines fragwürdigen historischen Vergleichs bemüht – sich dabei aber weiter verheddert. Hitler habe das Gas nicht «gegen seine eigenen Leute auf die gleiche Weise eingesetzt» wie Assad, sagte er. Allerdings: Unter den Opfern der Gaskammern waren auch hunderttausende deutsche und österreichische Juden.

Der US-Präsidentensprecher führte aus, während Hitler das Gas in den «Zentren des Holocaust» verwendet habe, habe Assad chemische Waffen in «das Zentrum der Städte abgeworfen». Mit seiner historischen Parallele wollte Spicer den US-Raketenangriff der vergangenen Woche gegen die syrische Luftwaffe begründen und den russischen Beistand für Assad verurteilen.

In seiner späteren schriftlichen Erklärung betonte der Sprecher: «Jeder Angriff auf unschuldige Menschen ist verwerflich und unentschuldbar.»

Trump hatte den Raketenangriff als Antwort auf einen mutmasslich von den Assad-Truppen verübten Angriff mit dem Nervengas Sarin in der nordwestsyrischen Stadt Chan Scheichun angeordnet. Bei der mutmasslichen Gasattacke waren mehr als 80 Menschen getötet worden, darunter viele Kinder.

Rücktritt gefordert

Das Anne-Frank-Zentrum in New York warf dem 45-Jährigen vor, den Holocaust zu leugnen. Die Organisation forderte seinen Rücktritt. «Sean Spicer mangelt es an der Integrität, Sprecher des Weissen Hauses zu sein, und Präsident Trump muss ihn sofort feuern.» Das American Jewish Committee nannte den Vorfall in einer Twitter-Nachricht unerhört und forderte eine Entschuldigung.

Auch die Fraktionschefin der Demokraten, Nancy Pelosi, forderte Spicers Rückzug. «Während jüdische Familien in den USA das Pessach-Fest feiern, spielt der Sprecher des Weissen Hauses die Schrecken des Holocausts herunter», erklärte sie. Trump müsse sich von den Worten distanzieren.

Spicer entschuldigt sich – und macht den nächsten Fehler

Nach der heftigen Kritik entschuldigte sich Spicer am Dienstagabend. Er habe einen «unangebrachten und unsensiblen» Bezug zum Holocaust verwendet, sagte der Sprecher des Weissen Hauses dem Sender CNN. «Es war ein Fehler, das zu tun.» 

Allerdings ging auch Spicers Entschuldigung nicht ganz reibungslos über die Bühne. Sprach er doch wortwörtlich davon, dass Trump versuche, «die Region zu destabilisieren». 

(cma/sda/afp/dpa)

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