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So plump wollen US-Waffen-Narren NRA-Gegnerin Emma Gonzalez diskreditieren 

So plump wollen US-Waffen-Narren NRA-Gegnerin Emma Gonzalez diskreditieren 

26.03.2018, 09:4926.03.2018, 14:59

Sie sind viele und sie sind laut: Am Wochenende haben sich USA-weit rund 800'000 vor allem junge Leute bei Massenprotesten versammelt. Seit dem Schulmassaker in Florida demonstrieren Schüler vehement gegen die ihrer Meinung nach viel zu laschen Waffengesetze im Land.

Aushängeschild der Bewegung ist die 17-jährige Emma Gonzalez, die das Massaker überlebt hatte und deren Wutrede gegen Präsident Donald Trump und die Regierung in den Sozialen Medien viral ging. 

Gonzalez' Gegner wollten der Waffengegnerin nun mit Photoshop ein Bein stellen: Ein Bild (bzw. ein GIF), das die Schülerin dabei zeigt, wie sie ein Blatt mit einer Zielscheibe zerreisst, wurde verfälscht: Statt einer Zielscheibe zerreisst Gonzalez auf der Fake-Animation die US-Verfassung.

Der Account «Free Speech Social Network», beliebt bei den Ultra-Rechten, vertwitterte das GIF an seine über 100'000 Follower, um es dann Stunden später als Satire zu bezeichnen.

Die Animation ist zwar derart lausig, dass der Fake schnell erkannt wird, das Foto hingegen, das unter anderem über einen Account namens «Linda NRA Supporter» verteilt wurde, ist verfänglich – und provozierte Empörung.

Don Moynihan, Professor an der Universität Wisconsin, twitterte: «Nur ein Beispiel dafür, was die NRA-Unterstützer Teenager antun, die das Massaker überlebt haben» mit einem Screenshot des Twitter-Accounts «Linda NRA Supporter». Offenbar handelt es sich bei diesem Account um einen Bot: Twitter hat ihn inzwischen gesperrt.

«Schüler sollten lieber Wiederbelebung lernen»

Und die Jugendlichen haben noch einen weiteren Gegner. Rick Santorum: Der ehemalige republikanische Senator sagte, die Schüler sollten nicht von anderen verlangen, ihre Probleme zu lösen, sie sollten sie selbst angehen.

«Wie wäre es damit», sagte Santorum beim TV-Sender CNN, «wenn Kinder etwas tun und vielleicht Wiederbelebungskurse belegen?» Ausserdem schlug er vor, Schüler sollten sich auf Situationen eines Amoklaufs vorbereiten, damit sie für diesen Fall eine Antwort parat hätten.

Santorum, der 2012 und 2016 bei der parteiinternen Vorwahl als Präsidentschaftskandidat scheiterte, sagte, die Schüler sollten daran arbeiten, Mobbing zu bekämpfen oder «selbst auf einen Schützen reagieren» und nicht vom Gesetzgeber verlangen, «Gesetze durchzubringen, die sie beschützen».

«Sie haben Massnahmen ergriffen, jemanden zu bitten, ein Gesetz zu beschliessen», sagte Santorum weiter: «Sie haben keine Massnahmen ergriffen zu sagen: 'Wie kann ich mich als Einzelner mit diesem Problem befassen?'» In sozialen Medien folgte enorme Empörung auf die Aussagen. Noch vor dem Start der Demonstrationen hatte sich bereits die Waffenlobby kritisch geäussert. Aus ihrer Sicht sei die Jugend für politische Zwecke instrumentalisiert worden.

(dwi)

Angehörige nach Schulmassaker: «Trump, bitte tun Sie was!»

Video: watson
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