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WTF! Trump plant Cyber-Einheit mit Putin – und erntet einen hämischen Shitstorm

President Donald Trump meets with Russian President Vladimir Putin at the G20 Summit, Friday, July 7, 2017, in Hamburg. (AP Photo/Evan Vucci)
Gemeinsame Cyber-Truppe: Da hat Putin Trump wohl einen Floh ins Ohr gesetzt...Bild: Evan Vucci/AP/KEYSTONE

Trump plant Cyber-Einheit mit Putin – und macht nach Shitstorm Kehrtwende

09.07.2017, 22:5210.07.2017, 07:58
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Für die einen ist es ein Pakt mit dem Teufel, für andere nur noch lächerlich. Nach seiner Rückkehr vom G20-Gipfel verkündete Trump am Sonntagabend auf Twitter bizarre News: 

Die US-russische Cyber-Truppe

Er habe am G20-Gipfel über eine neue Cyber-Einheit gesprochen, mit der man sich vor Hacker-Angriffen bei Wahlen schützen wolle. Kaum zu glauben: Die neue Cyber-Truppe will der US-Oberbefehlshaber ausgerechnet mit dem russischen Präsident Diktator Wladimir Putin bilden

Man müsse sich jetzt «nach vorn bewegen» und «konstruktiv» mit Russland zusammenarbeiten, schrieb Trump. Es sei an der Zeit, die Diskussion um die russische Wahleinmischung hinter sich zu lassen. Er wies auch darauf hin, dass er Putin bei dem Treffen in Hamburg mehrmals «energisch» auf die Vorwürfe einer gezielten Einmischung in die US-Wahl angesprochen habe. Der russische Präsident habe die Anschuldigungen vehement zurückgewiesen. Damit scheint die Sache für Trump vom Tisch. 

Die entsetzten Republikaner

Nach den jüngsten Aussagen Trumps ist in den USA eine hitzige Diskussion entfacht. Selbst Republikaner sind fassungslos über die Vorschläge des US-Präsidenten: Mit Russland punkto Cyber-Sicherheit zusammenzuarbeiten sei, wie wenn man mit dem syrischen Diktator Assad eine gemeinsame «Chemiewaffen-Truppe» etabliere, so Sentor Marco Rubio. 

Der republikanische Senator Graham nannte das Treffen zwischen Trump und Putin «katastrophal». Trump sei auf einem Auge blind, wenn es um Putin gehe. Man könne in diesem Fall nicht einfach «vergessen und vergeben». Zu den Plänen für eine gemeinsame Arbeitsgruppe zur Cybersicherheit meinte Graham, es sei zwar nicht die dümmste Idee, die er bisher gehört habe, «aber sie kommt nahe daran».

Senator John McCain kann über die jüngste Idee von Trump nur lachen: Natürlich werde Putin eine grosse Hilfe sein, die Hacker-Angriffe zu stoppen. «Er steckt ja dahinter»

Der Trump-Rückzieher

Der Aufschrei blieb nicht ohne Folgen. Trump hat seinen Vorschlag einer amerikanisch-russischen Sondereinheit für Sicherheit im Internet nach kürzester Zeit selbst verworfen. Und damit wieder einmal bewiesen, dass er zuerst twittert, und dann denkt.

Trump schrieb: «Die Tatsache, dass Präsident Putin und ich über eine Einheit für Cybersicherheit gesprochen haben, bedeutet nicht, dass ich denke, dass es dazu kommen kann. Das kann es nicht.»

So spotten die Twitter-User über Trump 

Die Cyber-Pläne von Trump regen die Phantasie der Twitter-User an. Sie bringen gleich ähnlich bizarre Beispiele für eine Sicherheits-Zusammenarbeit. Sei es eine Sicherheits-Partnerschaft mit dem Waschbär...

Oder eine Kooperation mit dem Einbrecher... *lol

Oder warum nicht mit dem Fuchs eine Sicherheitstruppe für den Hühnerstall formieren...?

Trump-Sohn traf sich mit russischer Anwältin
Ein Sohn von US-Präsident Donald Trump hat sich einem im Wahlkampf 2016 mit einer russischen Anwältin getroffen. Diese soll kompromittierende Informationen über Trumps demokratische Rivalin Hillary Clinton in Aussicht gestellt haben. Die «New York Times» berichtete am Sonntag unter Berufung auf drei Berater des US-Präsidialamts, die Anwältin habe Verbindungen zum russischen Präsidialamt gehabt. An dem Treffen hätten neben Donald Trump Jr. auch der Schwiegersohn des Präsidenten, Jared Kushner, und Trumps ehemaliger Wahlkampfmanager Paul Manafort teilgenommen.

Das Blatt zitierte eine Stellungnahme von Donald Trump Jr., wonach dieser die Begegnung mit der Anwältin Natalia Veselnizkaja einräumte. «Nach dem Austausch von Freundlichkeiten erklärte die Frau, sie habe Informationen, dass Personen mit Verbindungen zu Russland das Democratic National Committee finanzierten und Frau Clinton unterstützten.» Das Democratic National Committee ist die Parteiorganisation der Demokraten. (sda)


Hintergrund des ursprünglichen Tweets von Trump ist übrigens eine heftige Diskussion in den USA darüber, ob Trump bei dem Treffen mit Putin dessen Verneinung einer Wahleinmischung akzeptiert habe - wie das von russischer Seite nach der Begegnung berichtet worden war.

Donald Trump
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US-Aussenminister Rex Tillerson, der bei dem Treffen anwesend war, äusserte sich vor Journalisten nicht direkt zu dieser Darstellung, sagte aber, dass Trump sich entschlossen habe, zu anderen Dingen überzugehen, da von Russland kein Schuldeingeständnis zu erwarten sei.

Kritiker werfen Trump vor, er habe Putin zu leicht davonkommen lassen. Auch in US-Medien wurde das Treffen überwiegend als ein Erfolg für Putin gewertet. (amü/sda)

Video: reuters
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22 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Einstürzende_Altbauten *
10.07.2017 07:53registriert Dezember 2014
Er soll einfach mal die Finger von der Tastatur lassen
WTF! Trump plant Cyber-Einheit mit Putin – und macht nach Shitstorm Kehrtwende
Er soll einfach mal die Finger von der Tastatur lassen
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Herren
10.07.2017 08:06registriert März 2016
Na ja. Graham, McCain und Rubio sind regelmäßige Kritiker von Trump. Da müsst ihr nicht jedes mal schreiben, dass "sogar Republikaner" protestieren. Anders sähe es aus, wenn z.B. Ryan Trump kritisierte.
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Wilhelm Dingo
10.07.2017 06:17registriert Dezember 2014
Wocor haben die Amis bei den Russen eigentlich Angst? Warum geht eine Zusammenarbeit mit den Saudis, nicht aber mit den Russen?
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