International
USA

Epstein-Files: US-Präsident Donald Trump meldete Epstein bei der Polizei

Epstein: Trump soll mehr gewusst haben, als er zugibt

US-Präsident Donald Trump betonte wiederholt, keine Kenntnis von Jeffrey Epsteins Sexualverbrechen gehabt zu haben. Jetzt zeigt sich: ganz richtig ist das nicht.
10.02.2026, 15:4110.02.2026, 15:41
Marisa Lattemann / t-online
Ein Artikel von
t-online

Im Juli 2006, als Epsteins Anklage wegen Sexualdelikten öffentlich wurde, rief Trump den damaligen Polizeichef von Palm Beach, Michael Reiter, an. Wie aus den kürzlich veröffentlichten Epstein-Akten hervorgeht, sagte Trump in diesem Gespräch, dass Epsteins Aktivitäten mit minderjährigen Mädchen sowohl in New York als auch in Palm Beach allgemein bekannt gewesen seien.

Neue FBI-Akten legen nahe, dass Donald Trump bereits 2006 über die Vorwürfe gegen Jeffrey Epstein informiert war – und selbst von «minderjährigen Mädchen» sprach.
Neue FBI-Akten legen nahe, dass Donald Trump bereits 2006 über die Vorwürfe gegen Jeffrey Epstein informiert war – und selbst von «minderjährigen Mädchen» sprach. bild: imago

2002 hatte Trump Epstein in einem Interview mit dem «New York Magazine» als «grossartigen Typen» bezeichnet und gesagt, Epstein möge «schöne Frauen genauso sehr wie ich – und viele von ihnen sind eher auf der jüngeren Sorte». 2019 schrieb Epstein in einer E-Mail über Trump: «Natürlich wusste er von den Mädchen, da er Ghislaine bat, damit aufzuhören.»

Reiter sagte den FBI-Ermittlern, Trump habe offengelegt, dass Maxwells Rolle die einer «Agentin» Epsteins gewesen sei. Trump habe gesagt: «Sie ist böse, konzentrieren Sie sich auf sie». Ausserdem heisst es in dem Bericht, Trump habe erzählt, er sei einmal in Epsteins Nähe gewesen, als Jugendliche anwesend waren, und habe sich «so schnell wie möglich aus dem Staub gemacht».

Neue Dokumente widersprechen Trumps Epstein-Darstellung

Trump sagte Reiter zudem, er habe Epstein aus seinem Mar-a-Lago-Club geworfen. Das steht in starkem Kontrast zu dem, was Trump im Juli 2019 gegenüber Reportern sagte, als er gefragt wurde, ob er gewusst habe, dass Epstein Mädchen missbraucht habe. Damals sagte er: «Nein, ich hatte keine Ahnung. Ich hatte keine Ahnung.»

Reiter, der 2009 als Polizeichef in den Ruhestand ging, bestätigte der US-Zeitung «Miami Herald», dass er 2019 vom FBI befragt wurde. Das Gespräch mit Trump habe im Juli 2006 stattgefunden. Ein FBI-Beamter bestritt jedoch, dass Trump Reiter angerufen habe. «Uns ist kein bestätigender Beweis bekannt, dass der Präsident vor 20 Jahren Kontakt mit den Strafverfolgungsbehörden aufgenommen hat», sagte der Beamte.

Melania Trump, damals Knauss (l.), Donald Trump und Ghislaine Maxwell: Sie gehörten jahrelang zu Epsteins Dunstkreis.
Melania Trump, damals Knauss (l.), Donald Trump und Ghislaine Maxwell: Sie gehörten jahrelang zu Epsteins Dunstkreis. bild: US Justice Department

Am Montag sollte Maxwell per Video vor dem Ausschuss für Aufsicht und Reformen des Repräsentantenhauses aussagen. Sie berief sich auf ihr Aussageverweigerungsrecht, wobei ihr Anwalt erklärte, sie sei «bereit, vollständig und ehrlich auszusagen, wenn Präsident Trump ihr eine Begnadigung gewährt». Sie könne den Präsidenten entlasten, so Maxwell. Trump äusserte sich bislang nicht dazu.

Maxwell will Trump entlasten

Als Maxwell 2020 verhaftet wurde, sagte Trump: «Ich wünsche ihr ehrlich gesagt nur alles Gute.» Die 64-Jährige verbüsst derzeit eine 20-jährige Haftstrafe wegen Menschenhandels im Zusammenhang mit dem sexuellen Missbrauch von Minderjährigen durch sie und Epstein.

Epstein lebte weniger als eine Meile von Mar-a-Lago entfernt. Um das Jahr 2000 rekrutierte Maxwell die 16-jährige Virginia Giuffre, die im Spa von Mar-a-Lago arbeitete. Giuffre sagte später, Maxwell habe ihr einen Job als Masseurin für einen reichen Mann angeboten und sie Epstein vorgestellt.

Trump sagte später, er habe Epstein aus Mar-a-Lago verbannt, weil dieser versucht habe, seine Angestellten abzuwerben. Dennoch bestritt er stets, von Epsteins Verbrechen gewusst zu haben.

2002 hatte Trump Epstein in einem Interview mit dem «New York Magazine» als «grossartigen Typen» bezeichnet und gesagt, Epstein möge «schöne Frauen genauso sehr wie ich – und viele von ihnen sind eher auf der jüngeren Sorte». 2019 schrieb Epstein in einer E-Mail über Trump: «Natürlich wusste er von den Mädchen, da er Ghislaine bat, damit aufzuhören.»

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Sucht Schweiz
1 / 7
Sucht Schweiz

Das Schweizer Suchtpanorama gibt einen Überblick über die aktuellen Trends und Probleme im Bereich der Suchtproblematik.

Auf Facebook teilenAuf X teilen
Das war die Bad Bunny-Halftimeshow
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
37 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Reinhard51
10.02.2026 15:56registriert November 2025
Natürlich hat Trump alles gewusst.
1035
Melden
Zum Kommentar
avatar
Snowy
10.02.2026 16:25registriert April 2016
Von allen bekannten Epstein Buddies der 90-er und Nullerjahre sind mittlerweile belastbare E-Mails oder/und Fotos aufgetaucht (mit Schwerpunkt Demokraten oder Demokraten-nahe Personen wie Clinton, Gates etc), ausser von Epstein's Bruder im Geiste Trump nicht.

Und das hat natürlich nichts damit zu tun, dass dieser sämtliche Staatsgewalten komplett ohne Skrupel und höchstem Masse widerrechtlich zu seinem persönlichen Vorzug einsetzt.

Es ist einfach nur noch abartig.
993
Melden
Zum Kommentar
avatar
Waterloo
10.02.2026 16:15registriert September 2022
Es sieht danach aus, dass Trump, als Präsident der USA, einen besonderen Status und aufschiebenden Schutz durch das FBI geniesst. Dass Trump eine intensive Beziehung zu Epstein pflegte, ist aufgrund seines Verhaltens gegenüber Frauen und seinen früheren Äusserungen, so gut wie sicher. Was die Folgen der Beziehung zu Epstein sind, zeigen die Konsequenzen all der Personen aus Politik, Wirtschaft und Königshäuser in Europa. Trump muss sich gefasst machen, was ihn erwartet, wenn er nicht mehr die die fast uneingeschränkte Macht des US-Präsidenten hat und alle Epstein-Files offengelegt werden.
644
Melden
Zum Kommentar
37
FBI zeigt Foto von Tatverdächtigem im Vermisstenfall Guthrie
Im Fall der seit mehr als einer Woche vermissten Mutter der US-Fernsehmoderatorin Savannah Guthrie hat die US-Bundespolizei FBI erste Fotos und Videos von einem Tatverdächtigen veröffentlicht. Die Aufnahmen zeigen nach Angaben von FBI-Direktor Kash Patel eine bewaffnete Person, die am Morgen des Verschwindens offenbar eine Kamera an der Haustür von Nancy Guthries Wohnhaus in Tucson im US-Bundesstaat Arizona manipuliert haben soll. Die Bilder und Videos seien aus vorher nicht zugänglichen Restdaten rekonstruiert worden, sagte Patel auf der Plattform X.
Zur Story