Nach 6 Jahren: Doku über Jeffrey Epstein wieder in den Netflix-Charts
Beinahe täglich werden neue Details über das Epstein-Netzwerk bekannt, zahlreiche prominente Persönlichkeiten tauchen wiederholt in den Akten auf. Doch auch das, was nicht öffentlich präsentiert wird, wirft Fragen auf – genauer gesagt die zahlreichen Schwärzungen durch das Ministerium.
Bereits im Mai 2020 erschien auf Netflix die vierteilige Miniserie «Jeffrey Epstein: Stinkreich» (im Original: «Jeffrey Epstein: Filthy Rich»). Im Zuge der neuesten Entwicklung wird die Produktion jetzt wieder verstärkt gestreamt.
Darum geht es in «Jeffrey Epstein: Stinkreich»
Die Dokumentation beleuchtet den kometenhaften Aufstieg des US-Finanziers Jeffrey Epstein und die bis heute ungeklärte Frage, wie er zu seinem immensen Vermögen kam.
Die Produktion zeichnet nach, wie Epstein sich Zugang zu den reichsten und mächtigsten Kreisen der Welt verschaffte, darunter Verbindungen zu wichtigen Persönlichkeiten aus Politik und Hollywood.
Gleichzeitig geht es um die strukturellen Netzwerke, die es ihm ermöglichten, jahrelang sexualisierte Gewalt gegen Minderjährige auszuüben, ohne ernsthafte Konsequenzen fürchten zu müssen. Im Fokus stehen Macht, Geld und systemisches Versagen.
Netflix-Doku über Jeffrey Epstein geht an die Substanz
Die Serie erschien weniger als ein Jahr nach dem Tod des verurteilten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein. Der Milliardär wurde im August 2019 tot in seiner Gefängniszelle in New York aufgefunden, offiziell durch Suizid.
In «Jeffrey Epstein: Stinkreich» kommen zahlreiche Überlebende erstmals selbst zu Wort. Shawna Rivera sagt im letzten Teil, es gebe «keine Gerechtigkeit» – vieles werde nie mehr ausgesprochen werden können.
Statt neue Enthüllungen zu präsentieren, bündelt die Doku bekannte juristische Fakten mit eindringlichen Berichten von Betroffenen. Produzent Joe Berlinger sagte dem Guardian, der Fall sei für ihn das beste Beispiel dafür, wie jemand mit Geld und Einfluss Berichterstattung behindern und einen «skandalösen Deal» aushandeln könne.
Gemeint ist das Abkommen von 2008, das Epstein vor einer lebenslangen Haft bewahrte. Er bekannte sich schuldig, minderjährige Mädchen zur Prostitution angestiftet zu haben, und verbrachte dafür lediglich circa 13 Monate in Haft.
Regisseurin Lisa Bryant liess durchblicken, wie schwierig es war, Frauen zu Aussagen vor der Kamera zu bewegen. Viele hätten nie zuvor darüber gesprochen, manche nicht einmal mit ihren Familien. Die Serie erzählt ihre Geschichten bewusst aus ihrer Perspektive. Jede Erfahrung sei individuell, auch wenn sich Muster klar erkennen liessen.
Die Rezensionen zur Netflix-Produktion fallen mit 81 Prozent positiv auf Rotten Tomatoes aus. Allerdings ist auch offensichtlich, dass die Serie verstörende Fakten präsentiert und daher nicht für alle geeignet ist. In der Schweiz steht sie aktuell auf Platz vier der Serien-Charts.
