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US-Behörden können Kinder nicht Familien zuordnen

US-Behörden können Einwanderer-Kinder nicht Familien zuordnen – Gericht verlängert Frist

10.07.2018, 03:1510.07.2018, 03:15

Ein US-Gericht hat der Regierung am Montag Medienberichten zufolge mehr Zeit für die Zusammenführung bestimmter getrennter Einwandererfamilien gegeben. Richter Dana Sabraw habe den Behörden mehr Zeit eingeräumt, um zu bestimmen, welche Kinder im Alter von fünf Jahren oder jünger wieder mit ihren Eltern vereint würden, berichteten US-Medien.

Die Entscheidung erfolgte demnach nach einer Erklärung der Regierungsanwältin Sarah Fabian, wonach bis zur ursprünglich gesetzten Frist bis Dienstag nur rund die Hälfte der 102 Kinder im Alter von fünf Jahren oder jünger ihren Eltern zurückgegeben werden könnten.

Die «New York Times» hatte Ende vergangene Woche berichtet, dass die Behörden Probleme hätten, bestimmte Kinder ihren Eltern zuzuordnen, nachdem Dokumente dazu verschwunden seien. In einigen Fällen sollen Dokumente auch vernichtet worden sein, offenbar aber nicht mutwillig. Die Regierung hatte am Freitag eine Verlängerung der Frist für die Familienzusammenführungen beantragt.

In Heimen untergebracht

Richter Sabraw sagte den Medienberichten zufolge, es gebe «echte Fortschritte». Er sei optimistisch, dass viele Familien bereits am Dienstag wieder vereint würden. Dann werde auch klar sein, welche Familien noch nicht wieder zusammengeführt worden seien, und es werde ein Zeitplan festgelegt.

Die US-Behörden behandeln illegal ins Land kommende Menschen seit Monaten systematisch als Gesetzesbrecher und nehmen sie in Haft. Da Kinder eigentlich nicht mit ihren Eltern inhaftiert werden dürfen, wurden die Familien zunächst auseinandergerissen; rund 2000 der betroffenen Kinder sind derzeit getrennt von ihren Eltern in Heimen untergebracht. In der Gerichtsentscheidung vom Montag ging es indes nur um die Kinder im Alter von fünf Jahren und jünger.

Nach einer Welle der Empörung aus dem In- und Ausland beendete US-Präsident Donald Trump die Praxis der Familientrennungen zwar, er hält aber an seiner harten Haltung in der Einwanderungspolitik fest. (sda/afp)

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