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Eine Maschine der Egypt Air fliegt Kairo an.
Eine Maschine der Egypt Air fliegt Kairo an.Bild: Amr Nabil/AP/KEYSTONE

5 Dinge, die du über Trumps Laptop-Verbot auf Flügen wissen musst (und die besten Tweets)

Berichten zufolge plant die US-Regierung neue Sicherheitsbestimmungen für Flüge aus dem Nahen Osten und Nordafrika. Darunter ist das Verbot, Laptops und Tablets ins Handgepäck zu nehmen. Es gilt ab heute. Das sind die wichtigsten Fakten zum «Electronics Ban».
24.03.2017, 12:1824.03.2017, 17:13

Die USA verschärfen ihre Sicherheitsbestimmungen für bestimmte Flüge aus dem Nahen Osten und Nordafrika. Das teilten die Transportsicherheitsbehörde (TSA) und das Heimatschutzministerium am Dienstag mit. Unter den Sicherheitsbestimmungen ist ein Verbot elektronischer Geräte, das bereits ab heute, Freitag umgesetzt wird. Das sind die wichtigsten Fakten zum «Electronics Ban»:

1. Das beinhaltet das Verbot

Passagiere bestimmter Flüge in die USA dürfen grössere elektronische Geräte nicht mehr mit an Bord nehmen. Dazu gehören Tabletcomputer, DVD-Spieler, Laptops und Kameras. Diese müssen neu zwingend aufgegeben werden. Mobiltelefone sind nicht betroffen. Zudem sind medizinische Geräte von der Regel ausgenommen. Alle Passagiere sind gleichermassen betroffen, egal welcher Nationalität. Das Entscheidende ist der Flughafen, von dem aus die Passagiere (direkt) in die USA einreisen.

2. Diese Airlines und Flughäfen sind betroffen

Von der Regelung sind zehn nichtamerikanische Airlines sowie zehn Flughäfen in acht Ländern des Nahen Ostens und Nordafrikas betroffen. Die Flughäfen:

  • Amman
  • Kairo
  • Kuwait-Stadt
  • Doha
  • Dubai
  • Istanbul
  • Abu Dhabi
  • Casablanca
  • Riad
  • Dschidda

Betroffen sind die Gesellschaften Royal Jordanian Airlines, Egypt Air, Turkish Airlines, Saudi Arabian Airlines, Kuwait Airways, Qatar Airways sowie Emirates und Etihad Airways. Amerikanische Airlines sind nicht betroffen.

Diese Airlines haben Geld, viel Geld: Scheich Mohammed bin Rashid al-Maktoum, Herrscher des Emirats Dubai und Premier, Verteidigungsminister sowie Vizepräsident der Vereinigten Arabischen Emirate, spricht mit Scheich Ahmed bin Saeed Al Maktoum, Verwaltungsratsvorsitzender der Emirates Airline, während einer Tour auf dem Airbus A380 im November 2015.
Diese Airlines haben Geld, viel Geld: Scheich Mohammed bin Rashid al-Maktoum, Herrscher des Emirats Dubai und Premier, Verteidigungsminister sowie Vizepräsident der Vereinigten Arabischen Emirate, spricht mit Scheich Ahmed bin Saeed Al Maktoum, Verwaltungsratsvorsitzender der Emirates Airline, während einer Tour auf dem Airbus A380 im November 2015.Bild: AHMED JADALLAH/REUTERS

Die meisten dieser Länder sind enge Verbündete der USA. Der Flughafen Abu Dhabi gehört sogar zu den nur 15 Nicht-US-Flughäfen weltweit, die die Sicherheitsschleusentechnik des US-Heimatschutzministeriums einsetzen.

3. Das ist die offizielle Begründung

Die Behörden begründen die neue Regelung mit einer Terrorgefahr, von der die Regierung bereits vor mehreren Wochen erfahren haben soll. Näher wurde diese Terrorgefahr nicht erläutert, nun würden aber Anpassungen «aufgrund einer Bedrohungsanalyse» gemacht. Angeblich basiert diese auf Informationen, an die US-Spezialkräfte bei einem Einsatz in Jemen gelangt sein sollen. Dabei soll auch Al-Quaida eine Rolle spielen.

Ein Passagier zeigt am Flughafen Istanbul seinen Laptop. Das Verbot gilt ab sofort.
Ein Passagier zeigt am Flughafen Istanbul seinen Laptop. Das Verbot gilt ab sofort.Bild: SEDAT SUNA/EPA/KEYSTONE

Sicherheitskräfte befürchten, dass Sprengsätze unerkannt in Laptops versteckt werden könnten. In Somalia explodierte Anfang Februar möglicherweise eine solche Bombe an Bord eines Flugzeuges, tötete allerdings nur den Terroristen selbst.

4. So lange gilt das Verbot

Die Massnahme gilt auf unbestimmte Zeit und könnte auf andere Flughäfen ausgeweitet werden. Die Airline Emirates sagte allerdings, das Verbot gelte nur bis Mitte Oktober.

5. So viel nützt das Verbot

Ralph Beisel vom deutschen Flughafenverband ADV hält das Verbot für «blanken Unsinn» und «reinen Aktionismus», wie er gegenüber der «Süddeutschen Zeitung» sagt. Nicholas Weaver vom International Computer Science Institute der Universität Berkeley in Kalifornien sagt zudem gegenüber dem «Guardian», dass eine Bombe im Computer genauso in der Kabine wie im Gepäckraum explodieren könne. Beim Absturz der russischen Maschine über der Sinaihalbinsel 2015 beispielsweise explodierte möglicherweise eine Bombe unten im Frachtraum.

Elektrogeräte im Bauch des Flugzeugs sind zudem nicht unproblematisch. Lithium-Batterien waren zuletzt wegen Überhitzung in Brand geraten.

6. Das könnten die Motive sein

Experten sehen ein anderes Motiv hinter dem Verbot als die Terrorgefahr. Wie die «Washington Post» schreibt, stecken womöglich wirtschaftliche Interessen hinter dem Verbot. Trump hatte den Chefs der grossen einheimischen Airlines bei einem Treffen im Februar versichert, ihnen im Wettbewerb mit grossen Fluggesellschaften vom Persischen Golf zu helfen.

Eine Maschine der American Airline hebt im Februar in Chicago ab.
Eine Maschine der American Airline hebt im Februar in Chicago ab.Bild: KAMIL KRZACZYNSKI/REUTERS

Diese Fluggesellschaften sind eine mächtige Konkurrenz für die Amerikaner. Sie werden grösstenteils von ihren Regierungen subventioniert, bauen ihr Angebot sukzessive aus und befördern viele wohlhabende Passagiere. Diese Airlines befürchten nun, dass ihnen das Verbot das Geschäft vermiesen könne. Einerseits kosten die Sicherheitschecks nun mehr, andererseits könnten Gäste aus Frust vor längeren Checks und möglichen Verspätungen auf amerikanische Fluglinien umsteigen.

Auch eine Verbindung zu den Einreisebeschränkungen für Muslime, die Donald Trump plant, sehen einige Experten als Motiv für den «Electronic Ban». Die US-Regierung hat diesen Zusammenhang allerdings dementiert.

7. So reagieren Airlines und Kunden

Der Ärger bei den betroffenen Airlines ist gross. Doch viele reagieren mit Humor. Voilà, die besten Tweets zum #ElectronicsBan:

(dwi)

Bei diesen witzigen Flugzeug-Durchsagen muss der schlecht gelaunteste watson-Leser lachen

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