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Das Griechenland-Hilfsprogramm ist beendet – mit 15 Milliarden und einer Frist



Die Finanzminister der Eurozone haben sich auf die Bedingungen für das Ende des griechischen Rettungsprogramms geeinigt. Der griechische Finanzminister Euklid Tsakalotos begrüsste die Entscheidung.

Vereinbart wurde demnach eine Abschlusszahlung an Athen von 15 Milliarden Euro sowie eine Verschiebung von Kreditrückzahlungen um zehn Jahre, um Griechenland finanziell mehr Luft zu geben.

epa06809261 Greek nationalists protst outside the Greek Parliament against the agreement between Greece and Former Yugoslavic Republic of Macedonia (FYROM) in the name dispute, in Athens, Greece, 15 June 2018. The Prime Ministers of the two countries are going to sign the agreement on 17 June.  EPA/ORESTIS PANAGIOTOU

Der europäische Rettungsschirm ist Geschichte Bild: EPA/ANA-MPA

Griechenland musste durch die Euro-Partner und den Internationalen Währungsfonds (IWF) seit 2010 mehrfach vor dem Staatsbankrott gerettet werden.

«Wir werden niemals vergessen, was das griechische Volk in den vergangenen acht Jahren durchmachen musste»

Griechenlands Finanzminister Euklid Tsakalotos

Insgesamt bekam der Mittelmeerstaat seitdem fast 274 Milliarden Euro zugesagt. Im Gegenzug musste Athen schmerzhafte Reformen umsetzen. Inzwischen ist das Land wieder auf Wachstumskurs und weist Haushaltsüberschüsse auf. Die Gesamtverschuldung ist mit fast 178 Prozent aber weiterhin sehr hoch.

Das dritte griechische Hilfsprogramm endet am 20. August. Es hat ein Gesamtvolumen von 86 Milliarden Euro, ausgezahlt wurden bisher erst 46.9 Milliarden Euro.

Aufbau eines Finanzpuffers

Damit Griechenland nicht schnell wieder in Schwierigkeiten gerät, wollen die Euro-Länder das Land mit einem Teil des verbleibenden Geldes beim Aufbau eines Finanzpuffers unterstützen. Dazu dient die Abschusszahlung von 15 Milliarden Euro.

Darüber hinaus muss Athen nun mit der Schuldenrückzahlung aus dem zweiten Hilfsprogramm zehn Jahre später beginnen, wie es von Eurozonen-Vertretern weiter hiess.

Hier hätte Griechenland bisher im Jahr 2023 die ersten Raten zurücküberweisen müssen, nun erst ab dem Jahr 2033. Nach hinten hinaus wurde die Kreditlaufzeit entsprechend um zehn Jahre verlängert.

Positive Reaktion in Griechenland

Die griechische Regierung hat die Einigung der Euro-Länder auf die Bedingungen für das Ende seines Hilfsprogramms begrüsst. Die Vereinbarung sei für sein Land «äusserst wichtig», sagte Finanzminister Euklid Tsakalotos in der Nacht zum Freitag in Luxemburg.

Nach acht Jahren Reformen und Entbehrungen unter den Reformprogrammen der Gläubiger müssten die Griechen «die Veränderung nun in ihren Taschen spüren».

Er glaube, dass die Schulden seines Landes durch die Schritte der Euro-Länder tragfähig seien, sagte Tsakalotos. «Wir können Zugang zu den Finanzmärkten bekommen.»

Der Finanzminister zeigte sich auch mit den Auflagen der Gläubiger zufrieden, die Griechenland in den nächsten Jahren stärker als andere ehemalige Krisenländer überwachen wollen. Tsakalotos betonte aber, durch die Vereinbarung würden «keine neuen Bedingungen» für sein Land eingeführt.

«Konkrete Ergebnisse erforderlich»

Die linksgeführte Regierung in Athen werde «niemals vergessen, was das griechische Volk in den vergangenen acht Jahren durchmachen musste», sagte der Minister weiter. «Damit sich das lohnt, müssen wir dafür sorgen, dass das griechische Volk konkrete Ergebnisse sieht.» (sda/afp)

2000 Kilometer quer durch Griechenland

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Video: srf/SDA SRF

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10Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Wilhelm Dingo 22.06.2018 09:48
    Highlight Highlight Die „Hilfen“ über 274 Milliarden Euro gingen primär in den Finanzsektor und haben verhindert dass Grossbanken wie die Deutsche Bank abschreiben mussten. Die Sparprogramme bezahlen die Griechen Bürger. Ein Bankrot mit Kreditausfall hätte dem Volk mehr gebracht.
    • swisskiss 22.06.2018 11:29
      Highlight Highlight Die Kredite der Privatbanken, wie auch der Deutschen Bank, wurden durch von EZB und IWF finanzierte Kredite abgelöst, die nicht nur längere Laufzeiten haben, sondern durch besseres Rating und politische Entscheide, auch nur halb soviel Schuldzins für Griechenland kosten. Die einzigen Banken, die Direktmittel aus dem Rettungsschirm erhielten, waren griechische Banken zur Aufrechterhaltung des Geldverkehrs, Kreditvergabe und Barauszahlungen.

      Bankrott bedeutet,dass Rentner, Sozialhilfeempfänger und Staatsangestellte kein Geld mehr erhalten! Das soll dem "Volk" etwas bringen? Guguskommentar.
    • supi 22.06.2018 12:51
      Highlight Highlight Ja .. lest das Buch mit den wirklichen Hintergründen des ehemaligen Finanzminister .. bin gespannt .. auf die kommenden Griechenland Wahlen
    • Wilhelm Dingo 22.06.2018 13:52
      Highlight Highlight @swisskiss: Guck mal hier, z.B. oder lies das Buch von Varoufakis, dann bist Du auf dem laufenden. https://www.focus.de/finanzen/news/staatsverschuldung/griechenland-rettung-das-passierte-wirklich-mit-den-athen-milliarden_id_5503524.html
    Weitere Antworten anzeigen
  • Hades69 22.06.2018 09:26
    Highlight Highlight Zinsen: Eine der groessten Betruegereien auf unserem Planeten.
  • rodolofo 22.06.2018 08:03
    Highlight Highlight Bitte im Titel den Kapitalfehler entfernen!
    Es müsste heissen:
    "Das Banken-Hilfsprogramm ist fürs Erste beendet".
    Danke
    Ein Griechenland-Sympathisant
  • kettcar #lina4weindoch 22.06.2018 07:49
    Highlight Highlight Euklids Worte in Zeus Ohr! Hoffen wir, dass dieses traurige Kapitel doch noch ein gutes Ende für Griechenland nimmt. Aber die Wunden, die Deutschland hier der EU zugefügt hat, werden Spuren hinterlassen.

Wer lügt – die EU oder die Schweiz?

Viereinhalb Jahre und 32 Verhandlungsrunden lang diskutierten die EU und die Schweiz das Rahmenabkommen. Und doch ist völlig unklar, ob das Protokoll 1 zum Lohnschutz verhandelt wurde oder nicht. Ja, sagt die EU. Nein, die Schweiz.

Die EU-Kommission hat sehr genau Buch geführt über die Treffen, Telefongespräche und Verhandlungsrunden mit der Schweiz. So sprach EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker 23mal mit diversen Präsidenten der Schweiz, darunter in acht offiziellen Treffen. EU-Kommissar Johannes Hahn traf Aussenminister Ignazio Cassis siebenmal. Total kamen die EU und die Schweiz in den letzten viereinhalb Jahren auf 32 Verhandlungsrunden. Eine «unglaubliche Intensität», wie Kommissar Hahn im Dezember 2018 sagte.

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