DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Nach harter Kritik macht Trump jetzt 250-Milliarden-Deal mit China

09.11.2017, 15:46
Freude pur: Trump in China.
Freude pur: Trump in China.
Bild: AP/AP

Nach monatelanger Kritik am hohen Handelsdefizit mit China sucht US-Präsident Donald Trump nun den Schulterschluss mit der Führung in Peking. Beim ersten Besuch von Trump in China wurden Wirtschaftsabkommen im Umfang von mehr als 250 Milliarden US-Dollar geschlossen.

«Wir waren uns einig, nicht das gescheiterte Vorgehen der Vergangenheit zu wiederholen», sagte Trump. Trump kritisierte dabei erneut Chinas Überschuss im Handel mit den USA, machte dafür aber zur sichtlichen Freude von Xi Jinping nicht Peking, sondern seinen Vorgänger Barack Obama verantwortlich.

In Handelsfragen zeigte sich Trump versöhnlich, nachdem zuvor in Anwesenheit beider Präsidenten in der Grossen Halle des Volkes 15 Wirtschaftsvereinbarungen unterzeichnet worden waren. Zu den Vereinbarungen gehörten feste Verträge, aber auch nur Absichts- oder Rahmenerklärungen.

Eine der wichtigsten Vereinbarungen betrifft einen Gasdeal mit drei chinesischen Staatsunternehmen zur Förderung von Flüssiggas im US-Bundesstaat Alaska im Volumen von bis zu 43 Milliarden Euro. China sagte zudem den Kauf von 300 Flugzeugen des US-Herstellers Boeing für rund 37 Milliarden Dollar zu.

Bild: AP/Pool Reuters

In den Gesprächen mit Xi Jinping sagte Trump, ihm sei bewusst, dass die USA ihre Wirtschaftspolitik ändern müssten, «weil sie im Handel so weit hinter China herhinken, und, um ehrlich zu sein, hinter vielen anderen Ländern». Aber die USA wollten den Handel gerecht machen, so dass beide Länder davon profitierten.

Xi Jinping verwies auf die Gemeinsamkeiten der zwei grössten Volkswirtschaften, die wichtige Motoren für das globale Wachstum seien. «Zusammenarbeit ist der einzige Weg.»

Er bekräftigte die Zusage, eine weitere Marktöffnung zu verfolgen. Die amerikanische wie die europäische Handelskammer kritisieren aber vielmehr Rückschritte. Seit Jahren zugesagte marktwirtschaftliche Reformen blieben bisher aus.

Probleme mit Nordkorea lösen

Im Konflikt über Nordkoreas Atomwaffen- und Raketenprogramm rief Trump seinen Gastgeber Xi Jinping zu verstärkten Anstrengungen auf. «China kann das Problem sehr einfach und schnell lösen.» Xi Jinping sei ein «grossartiger Präsident». Die USA und China könnten gemeinsam Probleme mit «grossen Gefahren» lösen. «Wir sind in der Lage, die Weltprobleme über viele, viele kommende Jahre zu lösen.»

Donald Trump: das Best Of

Video: watson

Xi Jinping sagte, beide Länder hätten ihr «festes Bekenntnis» zur atomaren Abrüstung auf der Koreanischen Halbinsel und der Umsetzung der UNO-Resolutionen gegen Pjöngjang bekräftigt. Er betonte erneut, dass China sich für eine Verhandlungslösung ausspreche. Xi Jinping berichtete, beide Seiten hätten auch vereinbart, den Austausch und Dialog ihrer Streitkräfte «auf verschiedenen Ebenen» auszubauen.

Aussenminister Rex Tillerson sagte, China sei den Vereinigten Staaten sehr dankbar für deren klare Position zu Nordkorea. Xi Jinping habe zum Ausdruck gebracht, dass die Auswirkungen der Sanktionen in Nordkorea eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen würden. Es gebe Erkenntnisse, dass die Sanktionen in Nordkorea langsam Wirkung zeigten.

Differenzen und «herzliche Gefühle»

Die besonders hervorgehobene Einigkeit konnte indes nicht verbergen, dass es weiterhin eine Reihe ernsthafter Differenzen zwischen den USA und China gibt. So habe es einen «offenen Meinungsaustausch» zum Südchinesischen Meer gegeben, sagte Tillerson.

China beansprucht das gesamte Seegebiet, durch das jedes Jahr Waren im Wert von rund drei Billionen Dollar transportiert werden. Dazu baut China künstliche Inseln zu Militärposten aus. Ansprüche auf Teile dieses Gebietes machen aber auch Brunei, Malaysia, die Philippinen, Taiwan und Vietnam geltend.

Trump lobte derweil sein gutes persönliches Verhältnis zu Xi Jinping. Er empfinde «herzliche Gefühle». «Ich denke, wir werden grossartige Dinge für China und die USA leisten.» Am Abend gab Xi Jinping ein Staatsbankett für Trump und seine Frau Melania. Der US-Präsident reist am Freitag weiter nach Vietnam. Im Küstenort Da Nang nimmt er an dem jährlichen Asien-Pazifik-Gipfel (Apec) teil. (sda/dpa/reu/afp)

Xi Jinping zu Besuch bei Donald Trump

1 / 10
Xi Jinping zu Besuch bei Donald Trump
quelle: ap/ap / alex brandon
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Ex-Slipknot-Schlagzeuger Joey Jordison ist tot

Slipknot trauert um ein ehemalges Mitglied: Joey Jordison, der Ex-Schlagzeuger der Band, ist gestorben. Der Musiker wurde 46 Jahre alt.

Trauer um Joey Jordison: Der Ex-Dummer der Metal-Band Slipknot ist tot. Der Musiker wurde nur 46 Jahre alt, wie seine Familie in einem Statement bestätigt hat, das unter anderem den Branchenmagazinen «Billboard» und «Variety» vorliegt. Man sei «untröstlich», mitteilen zu müssen, dass Joey Jordison am 26. Juli «friedlich im Schlaf verstorben» sei, heisst es in dem Statement.

«Joeys Tod hinterlässt uns mit leeren Herzen und unbeschreiblichem Kummer.» Der Musiker sei schlagfertig gewesen und habe …

Artikel lesen
Link zum Artikel