Die Modewelt nimmt Abschied von Valentino Garavani
Valentino Garavanis Tod hinterlässt eine grosse Lücke in der Welt der Haute Couture. Er prägte die Hälfte des 20. Jahrhunderts sowie das erste Viertel des 21. Jahrhunderts und begeisterte weltweit Modeinteressierte mit seinem eleganten Stil.
Am 19. Januar 2026 ist Valentino Garavani im Alter von 93 Jahren verstorben. Am Mittwoch und Donnerstag war Valentinos Sarg im Firmensitz seines ehemaligen Modehauses nahe der Spanischen Treppe im Zentrum Roms aufgebahrt. Tausende Menschen nahmen dort von ihm Abschied.
Die Beisetzungsfeier begann am Freitag um 11 Uhr. Vor der Basilika Santa Maria degli Angeli in Rom versammelten sich Prominente wie die Schauspielerinnen Anne Hathaway (43) und Liz Hurley (60) sowie die langjährige Chefredakteurin der Modezeitschrift «Vogue» Anna Wintour (76), um an der Trauerfeier für den mit 93 Jahren gestorbenen Designer teilzunehmen.
Bereits am frühen Morgen füllte sich der Vorplatz der Kirche in der italienischen Hauptstadt mit Fans des Modemachers. Am Vormittag wurde sein Sarg in die Basilika getragen. Dabei waren Valentinos langjähriger Weggefährte Giancarlo Giammetti (83) und sein letzter Partner Bruce Hoeksema (68). Wie die Zeitung «La Repubblica» berichtete, hinterliess die italienische Filmlegende Sophia Loren (91) einen Trauerkranz mit der Aufschrift «Immer in meinem Herzen».
Nach der Trauerfeier am heutigen Freitag soll der Sarg auf einem römischen Friedhof in einer als Familienkapelle vorgesehenen Grabstätte beigesetzt werden.
Anfänge seiner Karriere
Schon früh widmete Valentino sein Leben der Mode. Nach dem Abitur lernte er das Zeichnen von Modeentwürfen, was ihm 1949 ein Stipendium der Pariser Fédération de la Haute Couture et de la Mode einbrachte. Diese gilt als die wichtigste Modeinstanz Frankreichs. Ein Jahrzehnt später kam er nach Italien zurück, um in Rom sein eigenes Modeunternehmen zu gründen. Dies geschah zusammen mit seinem früheren Lebens- und Geschäftspartner Giancarlo Giammetti.
Neben Rom und Paris hatte Valentino auch eine besondere Verbindung zur Schweiz. In Gstaad verbrachte er regelmässig den Winter. Er besass dort ein Chalet und fuhr liebend gerne Ski. Weitere Leidenschaften waren Kunst, Architektur und seine geliebten Mops-Hunde.
Verbindung zu Hollywood und Adel
Valentino kleidete viele prominente Kundinnen wie Audrey Hepburn, Jackie Kennedy, Julia Roberts oder Prinzessin Diana ein.
Seine eleganten Roben waren von den Roten Teppichen nicht wegzudenken. Auch zahlreiche Bräute stattete der Modeschöpfer mit seinen Kreationen aus. Dazu gehörten Prinzessinnen und Hollywoodstars, wie etwa Máxima der Niederlande, Schauspielikone Elizabeth Taylor oder Model Heidi Klum.
Für seine Verdienste an die Modewelt wurde der Designer vielfach geehrt. 2006 wurde er etwa von Frankreich zum «Ritter der Ehrenlegion» ernannt.
Seine Mode war nie laut, sondern zurückhaltend und elegant. Untrennbar mit seinem Namen verbunden ist die Farbe Valentino Red. Das warme Rot wird zu seinem Markenzeichen und taucht in fast jeder Kollektion auf. «Rot steht für Liebe, Leidenschaft und Stärke. Eine Frau in Rot zieht immer alle Blicke auf sich», erklärte Valentino einst.
Geheiratet hat der Italiener nie, auch Kinder hatte er keine. Mit seinem Tod geht ein grosser Abschnitt der Modegeschichte zu Ende. Was bleibt, sind seine zeitlosen Entwürfe, sein unverwechselbares Gespür für Eleganz und das legendäre Valentino Red, das ihn unsterblich gemacht hat.
