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Lehrer*in und Student_innen: Das muntere Gendern geht ohne Regeln weiter

Bürger*innen und Student_innen oder gar Lehr_er_innen – die Debatte um geschlechtergerechtes Schreiben erhitzt viele Gemüter. Jetzt hat sich der Rat für deutsche Rechtschreibung dazu geäussert.



Auch wenn der Genderstern zunehmend verwendet wird – in das Regelwerk der deutschen Sprache wird er vorerst nicht einziehen. Der Rat für deutsche Rechtschreibung hat sich bei seiner Tagung am Freitag in Passau einstimmig dafür ausgesprochen, den Sprachgebrauch zunächst weiter zu beobachten.

«Die Erprobungsphase verschiedener Bezeichnungen des dritten Geschlechts verläuft in den Ländern des deutschen Sprachraums unterschiedlich schnell und intensiv», sagte Vorsitzender Josef Lange. Sie soll nicht durch vorzeitige Empfehlungen und Festlegungen des Rats beeinflusst werden, wie das Gremium befand.

Genderstern

Der Rat für deutsche Rechtschreibung beobachtet erst einmal.

Der gesellschaftliche Diskurs zur Gendersprache verlaufe sehr kontrovers. Durch Verfassungsgerichtsentscheidungen in Deutschland und Österreich sei die Diskussion beschleunigt worden, sagte Lange.

Das Recht der Menschen, die sich weder dem männlichen noch dem weiblichen Geschlecht zugehörig fühlen, angemessen sprachlich bezeichnet zu werden, sei «ein Anliegen, das sich auch in der geschriebenen Sprache abbilden soll», heisst es im Ergebnispapier des Rates.

Der Rat sei sich bewusst, dass geschriebene Sprache mit Blick auf die Darstellung von Lebenswirklichkeiten sehr unterschiedlich wahrgenommen werde. Die Schreibweisen, mit denen unterschiedliche Geschlechter dargestellt werden, müssten zur Kenntnis genommen und geprüft werden. «Sie können aber nicht jeweils für sich Allgemeingültigkeit und Verbindlichkeit für die geschriebene Sprache beanspruchen», stellte das Gremium klar.

Verständlich und vorlesbar

In der geschriebenen Sprache gibt es dem Rat zufolge derzeit sowohl grammatische als auch orthographische Ausdrucksmittel für geschlechtergerechtes Schreiben. Orthographisch sind das etwa das Sternchen (Asterisk) und der Tiefstrich (Gendergap).

Möglich ist auch der Zusatz «divers» (m, w, d). Ausdrücklich verwiesen die Rechtschreibexperten auch auf das generische Maskulinum. Dieses verwendet das grammatische männliche Geschlecht unabhängig vom biologischen Geschlecht (Beispiel: «Wann kommt der Handwerker?»).

Bereits bei seiner Sitzung im Juni in Wien war der Rat übereingekommen, dass Gendersprache verständlich und lesbar, vorlesbar, grammatisch korrekt, eindeutig und rechtssicher sowie übertragbar – im Hinblick auf deutschsprachige Länder wie die Schweiz mit mehreren Amts- und Minderheitensprachen – sein soll.

Der Rat will weiterhin den Schreibgebrauch in verschiedenen Medien und Gruppen analysieren. (sda/dpa)

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Video: watson/Lya Saxer

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70Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Bene_ 17.11.2018 11:16
    Highlight Highlight Wir hatten im Studium einige Professoren, die abgewechselt haben. Also manchmal männliche, manchmal weibliche Formen. Das fand ich eigentlich nicht schlecht. Diese genderneutralen Formulierungen sind mir ein Graus.
  • Karl33 17.11.2018 00:04
    Highlight Highlight Die Lehrer = Mehrere Lehrer, können weiblichen oder männlichen Geschlechts sein. Damit keins der Geschlechter zu kurz kommt, ist das Pronomen weiblich (Die), das Nomen männlich (generisches Maskulinum).

  • Quacksalber 16.11.2018 22:32
    Highlight Highlight Genderstern? noch nie gesehen.
  • Pointer 16.11.2018 20:25
    Highlight Highlight Keine Ahnung obs echt ist. Beschreibt die Situation aber wohl recht gut:
    Benutzer Bild
  • Phrosch 16.11.2018 20:16
    Highlight Highlight Kürzlich sprach am Radio doch tatsächlich jemand von „Mitgliederinnen“ 🤦‍♂️. So sehr ich für gerechte Sprache und Gleichberechtigung bin: was zu weit geht, geht zu weit. Man könnte ja abwechseln und jeweils ein halbes Jahr generisches maskulin und dann feminin verwenden...
    • Jo Cienfuegos 16.11.2018 21:24
      Highlight Highlight Mitvaginen ;P
    • erdinger 16.11.2018 21:43
      Highlight Highlight Wie wärs mit "Liebe Mitglieder und Mitvulven?"
  • Roterriese 16.11.2018 19:08
    Highlight Highlight "Bürger*innen und Student_innen oder gar Lehr_er_innen "

    wie wärs mit schlicht und einfach "Bürger, Studenten und Lehrer"?
    • canadienne 16.11.2018 19:44
      Highlight Highlight Wenn es die Möglichkeit gibt, finde ich angenehm, wenn Formen wie Studierende oder Lehrpersonen gewählt werden. Wenn nicht, finde ich auch Bürger und Bürgerinnen okay. Klar mag man den Sinn und Unsinn einer solchen Debatte thematisieren, und ich bin kein Fan von Sternchen und Unterstrichen, aber wo’s geht, warum nicht ein Schritt in Richtung einer inklusiveren Sprache machen. Warum jedoch zBsp die weibliche Form von Zimmermann Zimmerin sein soll, ist mir ein Rätsel...
    • Enzasa 16.11.2018 19:46
      Highlight Highlight Wie wärs mit schlicht und einfach Studentinnen, Lehrerinnen und Bürgerinnen?
    • Pointer 16.11.2018 19:53
      Highlight Highlight @Enzasa: So schlicht und einfach ist diese Schreibweise aber nicht mehr.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Matrixx 16.11.2018 18:24
    Highlight Highlight Die einzige Frage zu diesem Thema, die mich interessiert ist "Wenn die weibliche Form von Mitglieder Mitgliederinnen ist, was ist dann die männliche Form davon?"
    • Garp 16.11.2018 18:47
      Highlight Highlight der mit Glied 😂
    • Piwi 16.11.2018 18:56
      Highlight Highlight Mitgliederer!
      Das Polizist, die Polizistin, und der Polizister.

      Und wenn wir schon dabei sind: die Ingenieuse (wie Coiffeuse und Chauffeuse), und Krankenbruder.
    • The oder ich 16.11.2018 19:18
      Highlight Highlight Mit- und Ohne- wäre korrekt^^
    Weitere Antworten anzeigen
  • Against all odds 16.11.2018 18:13
    Highlight Highlight Da werden sich Personen mit einer Lese- und Schreibschwäche sicherlich wahnsinnig freuen. Und auch die Schüler, welche bis zur 3. Klasse nach Gehör schreiben dürfen und nachher die Rechtschreibung in den Griff bekommen sollen. Ich bin sicher, dass sich die Menschen in Zukunft, dank solcher "Sprachformen", prächtig verstehen werden...
  • Pointer 16.11.2018 18:06
    Highlight Highlight Ob Stern, Unterstrich oder Binnen-I – ich finde sie schrecklich, da sie die Sprache verschandeln.
    Dann lieber einfach das generische Maskulinum oder eine neutrale Formulierung.
    • Palpatine 16.11.2018 18:34
      Highlight Highlight Da bin ich im Prinzip einverstanden. Aber es gibt ja auch Behörden, die schreiben dann vor, dass in amtlichen Texten beispielsweise nicht mehr der Terminus "Mannschaft", sondern nur noch "Team" benutzt werden darf. Und der "Fussgängerstreifen" wird dann immer zu "Zebrastreifen". Das machts dann auch nicht besser...
    • Pointer 16.11.2018 19:35
      Highlight Highlight Ja, es sollte schon freiwillig sein, ob man beispielsweise Mannschaft oder Team schreibt.
      Ausserdem ist das ja die Mannschaft ;-)
    • canadienne 16.11.2018 19:46
      Highlight Highlight Ich hab jetzt persönlich kein Problem mit Teams und Zebrastreifen...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Knety 16.11.2018 17:50
    Highlight Highlight Generisches Maskulinum und alle Probleme sind gelöst!
    • Herr Ole 17.11.2018 01:25
      Highlight Highlight Nicht ganz. In manchen Situationen kann dann unklar sein, ob alle gemeint sind oder nur die Männer.
  • Knäckebrot 16.11.2018 17:48
    Highlight Highlight Ich bezweifle, dass es den wenigen Betroffenen mit diesem Genderhype wirklich hilft.

    Es macht den Anschein, dass für sie gekämpft würde.
    Mir scheint es aber nicht viel tiefgründiger wie der "Likes" Wahn.

    Wertschätzung und Freunde haben sie nicht mehr, auch wenn sich dieser gesellschaftliche Formulierungszwang in inquisitorische Richtung bewegt.
    • Garp 16.11.2018 17:57
      Highlight Highlight Sprache schafft Bewusstsein.
    • Neruda 16.11.2018 20:48
      Highlight Highlight Ich muss Garp schon auch zustimmen. Die Sprache hat einen gewissen Einfluss auf unser Denken und Verständnis der Welt. Trotzdem wünsche ich mir eine andere Lösung, als unsere Sprache zu verschandeln (Anglizismen sind übrigens gleich schlimm). Man müsste halt das Bewusstsein auf anderen Wegen für Diskriminierungen schärfen. Und im Deutschunterricht das generische Maskulinum ausführlicher thematisieren.
    • Pointer 16.11.2018 22:40
      Highlight Highlight @Garp: Mit Sternen und Unterstrichen schafft man kein Bewusstsein, man schaft damit Kopfschütteln, Empörung und Unverständnis. Bewusstsein schafft man mittels Diskursen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • zettie94 16.11.2018 17:41
    Highlight Highlight Ich bevorzuge das generische Maskulinum gegenüber irgendwelchen mühsam zu schreibenden und lesenden Konstrukten mit Sonderzeichen...
  • dmark 16.11.2018 17:19
    Highlight Highlight Der Stern als 27. Buchstabe?
  • Vergugt 16.11.2018 17:16
    Highlight Highlight Wow, ich bin positiv überrascht wie 1) das Gremium eine überlegt-fortschrittliche Position einnimmt, und 2) die positiv die Kommentare hier sind. Okay, bisher nur 4 Stück, aber immerhin :-)

    Eine Runde Luftballons für alle!
    • Vergugt 16.11.2018 19:57
      Highlight Highlight Ui. Ich nehme alles zurück. Kalt ist es hier geworden.
  • El Vals del Obrero 16.11.2018 17:14
    Highlight Highlight Es wäre doch so viel einfacher, wenn man im Deutsch einfach eine dritte geschlechtsneutrale Form für Gruppenbezeichnungen einführen würde.

    Nicht mit irgendwelchen Sternchen, sondern so, dass man es ganz normal als Wort aussprechen könnte.

    Sonst lässt sich dieses Problem nie lösen und man kann nie mehr unverkrampft schreiben.

    Und gerade deutsch ist ja eine der wenigen Sprachen auf der Welt mit einem neutralen grammatikalischem Geschlecht. Von dem her wäre das gar nicht so eine Revolution, wenn es das auch für Gruppenbezeichnungen gäbe.
    • Bündn0r 16.11.2018 17:27
      Highlight Highlight Das gibt es bereits!
      Nennt sich generisches Maskulinum.
      "Von einem generischen Maskulinum spricht man in der Linguistik, wenn Bezeichnungen männlicher Referenten benutzt werden, um eine Allgemeinheit zu bezeichnen oder gemischtgeschlechtliche Gruppen oder Referenten, deren Geschlecht (Sexus) unbekannt oder gleichgültig ist." Kurze Wiki-Anleitung dazu
    • Argon 16.11.2018 18:19
      Highlight Highlight Die Frage ist dan einfach, ob die Wörter auch im Täglichen Gebrauch benutzt werden? Meiner Meinung nach wird das nicht passieren, also bringt es Logischerweise auch nichts.
    • El Vals del Obrero 16.11.2018 18:28
      Highlight Highlight Es würde sicher eher genutzt werden als irgendwelche Sternchen-Murksereien.
    Weitere Antworten anzeigen
  • derEchteElch 16.11.2018 17:11
    Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte formuliere deine Kritik sachlich und beachte die Kommentarregeln.
    • Ale Ice 16.11.2018 17:23
      Highlight Highlight Der Kommentar, auf den du Bezug nimmst, wurde bereits entfernt.
    • Xonco 16.11.2018 17:26
      Highlight Highlight Der Kommentar, auf den du Bezug nimmst, wurde bereits entfernt.
    • dmark 16.11.2018 17:35
      Highlight Highlight Der Kommentar, auf den du Bezug nimmst, wurde bereits entfernt.
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  • RomT 16.11.2018 17:07
    Highlight Highlight Ich stimme für den *
  • Lörrlee 16.11.2018 17:07
    Highlight Highlight Gute Entscheidung. Als Geschichts-/Sprachwissenschaftler kann ich diesen Entscheid nur gutheissen.
    Nicht weil das Gendern seit Jahren ad absurdum geführt wird (man denke nur an das Beispiel Papierkörbin), sondern insbesondere weil es sich seit je her durchgesetzt hat, dass die Verschriftlichung der Mündlichkeit vorherging.
    Schon in der Antike gab es das geschriebene Latein, welches aber nur die "korrekte" Schrift darstellte. Wirklich gesprochen wurden diverse Variationen von Vulgärlatein, welche (grob gesagt) in die heutigen romanischen Sprachen mündeten.
    Sprache kann nicht erzwungen werden.
    • Enzasa 16.11.2018 19:51
      Highlight Highlight KollegInnen
  • Me, my shelf and I 16.11.2018 17:00
    Highlight Highlight Fraktion Sternchen
  • Garp 16.11.2018 16:57
    Highlight Highlight Man soll bei der ganzen Debatte doch bitte noch Tippfreundlichkeit berücksichtigen. Danke! 😁
    • plop 16.11.2018 19:39
      Highlight Highlight ...der Stern ist praktisch, da kann man ohne gross studieren zu müssen Genderkorrekt tippen und das Schriftbild verhauts auch nicht wie z.B. mit dem gap oder Slash wo man eigentlich noch einen feinen space dazwischen setzen müsste...

      Ob man allerdings dieses immer freundlich aussehende Sternentextbild will ist die andere Frage...

Ich machte bei GNTM mit – und so war's (empörend!)

Oder so ähnlich. Aber schauen wir mal, was so los war bei den Heidi-Meedchen. Besonders bei Jasmin, Melissa und Theresia. Wir sagen nur: Schmerz. Physisch und psychisch.

Heidi Klum beschäftigt mich sogar im Traum. Ist so. Leider. Ich mag sie nicht, ich finde GNTM eine gemeingefährliche Institution, die allzu vielen jungen Frauen das Selbstbild versaut, trotzdem habe ich auch von der 14. Staffel bisher jede einzelne Folge geschaut. «Guilty Pleasure», sündiges Vergnügen, kann man das schon gar nicht mehr nennen. Wahrscheinlich ist es von all meinen Perversionen die unerklärlichste.

Mir träumte also, ich nähme teil. Nicht ernsthaft natürlich, nur ironisch. Ich …

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