Die Royals, die uns umzingeln, die kontinental-europäischen und die britischen, sind im Grunde komplett egal. Gäbe es sie nicht mehr, so würde sich an unseren persönlichen kleinen Leben überhaupt nichts ändern. Denn im Grunde haben diese Royals alle keine wesentliche Rolle. Sie sind bloss teuer kostümierte Kuchendekoration, konstant irgendwelche Bänder durchschneidende, sich über Krankenbette oder kreative Kinder beugende oder Champagerflaschen gegen neue Schiffe donnernde, heiratende, sterbende Tourismusattraktionen.
Aber sonst? Sie führen zum Glück keine Kriege mehr, und über sowas Wesentliches wie weltweite Ölpreise können sie im Gegensatz zu ihren saudi-arabischen Pendants auch nicht bestimmen. Man nimmt sie halt so hin und denkt immer mal wieder über ihre Überflüssigkeit und Abschaffung nach, die Royals selbst wahrscheinlich auch. Gelegentlich sagt King Charles, dass Umweltschutz wirklich wichtig sei, zieht das selbstgemalte Aquarell einer walisischen Idylle aus der Tasche und serviert Shortbread aus der eigenen Manufaktur, dazu krächzt ein letzter, lebensmüder Corgie seiner Mutter und ein überzüchtetes Rennpferd wiehert arthritisch.
All die alten Kronen und anderen Juwelen, die Zepter und Reichsäpfel und Orden sind Reliquien aus uralten Zeiten, Symbole für etwas, das selbst längst nur noch symbolische Bedeutung hat. Doch wer sie tragen darf, gilt erstaunlicherweise immer noch als auserwählt und gesalbt und Gott näher als wir keuchendes, kreuchendes Erdenvolk.
Royals sind erhabene Figuren, auf ihren Schultern sitzen nicht Köpfe, sondern Häupter, sie erhalten die besten Ausbildungen in Elite-Institutionen, was von ihnen erwartet wird, gleicht starren mathematischen Formeln. Wer ihnen begegnet, muss immer noch tausend Regeln und Knickse und demure Blicke und Anreden mit der richtigen Titelreihenfolge auswendig lernen. Sie leben neben dem Papst in der letzten sublimen Sphäre auf Erden.
Doch dann und wann reisst so eine polierte Fassade ein und ein Royal fällt vom hohen Ross und benimmt sich derart daneben, wie wir uns das kaum je getrauen würden. Es sei denn, wir zögen ins Reality-TV, das ist bekanntlich die selbsterklärte Schule des schlechten Benehmens.
Der aktuelle Absturz des norwegischen Koks-Prinzen ist mal wieder ein schöner Beweis, dass es sich bei Royals wirklich nicht um Vorbilder handelt, sondern um charakterschwache, dekadente Rich People. Prinz Harry als Teenager im Nazi-Kostüm lässt grüssen. Bei Prinz Andrew ist eh jede Hoffnung auf einen Funken Integrität verloren. Und erinnert sich noch jemand an Andrews Ex-Frau Sarah Ferguson, die von der britischen Presse Bestechungsgelder entgegennahm und ihr dafür Zugang zu royalen Kontakten versprach? Auch die amtierende Königin von England hatte vor ihrer ersten Ehe keine wirkliche Aufgabe ausser Partygirl.
Und was war schon wieder mit dem immer schlecht gelaunten deutschen Prinzen Ernst-August von Hannover, der einst die gediegene Caroline von Monaco heiratete und Journalisten mit dem Regenschirm verprügelte? Überhaupt: Monaco! Fürst Albert mit seinen unehelichen Kindern, Bastarde hätten sie früher geheissen. Und erst seine Schwester Prinzessin Stéphanie, in den 80ern das jugendliche Supermodel unter den Royals. Sie hat einen Rekord im royalen Lieblingshobby, dass man sich seine Partnerin oder seinen Partner echt nicht unter Literaturnobelpreisträgern suchen muss, gesetzt: Ihre Männer, soweit bekannt, waren nach Alain Delon und dem Rennfahrer-Sohn von Jean-Paul Belmondo ein Leibwächter, noch ein Leibwächter, ein Zirkusdirektor und ein Zirkusartist.
Victoria von Schweden heiratete ihren Fitnesstrainer, ihr Bruder Carl Philip ein ehemaliges Erotik-Model – plötzlich Prinzessin! Dass Diana einmal in einen Arzt verliebt war, gibt ihr da direkt eine neue Tiefenschärfe. Die anderen Erwählten erinnern ... na? Woran? Etwa gaaaanz leicht an die körperbetonten Berufe im «Bachelor»?
Es macht ja aber auch Sinn: Royals sind nichts als von der Bevölkerung finanziertes Reality-TV. Ihr Zweck ist nicht mehr das Regieren, sondern die Show, die Unterhaltung. Emotionen. Einerseits zieht Mitleid. Mit unglücklichen angeheirateten Frauen wie Diana, Letizia, Charlène, Kate und Meghan. Andererseits Fremdscham und Schadenfreude. Letztere sind die Hefe im täglichen Brot der Aufmerksamkeitsökonomie. Sie sorgen dafür, dass das Publikum dranbleibt und sich den Royals gelegentlich wohlig überlegen fühlt. Und das schafft man nur mit Fallhöhen.
Mit Koks-Prinzen und Zirkus-Prinzessinnen also. Mit Bösewichten, Bastarden und Busenludern. Mit restlos all den Schachfiguren, die «Game of Thrones» zum Welterfolg gemacht haben. Und manchmal – wie bei Prinz Andrew und während Dianas tragischen letzten Tagen – gibt es, zynisch betrachtet, sogar etwas True Crime. Lauter schlaue Täusch-Manöver, um die Untertanen davon abzulenken, dass sie definitiv zu hohe Abo-Beiträge bezahlen.
300g kartoffeln (für Raclette)
Raclettekäse
Gewürze
eine kleine Auflaufform (mag dafür die kleinen Runden)
Kartoffeln in Bouillon kochen, bis durch
dann direkt in wunschgrosse Stücke geschnitten in Auflaufform geben und etwas Pfeffer und Paprika (oder nach Wunsch anderes) über die kartoffeln geben, Raclettekäse darüber verteilen und in den Ofen
Wenn Käse geschmolzen, voilà Raclettepfanne für einen einzelnen.
auch wer alleine wohnt sollte sich regelmässig Raclette gönnen :))
Gewalt, Intrige und Verrat galten als die Mittel der Wahl.
Der Skrupelloseste gewann.
Wir schwenken Fähnchen, wenn ihre Nachkommen in einer goldenen Kutsche an uns vorbeifahren.
Da sind Skandale ja wohl das Mindeste!
Herrrlich dämlich
🙃🦄🤣🐎