Gestorben 2025: Danke für die vielen schönen Momente, liebe verblichene Stars!
Ich werde oft gefragt, was denn eigentlich die Stars, die Berühmt- und Bekanntheiten, die Celebritys so faszinierend mache. Die Fragen kommen von Menschen, die behaupten, immun gegen den Sternenstaub zu sein. Und dann stirbt jemand, den alle kannten – und die Antwort liegt auf der Hand: Weil uns die Verblichenen Momente kollektiver Emotionen schenkten.
Weil Ozzy Osbourne mit «Dreamer» oder Roberta Flack mit «Killing Me Softly» Millionen von Herzen berührten. Weil die Filme von David Lynch oder die Filme mit Brigitte Bardot, mit Robert Redford, mit Claudia Cardinale jahrzehntelang die Kinosäle füllten und uns mit Bildern fütterten, die wie kleine Sonnen durch unseren Alltag schienen. Weil der Fussballer Diogo Jota ganze Stadien begeisterte. Weil eine Christiane Brunner unendlich viel für die Frauen in der Schweizer Politik getan hat.
Weil der Schriftsteller Peter Bichsel, der einst sagte, für sein wahres Lebenswerk, das Rotweintrinken, werde er wohl nie einen Preis erhalten, in seinen Texten die Essenz der Schweiz so präzise einfangen konnte. Weil Giorgio Armani die eine oder den anderen von uns eingekleidet und unseren Tagen mit seiner unbestechlich italienischen Mode ein gutes Gefühl gegeben hat.
2025 sind drei Männer gestorben, die ich in der Vergangenheit interviewen durfte: der Schauspieler Udo Kier, der queere deutsche Filmemacher Rosa von Praunheim, der britische Drehbuchautor Tom Stoppard. Die Begegnungen mit ihnen werden mir als Bereicherung in Erinnerung bleiben, sie machten mir Freude und Mut, mehr zu wagen als nur gerade die Herausforderungen meines Durchschnittslebens.
Natürlich war ich zu Beginn der 90er-Jahre an Konzerten der deutschen Band Rosenstolz gewesen und hatte im Zusammenhang mit irgendwelchen Liebeskümmernissen die eine oder andere Kassette dünngehört, der plötzliche Tod der Sängerin AnNa R. war ein Schock. Und das Berliner Performer-Paar Eva und Adele war mir so oft an der Art Basel oder an Vernissagen begegnet, dass die Kunstwelt ohne die beiden kahlköpfigen Engel nur schwer vorstellbar ist. Und was ist «Goodbye Deutschland» ohne die unglückliche Currywurst-Verkäuferin Hasi!
In der folgenden Slideshow finden sich viele, aber natürlich nicht alle grösseren und kleineren Berühmtheiten, die uns 2025 verlassen haben. Fühlt euch frei, eure zusätzlichen Heldinnen und Helden und die Bedeutung, die sie für euch hatten, in die Kommentarspalte zu schreiben. Auf dass unser Erinnerungsschrein noch ein bisschen reicher werde.
Prominente Tote: Sie alle haben uns 2025 verlassen
- Brigitte Bardot: Ihr Zauber, ihre grössten Lieben, ihr Rechtsrutsch
- Ohne seine geliebte Michele hätte Rob Reiner «Harry und Sally» kein Happy End geschenkt
- Zum Tod von Udo Kier: «Madonna und ich ritten auf nackten Männern»
- Goodbye Hasi! Die Currywurst-Königin aus dem deutschen Reality-TV ist tot
- Stadt in Tränen: So nahm Birmingham Abschied von Ozzy Osbourne
- Die SP Schweiz vergass die Todesanzeigen für Parteiikone Christiane Brunner
- «Den ganzen Morgen geweint»: Hollywoods Abschied von Robert Redford ist herzzerreissend
- Die grosse Liebe des Kunstpaars Eva & Adele ist zu Ende: Eva ist tot
- Meister des Erzählens Peter Bichsel ist mit fast 90 gestorben
- Harem-Fantasien und das falsche Schamhaar der Katy Karrenbauer: Rosa von Praunheim im Interview
