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Netflix verklagt die Macherinnen des inoffiziellen «Bridgerton»-Musicals

«Ein Schritt zu weit»: Netflix verklagt Macherinnen von «Bridgerton»-Musical

Von TikTok zu einem Grammy: Emily Bear und Abigail Barlow schrieben Musical-Lieder, die auf der Netflix-Serie «Bridgerton» basieren, und veröffentlichten diese auf TikTok. Es entstand ein Album, für welches sie einen Grammy gewannen. Nun werden sie von Netflix verklagt.
02.08.2022, 19:5702.08.2022, 19:57

Im April 2022 gewannen Emily Bear und Abigail Barlow einen Grammy für ihr inoffizielles «Bridgerton»-Musical. Angefangen hat alles auf der Social-Media-Plattform TikTok und mit der Frage «Was wäre, wenn ‹Bridgerton› ein Musical wäre?». Während der Pandemie begannen die beiden, Lieder, die auf Netflix' Hit-Serie «Bridgerton» basieren, zu schreiben. In nur einem Monat entstand ein ganzes Album.

LAS VEGAS, NEVADA - APRIL 03: (L-R) Abigail Barlow and Emily Bear pose in the winners photo room during the 64th Annual GRAMMY Awards at MGM Grand Garden Arena on April 03, 2022 in Las Vegas, Nevada.  ...
Abigail Barlow und Emily Bear haben für «The Unofficial Bridgerton Musical» einen Grammy für das beste Musical-Album gewonnen.Bild: David Becker/Getty Images

Ihre Musik hat andere inspiriert und zu Konzepten für Bühnenbilder, Choreografien und sogar zu möglichen Programmheften für eine Broadway-Show geführt. Letzte Woche war es dann so weit: In Washington wurde das Musical einmalig aufgeführt. Tickets haben bis zu 149 US-Dollar (141 CHF) gekostet, die Aufführung war ausverkauft.

@emilythebear You guys asked for it.... “Ocean Away” with my yin @abigailbarlowww !!!!! #BRIDGERTONMUSICAL #BARLOWANDBEAR ♬ original sound - Emily Bear

Das ging Netflix zu weit. Sie reichten eine Klage wegen «offenkundiger Rechtsverletzung» ein. In einem Statement sagt der Streaming-Dienst: «Netflix unterstützt von Fans erstellte Inhalte, aber Barlow und Bear sind einen Schritt weiter gegangen und haben versucht, mehrere Einnahmequellen für sich selbst zu erschliessen, ohne eine formelle Genehmigung für die Nutzung des geistigen Eigentums von ‹Bridgerton› zu haben.»

«Barlow und Bear haben sich geweigert, mit uns zusammenzuarbeiten.»
Netflix

Und weiter: «Wir haben uns bemüht, mit Barlow und Bear zusammenzuarbeiten, aber sie haben sich geweigert, mit uns zu kooperieren. Die Schöpfer, Darsteller, Autoren und die Crew haben ihr Herz und ihre Seele in ‹Bridgerton› gesteckt, und wir ergreifen Massnahmen, um ihre Rechte zu schützen.»

Der Deal, den Netflix den zwei Komponistinnen angeboten hat, hätte ihnen erlaubt, ihre geplanten Live-Auftritte durchzuführen, das Album weiter zu vertreiben und die Songs als Teil eines grösseren Programms live aufzuführen. Was Netflix im Gegenzug von den Komponistinnen wollte, ist nicht bekannt.

In der eingereichten Klage steht, dass Barlow und Bear trotz Einwänden von Netflix eine riesige und gewinnorientierte Bühnenshow mit dutzenden Liedern, die «wortwörtlich Dialoge, Charaktereigenschaften und -ausdrücke sowie andere Elemente aus der Serie ‹Bridgerton› kopierten», inszenierten.

Netflix behauptet in der Klage ebenfalls, dass Barlow und Bear dem Publikum gegenüber fälschlicherweise behauptet haben, sie hätten die Erlaubnis, die «Bridgerton»-Marke von Netflix zu verwenden, trotz Einwänden des Streamers.

Vonseiten Barlow und Bear kam bisher noch keine Reaktion zur Klage.

@emilythebear one of the best moments of my life @abigailbarlowww ♬ original sound - Emily Bear

(cmu)

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