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So viel (mehr) bezahlst du für Netflix im Vergleich zum Rest der Welt

02.09.2020, 19:58

Netflix gibt es mittlerweile beinahe in jedem Land auf der Welt. Das hat den Vergleichsdienst Comparitech dazu veranlasst, die landesspezifischen Netflix-Angebote etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Herausgekommen ist ein Ranking, bei dem die Schweiz vor allem in einer Kategorie ganz vorne dabei ist: Länder mit den teuersten Abos.

So wurde verglichen

Pro Land wurden alle verfügbaren Titel (Serien und Filme) durch den monatlichen Abo-Preis geteilt, um die Kosten pro Titel zu ermitteln. Bei Standard- und Premium-Abonnements wurden auch die Anzahl Benutzer, die ein Konto verwenden dürfen, berücksichtigt: Die Nutzeranzahl wurde mit den verfügbaren Titeln multipliziert und dann durch den entsprechenden Abo-Preis geteilt. Bei einem Standardabo sind das zwei, bei einem Premiumabo vier Nutzer. Um den Vergleich zu vereinfachen, wurden alle Abopreise in US-Dollar umgerechnet.

Hier ist Netflix nach Kosten pro Titel am günstigsten

Schaut man sich nun die Kosten pro Titel an, ist Netflix in Brasilien klar am günstigsten. Die Top 5 für das Basisabo setzen sich folgendermassen zusammen:

Die 10 günstigsten Länder (Kosten pro Titel): Basis-Abo

Die 10 günstigsten Länder (Kosten pro Titel): Standard-Abo

Bild: comparitech

Die 10 günstigsten Länder (Kosten pro Titel): Premium-Abo

Bild: comparitech

Auffällig ist, dass mit dem Vereinigten Königreich zumindest bei den Basis- und Standardabos ein einkommensstarkes Land in den Top 10 vertreten ist. Erst bei den Premiumabos kann sich das Vereinigte Königreich nicht mehr unter den zehn günstigsten Ländern halten.

Hier ist Netflix nach Kosten pro Titel am teuersten

Am teuersten pro Titel ist Netflix in der Schweiz und Dänemark. Comparitech schreibt dazu:

«Beide [Länder] haben teure monatliche Kosten und eine unterdurchschnittliche Bibliotheksgrösse. In der Schweiz gibt es insgesamt 4326 Titel – 10,5 Prozent weniger als der Durchschnitt und in Dänemark 3.808 – 23 Prozent weniger als der Durchschnitt.

Das bedeutet, dass dänische Kunden für Basis- oder Standardpläne 112, respektive 61 Prozent mehr pro Titel zahlen als Brasilianer (54, respektive 45 Prozent mehr als der Durchschnitt), während Schweizer Kunden für Basis- oder Standardpläne fast 106, respektive 101 Prozent mehr pro Titel zahlen als Brasilianer (45, respektive 48 Prozent mehr als der Durchschnitt).»

Die 10 teuersten Länder (Kosten pro Titel): Basis-Abo

Die 10 teuersten Länder (Kosten pro Titel): Standard-Abo

Die 10 teuersten Länder (Kosten pro Titel): Premium-Abo

Weshalb man nicht nur auf die Kosten pro Titel schauen sollte

Anders sieht es aus, wenn man den Abopreis anhand des durchschnittlichen Einkommens eines Landes betrachtet. Hier ist die Schweiz dann plötzlich nicht mehr unter den Top 10 der teuersten Abos. Zwar ist das Premiumabo in der Schweiz mit 24,04 Dollar (21,90 Franken) in der Statistik am teuersten, allerdings macht dieser Betrag nur 0,43 Prozent des durchschnittlichen Einkommens aus.

Zum Vergleich: In Brasilien, wo das Premiumabo mit 8,36 Dollar am günstigsten ist, macht dies 1,10 Prozent des durchschnittlichen Monatseinkommens aus. Inder müssen sogar um einiges tiefer in die Tasche greifen, obwohl das Abo mit 10,67 Dollar günstig scheint: 6,01 Prozent frisst der Abopreis vom durchschnittlichen Monatsverdienst. Wäre dies auch in der Schweiz der Fall, müssten wir für das Premiumabo pro Monat 341 Franken bezahlen.

Ebenfalls hat die Schweiz eine der höchsten Streaming-Geschwindigkeiten. Laut einer offiziellen Rangliste von Netflix aus dem Jahr 2017 lag die Schweiz sogar an der Spitze. Im Februar 2020 konnten wir hierzulande mit bis zu 5,28 Mbit/s streamen, während in Brasilien die Höchstgeschwindigkeit zur gleichen Zeit bei 4,10 Mbit/s lag.

Warum sind die Schweizer Abopreise so hoch?

  • Netflix kann aufgrund der hohen Kaufkraft mehr verlangen. Anders gesagt: Schweizer sind bereit, höhere Preise zu bezahlen.
  • Netflix muss die Inhalte-Anbieter für ihre Filme und Serien bezahlen und die Rechte für jedes Land bzw. Markt einzeln verhandeln. In der Schweiz müssen die Inhalte zudem auf Deutsch, Französisch und Italienisch vorhanden sein, was die Kosten erhöhen dürfte. Im kleinen Schweizer Markt können diese Kosten auf weniger Kunden abgewälzt werden, was tendenziell zu höheren Abopreisen führt. Ähnliches gilt für andere wohlhabende, aber bevölkerungsarme Länder wie Dänemark und Norwegen.

(pls/oli)

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Netflix – von der Online-Videothek zum Streaming-Giganten

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quelle: ap/netflix / daniel daza
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93 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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TheBee
02.09.2020 20:32registriert März 2017
Das mit den 4 Sprachversionen als Grund für den höheren Preis ist lächerlich. Die Sprachen werden ja nicht extra für den Schweizer Markt vertont, sondern sind bereits vorhanden. Die einzige korrekte Aussage ist, dass die Schweizer es sich leisten können und bereit sind das zu zahlen. Ist wie bei all den anderen Produkten gleich (mit wenigen Ausnahmen z.B bei Elektronik).
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Joe Gage
02.09.2020 20:30registriert Juni 2020
Bin eigentlich ganz zufrieden in der Schweiz, werde wohl nicht nach Brasilien ziehen um knapp 9$/m zu sparen.
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Zaytoun
02.09.2020 20:21registriert Juli 2014
Zeit mal eine Netflixpause einzulegen
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93
«Wie sagt man einer Person, dass sie NULL Empathie hat?»

Hallo zusammen,

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