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Jared Leto macht auf Sekten-Guru – für 6000 Dollar kriegst du eine Audienz

Als Sänger der Band Thirty Seconds To Mars wurde Jared Leto zum Popstar. Mit hunderten Fans verbrachte er ein Wochenende auf einer Privatinsel. Die Bilder erinnern an eine Sekte.
15.08.2022, 19:4117.08.2022, 10:18

Eine grosse Gruppe von Leuten – mehrheitlich Frauen –, ganz in Weiss gekleidet, voran ein Mann, der stark an ein Bildnis von Jesus erinnert; weisse Robe, lange braune Haare.

Jared Leto (in Weiss gehüllt und mit wehender Mähne) ist umgeben von seinen Fans auf einer Privatinsel in Kroatien.
Jared Leto (in Weiss gehüllt und mit wehender Mähne) ist umgeben von seinen Fans auf einer Privatinsel in Kroatien. Bild: twitter

Bei dem Möchtegern-Jesus handelt es sich um Film- und Popstar Jared Leto. Seinen Hollywood-Durchbruch feierte Leto Mitte der 90er-Jahre mit der Serie «My So-Called Life». Danach folgten Rollen in Kult-Klassikern wie «Fight Club» und «American Psycho». Doch die Schauspielerei war ihm nicht genug und er gründete mit seinem Bruder Shannon die Alternative-Rock-Band Thirty Seconds To Mars (30STM).

Angel Face aka Jared Leto in «Fight Club» (1999).
Angel Face aka Jared Leto in «Fight Club» (1999).Bild: Twentieth Century Fox

Während 20 Jahren hat Leto eine treue Anhängerschaft, die sich selbst «The Echelon» nennt, aufgebaut. Und für diese veranstaltete die Band die dreitägige Retraite «Mars Island» auf einer Privatinsel in Kroatien. Zum ersten Mal wurde diese 2019 durchgeführt, wobei die Band seit 2015 eine Art Summer Camp in Malibu organisiert. Doch in Kroatien nahm das Ganze eine unheimliche Wendung: Leto trat im Messias-Look auf, umgeben von Hunderten von Fans, alle komplett in Weiss.

Wimmelbild: Wo ist Jared?
Wimmelbild: Wo ist Jared?Bild: twitter

72 Stunden für 6700 Franken

Drei Tage lang machten die Fans gemeinsam Yoga, gingen klettern, schwimmen und stand-up-paddeln, drängten sich ums Lagerfeuer und lauschten Letos Stimme. All das für ein Schnäppchen von 995 US-Dollar (936 Schweizer Franken) – Anreise nicht inklusive. Wem die spirituelle Reise wirklich am Herzen lag, zahlte allerdings bis zu 6499 Dollar (6118 Franken). Für diesen Betrag gab's Glamping und eine private Unterhaltung mit Leto. Nach eigenen Angaben versammelten sich rund 600 Fans auf «Mars Island».

Dieses Jahr erhöhte 30STM die Preise, Fans zahlten zwischen 1699 (1599 Franken) und 7199 Dollar (6776 Franken). Das Wochenende hätte dieses Jahr im August wieder stattfinden sollen, wurde jedoch wegen Covid und dem Krieg in der Ukraine abgesagt. Die Fans erhalten ihr Geld zurück.

Die offizielle Beschreibung von «Mars Island» lautet wie folgt:

«Entspann und erhol dich beim Yoga unter den Bäumen, nimm ein Bad im Pool, sieh dir eine Mitternachtsvorführung an oder bestaune die Sterne, und erlebe zwei intime Auftritte von Thirty Seconds To Mars. ‹Mars Island› ist eine Erfahrung wie keine andere.»
Jared Leto predigt zu seinen Fans.
Jared Leto predigt zu seinen Fans.Bild: twitter
Bild: facebook

«Jesus is here», schreibt eine Anhängerin unter das Bild.

Bild: facebook
Bild: twitter

Ausgeklügelter PR-Stunt oder Anfänge eines Kults?

Die Band postete auf Twitter Bilder des Wochenendes mit der Überschrift: «Yes, this is a cult» (Deutsch: «Ja, das ist eine Sekte»). Sie spielen seit Jahren mit dem Wort «Kult». Leto sagte in einem Interview mit der «New York Times», dass ein Journalist mal die Bemerkung machte, dass er eine «Sekten-Anhängerschaft» habe. Und weiter: «Ich hasse das Wort ‹Fan›; es wirkt so abwertend. Weil wir diese Sekte haben, diese Familie, diese Gläubigen, die verstehen, scheint es passend, dass es einen Namen gibt, der auf sie zutrifft.»

«Wir haben diese Sekte, diese Familie, diese Gläubigen, die verstehen.»
Jared Leto

Was als netter Spruch fürs Merchandise und PR startete, wurde schliesslich Wirklichkeit, schreibt das «Blend Magazine». Denn wer so viel Einfluss wie Leto habe (auf Instagram folgen ihm 10,9 Millionen Menschen), könne auch aus Versehen eine Sekte gründen. Ob Absicht oder nicht: «Wenn es wie eine Sekte aussieht und sich wie eine Sekte verhält, könnte es eine Sekte sein», schreibt «Blend».

Die Reaktionen sind gemischt

Fans springen auf das Sekten-Image der Band auf. Auf Social Media bezeichnen sie Leto als Guru, Jesus, Messias und Propheten. Sie sind stolz darauf, Teil dieser «Sekte» zu sein. Ein Fan schreibt sogar, dass sie so erschöpft vom stundenlangen Warten in der Hitze war, dass sie an der Fotosession nicht teilnahm, nur um Letos kreative Vision nicht zu ruinieren.

Doch es gibt auch Fans, denen das Kult-Image zu weit geht:

Wer online nach Informationen zu «Mars Island» sucht, stösst auf passwortgeschützte Webseiten und geschlossene Facebook-Gruppen. Von den Geschehnissen auf «Mars Island» dringen, ausser Fan-Fotos, nicht viele Informationen nach aussen. Eines ist jedoch klar: 30STM-Fans sind betört von Jared Letos Auftreten, seinem Wesen und seiner Musik. Sie beten ihn an und scheuen nicht davor zurück, mehrere Tausend Franken zu bezahlen, um den «Walk On Water»-Sänger auf einer isolierten Insel im Mittelmeer zu treffen.

Er ist nicht der Einzige

Leto ist nicht der einzige 90er-Jahre-Star, der seine eigene Sekte hat. Andrew Keegan, der in Filmen wie «10 Dinge, die ich an Dir hasse» und «Clueless» zu sehen ist, gründete vor einigen Jahren eine spirituelle Organisation namens Full Circle.

Andrew Keegan in «10 Dinge, die ich an Dir hasse» (1999).
Andrew Keegan in «10 Dinge, die ich an Dir hasse» (1999).Bild: Buena Vista

2015 mietete Keegan eine Kirche in Kalifornien, um seine Botschaft von Licht und Liebe zu verbreiten – und für den Verkauf von illegalem Kombucha. Dieser wurde jedoch eingestellt, und sie hatten Probleme, die Miete der Kirche zu zahlen. Sie wurde 2017 geschlossen – ob die Religion weiterbesteht, ist nicht bekannt.

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38 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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pinex
15.08.2022 21:49registriert August 2014
Also, sind diese Fotos vom letztem Jahr? Da steht doch etwas davon, dass dieses Jahr abgesagt wurde, wegen dem Krieg und Covid. Ich bin verwirrt. Weshalb lese und kommentiere ich das überhaupt?!😅
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Ohniznachtisbett
15.08.2022 20:08registriert August 2016
Wie sang der Baschi einst? Ich wür so gärn e sekte ha wos nur ums bumse goht...
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Hillbilly
16.08.2022 00:05registriert Juni 2016
Hugo Stamm, fahr schon mal den Wagen vor...
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